80. Geburtstag von Universitätsprofessor Walter Hoffmann

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Am 4. Dezember kann der Professor für Kinderkardiologie, ehemalige Vizepräsident für Lehre und Studium der Universität des Saarlandes und Ehrenprofessor der Medizinischen Akademie Twer Dr. Walter Hoffmann seinen 80. Geburtstag begehen.

Walter Hoffmann war von 1967 bis 1971 Assistenzarzt an der Medizinischen Universitäts- und Poliklinik in Homburg, wo er 1971 die Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin einschließlich der Teilgebietsbezeichnung Kardiologie abschloss. 1972 übernahm er die Leitung der „Pädiatrisch-kardiologischen Untersuchungs- und Behandlungsstelle“ an der Universitäts-Kinderklinik und erwarb 1975 die Anerkennung als Facharzt für Pädiatrie und 1978 für Kinderkardiologie. In diesem Jahr erfolgte auch seine Habilitation. In seinen Forschungen widmete sich der Jubilar vor allem der Physiologie und Pathophysiologie des kindlichen Kreislaufs einschließlich seiner medikamentösen Behandlung sowie der Rhythmologie und Ultraschalldiagnostik des kindlichen wie auch des fötalen Herzens. 1988 übernahm er die neue Professur für Kinderkardiologie an der Saar-Uni und wurde im Juli 1988 zum Direktor der Abteilung für Kinderkardiologie in Homburg ernannt. In der akademischen Selbstverwaltung fungierte er von November 1994 bis September 1996 als Prodekan des Fachbereichs Klinische Medizin, gehörte der Zentralen Studienkommission und dem Beirat für das Studienzentrum an und übernahm von März 1999 bis Februar 2001 das Amt des Vizepräsidenten für Lehre und Studium der Universität des Saarlandes.

Anlässlich ihres 70-jährigen Bestehens verlieh ihm die Medizinische Akademie Twer 2005 als drittem nicht-russischem Wissenschaftler die Würde eines Ehrenprofessors und zeichnete damit sein langjähriges Engagement und seine besonderen Verdienste als Koordinator der Kooperation zwischen der Medizinischen Fakultät in Homburg und der Akademie Twer seit 1995 aus. Auch nach seiner Verabschiedung  als Direktor der Kinderkardiologie im Januar 2005 blieb der Jubilar aktiv und vertrat seine vakante Professur bis zum Ende des Sommersemesters 2006. Seit 2010 engagiert er sich in der Ethikkommission der Ärztekammer des Saarlandes, zumal für ihn „ethische Maßstäbe und die Patientensicherheit unter humanistisch orientierten Wertvorstellungen und gesetzlichen Vorgaben von grundlegender Bedeutung“ bleiben. Nach dem Tod von Prof. Dr. Gerd Rettig-Stürmer 2017 leitete er bis zum Jahresende 2018 die Ethikkommission, der er weiterhin verbunden bleibt. Die Ärztekammer des Saarlandes ehrte ihn im Dezember 2018 für sein langjähriges wissenschaftliches und ärztliches Wirken mit der Ehrenplakette der saarländischen Ärzteschaft.

 

95. Geburtstag von Professor Günter Schweig

Foto: Saar-Uni

 

 

 

Am 21. November wird Günter Schweig, Professor für Didaktik des Französischen, Angewandte Sprachwissenschaft und Übersetzungswissenschaft an der Universität des Saarlandes, 95 Jahre alt. Im saarländischen Dudweiler geboren, studierte der Jubilar in Lyon, Marburg und Saarbrücken Germanistik, Romanistik und Geschichte und wurde am 14. März 1952 als erster Doktorand der Philosophischen Fakultät der Universität des Saarlandes mit seiner Dissertation „Die politische Dichtung Heinrich Heines“ promoviert. Nach dem Wechsel in den saarländischen Schuldienst war er der erste deutsche Lehrer und schließlich stellvertretender Leiter am Deutsch-Französischen Gymnasium.
Im Oktober 1970 übernahm Günter Schweig als Professor den neuen Lehrstuhl „Französische Sprache und Literatur. Didaktik des Französischen“ an der Pädagogischen Hochschule. Seit 1978 lehrte und forschte er an der Saar-Uni in der Fachrichtung „Angewandte Sprachwissenschaft. Übersetzen und Dolmetschen“. Der Träger der „Palmes académiques“ leitete zwischen 1963 und 1973 auch die Romanistische Redaktion der Zeitschrift „Die Neueren Sprachen“ und hat neben Editionen zu Jules Romains und zur französischen Poesie des 20. Jahrhunderts rund 40 Aufsätze publiziert. Der Jubilar darf auch auf zahlreiche Rezensionen zurückblicken, die fundierte Stellungnahmen zu herausragenden Ereignissen des französischen Geisteslebens beinhalten.

Materialforscher Frank Mücklich mit Löhn-Preis ausgezeichnet

Die Steinbeis-Stiftung prämiert mit dem Löhn-Preis herausragende Projekte im unternehmerischen Wissens- und Technologietransfer. Bereits zum zweiten Mal wurde jetzt Frank Mücklich, Professor für Funktionswerkstoffe der Saar-Universität und Direktor des Steinbeis-Forschungszentrums für Werkstofftechnik (MECS), damit ausgezeichnet. Diesmal erhielt er den Preis für die Hochgeschwindigkeits-Laserstrukturierung von elektrischen Steckverbinderkontakten. Diese kommen beispielsweise in Elektrofahrzeugen zum Einsatz [mehr].

80. Geburtstag von Professor Hans Dieter Breuer

Foto: Saar-Uni

Am 29. August kann der Professor für Physikalische Chemie Dr. Hans Dieter Breuer seinen 80. Geburtstag begehen.
Während des Studiums der Physik in Bonn agierte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Physikalische Chemie. Der Diplomarbeit auf dem Gebiet der Drahtexplosionen folgte 1969 die Promotion mit einer Studie aus dem Bereich der Photochemie. Mit seinem akademischen Lehrer Prof. Hasso Moesta kam der Jubilar 1970 an die Universität des Saarlandes und habilitierte sich 1972 im Fachgebiet „Physikalische Chemie“. Als Wissenschaftlicher Rat und Professor wirkte er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand Ende September 2004 viele Jahre auf dem Saarbrücker Campus. Mit seinem Namen eng verbunden ist die 1984 begonnene Kooperation mit der „École Nationale Supérieure de Chimie de Strasbourg“. Forschungsaufenthalte führten ihn unter anderem nach Berkeley, Zagreb und Yokohama. Zu seinen Forschungsfeldern gehörten Arbeiten zur Molekülbildung im interstellaren Raum, grundlegende Untersuchungen zur Photoakustischen Spektroskopie, die Photochemie an Festkörperoberflächen sowie die Entwicklung von Photokatalysatoren für den Schadstoffabbau auf der Basis von Halbleitern. Ferner engagierte er sich im Graduiertenkolleg „Neue Hochleistungswerkstoffe für effiziente Energienutzung“ und leitete zwischen 1983 und 1985 als Prodekan den Fachbereich Chemie.

Neuer Professor für Staats- und Verwaltungsrecht

Foto: Conny Ehm

Nikolaus Marsch ist zum Professor für Staats- und Verwaltungsrecht an der Saar-Universität ernannt worden. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen im Datenschutzrecht und in der deutsch-französischen Rechtsvergleichung. Ein von ihm gemeinsam mit zwei Wissenschaftlern der Humboldt-Universität herausgegebenes rechtsvergleichendes Lehrbuch zum französischen und deutschen Verfassungsrecht wurde 2017 in Marseille mit dem 8. Deutsch-Französischen Parlamentspreis des Deutschen Bundestags und der Assemblée nationale ausgezeichnet. Für seine Habilitationsschrift zum Datenschutzgrundrecht in der EU-Grundrechtecharta erhielt er den Werner-von-Simson Preis der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und den Wissenschaftspreis der Deutschen Stiftung für Recht und Informatik.

Weitere Schwerpunkte seiner Arbeit liegen im Europarecht und im Prozessrecht. Sein Engagement in der Lehre wurde mit dem Lehrpreis der Juristischen Fakultät der Universität Freiburg gewürdigt. An der Saar-Uni wird Nikolaus Marsch seine Forschungen im Datenschutzrecht, der deutsch-französischen Rechtsvergleichung und dem Europarecht fortführen, die auch die Forschungsschwerpunkte der Rechtswissenschaftlichen Fakultät darstellen.

Humboldt-Preisträger Marc Swerts forscht an Saar-Uni

Der niederländische Kommunikations-Forscher Marc Swerts, Professor am Lehrstuhl für Kommunikation und Kognition der Universität Tilburg, ist derzeit bei Bernd Möbius zu Gast, Professor für Phonetik und Phonologie der Universität des Saarlandes. Swerts ist kürzlich mit dem Humboldt-Forschungspreis ausgezeichnet worden, der ihm Forschungsaufenthalte an verschiedenen deutschen Universitäten ermöglicht. Der international renommierte Experte für Sprachkommunikation analysiert die gesprochene Sprache in Verbindung mit der „visuellen“ Kommunikation von Gesicht, Hand und Körper. Sein Interesse gilt dabei auch den sozialen und kontextbedingten Faktoren, die die Unterschiede in Sprachsystemen verursachen. Während seines Aufenthaltes in Saarbrücken wird er neben zwischenmenschlichen Dialogen auch kommunikative Interaktionen zwischen Mensch und Maschine untersuchen. Dabei ist er in die Forschung des Saarbrücker Sonderforschungsbereichs 1102 „Informationsdichte und sprachliche Kodierung“ eingebunden, der bis 2022 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird.

 

Professor Werner Nachtigall wird 85 Jahre alt

Foto: Becker & Bredel

Seinen 85. Geburtstag feiert am 7. Juni 2019 Dr. Werner Nachtigall, emeritierter Professor für Zoologie an der Saar-Uni und Pionier der Technischen Biologie und Bionik in Deutschland.

Als wissenschaftlicher Assistent am Zoologischen Institut der Universität München baute Werner Nachtigall die Forschungsrichtung „Flugbiophysik“ auf. Hier widmete er sich der physiologischen und aerodynamischen Anpassung von Insekten und Vögeln an den Flug und kombinierte dazu biologische und physikalische Methoden. Der Habilitation für Zoologie in München 1965 folgte 1966 eine Gastprofessur an der in University of California Berkeley und 1967 die Ernennung zum Universitätsdozenten. Als einer der führenden Forscher auf dem Gebiet der Biomechanik wurde der Jubilar 1969 nach dem Tod von Prof. Gustaf de Lattin auf das Saarbrücker Ordinariat für Zoologie berufen. Bis zu seiner Emeritierung 2002 hielt er der Saar-Uni die Treue. 1990 begründete er den Studiengang „Technische Biologie und Bionik” und die „Gesellschaft für Technische Biologie und Bionik“, deren erster Vorsitzender er bis 2003 blieb. Er war Mitbegründer und Leiter des „Bionik-Kompetenzzentrums“ an der Universität des Saarlandes.

Zudem war er Vertrauensdozent der Studienstiftung des Deutschen Volkes, langjähriger Fachgutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Mitglied der Mainzer Akademie der  Wissenschaften und der Literatur sowie Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste in München. Von 1990 bis 1992 stand er auch als Dekan an der Spitze der Saarbrücker Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Zu seinen über 300 Publikationen gehören die Bücher „Biomechanik“ (2001) „Bionik – Grundlagen und Beispiele für Ingenieure und Naturwissenschaftler“ (2003), „Insektenflug“ (2003), „Biologisches Design“ (2005), „Bionik als Wissenschaft“ (2010), „Bionik in Beispielen“ und „Bau-Bionik. Natur – Analogie – Technik“ (2. Auflage 2013). Zudem hat Werner Nachtigall viele Auszeichnungen erhalten, darunter die Karl-Ritter-von-Frisch-Medaille der Deutschen Zoologischen Gesellschaft (1982), den Internationalen Rheinlandpreis für Umweltschutz (2002) und die Treviranus-Medaille des Verbandes Deutscher Biologen (2004).

80. Geburtstag von Professor Rüdiger Schmitt

Foto: Saar-Uni

Am 1. Juni wird Rüdiger Schmitt, Professor für Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft und Indoiranistik,  80 Jahre alt. Der frühere Dekan der Philosophischen Fakultät studierte in Würzburg und Erlangen Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft, Indoiranistik und Griechische Philologie. Durch die Berufung seines akademischen Lehrers Manfred Mayrhofer wechselte er 1962 ans Saarbrücker Institut für Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft und Indoiranistik. Nach seiner Promotion mit „Studien zur indogermanischen Dichtersprache“ wurde er 1965 zum wissenschaftlichen Assistenten ernannt. 1969 folgte seine Habilitationschrift über „Die Nominalbildung in den Dichtungen des Kallimachos von Kyrene. Ein Beitrag zur Stellung seines Wortschaftes innerhalb des Griechischen“.
Seit 1970 Universitätsdozent und seit 1972 Wissenschaftlicher Rat und Professor, übernahm er 1979 die Saarbrücker Professur für Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft und Indoiranistik, die er bis 2004 innehatte. Gastprofessuren führten ihn nach Innsbruck und Basel. In der akademischen Selbstverwaltung leitete er als Prodekan von 1975 bis 1977 den Fachbereich Kunst- und Altertumswissenschaften und stand von 1992 bis 1994 als Dekan an der Spitze der Philosophischen Fakultät. Der Jubilar ist Mitglied der Österreichischen, der Dänischen und der Georgischen Akademie der Wissenschaften, des Istituto Lombardo – Accademia di Scienze e Lettere in Mailand sowie des Deutschen Archäologischen Instituts. Sein Oeuvre umfasst rund 30 Bücher, über 300 Aufsätze sowie zahllose Buchbesprechungen und Enzyklopädie-Beiträge. Es widmet sich vor allem der allgemeinen Indogermanistik und indogermanischen Altertumskunde, der griechischen und klassisch armenischen Sprache sowie Sprachen und Eigennamen des vorislamischen Iran, speziell den altpersischen Königsinschriften.

 

80. Geburtstag von Professor Gerd Wittstock

Foto: privat

Am 15. April 2019 kann der Professor für Mathematik und frühere Vizepräsident für Forschung der Universität des Saarlandes, Dr. Gerd Wittstock, seinen 80. Geburtstag begehen. In Berlin geboren, studierte er an der Freien Universität Mathematik und Physik. Nach der Promotion 1965 habilitierte er sich zwei Jahre später mit einer Studie „Über invariante Teilräume zu positiven Transformationen in Räumen mit indefiniter Metrik“. 1968 wechselte er nach Saarbrücken und wurde 1970 zum Wissenschaftlichen Rat und 1971 zum Professor ernannt. Einen Ruf an die Universität Osnabrück lehnte er 1972 ab und lehrte und forschte bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2004 auf dem Saarbrücker Campus.

Im Zentrum seiner Forschungen stand die Funktionalanalysis. Wittstock gehört zu den Pionieren der sogenannten „quantized functional analysis“ oder Operatorraum Theorie. In seinem Internet-Lexikon „What are operator spaces?“ gibt er einen Überblick über die zentralen Begriffe und wichtigsten Resultate. Durch Aufenthalte und Gastvorträge am Mathematischen Forschungsinstitut Oberwolfach und an verschiedenen europäischen Universitäten hat Prof. Wittstock gemeinsam mit seinen Kollegen Prof. Heinz König, Prof. Ernst Albrecht und Prof. Jörg Eschmeier maßgeblich zur Bedeutung von Saarbrücken als Zentrum der Funktionalanalysis beigetragen. In besonderer Weise engagierte sich der Jubilar auch in der akademischen Selbstverwaltung. Von 1973 bis 1975 leitete er als erster Prodekan den Fachbereich Mathematik, ein Amt, das er zwischen 1990 und 1992 erneut innehatte. Als Vizepräsident für Forschung gestaltete er zwischen 1982 und 1984 die Entwicklung der Saar-Uni mit.

Neuer Informatik-Professor mit Schwerpunkt Softwaretechnik

Prof. Sven Apel (Foto: privat)

Sven Apel studierte in Magdeburg Informatik, wo er 2007, nach einem Aufenthalt an der University of Texas in Austin, zum Dr.-Ing. promovierte. Für seine Dissertation erhielt er den renommierten Software-Engineering-Preis der Ernst-Denert-Stiftung. An der Universität Passau leitete er eine Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe der DFG, 2013 erhielt er dort eine Heisenberg-Professur der DFG und wurde zum Professor ernannt. Apel ist Mitglied der Young Academy of Europe sowie Distinguished Member der Association for Computing Machinery.

Wissenschaftliche Schwerpunkte von Sven Apel sind die Entwicklung, Analyse und Evolution großer Softwaresysteme. Er arbeitet daran, Methoden, Techniken und Prozesse der Softwaretechnik der enormen Bedeutung von Software für Gesellschaft und Wirtschaft entsprechend weiterzuentwickeln. Apel kombiniert hierzu Techniken aus verschiedenen Bereichen, wie Programmanalyse, Testen, maschinelles Lernen, um Software verlässlicher und effizienter zu machen. Er arbeitet eng mit anderen wissenschaftlichen Disziplinen zusammen, etwa mit dem Leibniz-Institut für Neurobiologie, um zentrale Fragen zu Programmiermethodik, Programmverständnis und der Ausbildung von Softwareentwicklerinnen und -entwicklern zu beantworten. Weitere Schwerpunkte seiner Forschung sind die domänenspezifische Optimierung von Programmen, insbesondere im Hochleistungsrechnen und die Analyse global verteilter Softwareprojekte mittels sozio-technischer Netzwerkanalyse.

An der Universität des Saarlandes wird Apel die Bereiche der Softwaretechnik und Programmiermethodik in Forschung und Lehre vertreten. Wichtige Schwerpunkte seines Lehrstuhls sind die Erforschung von Programmverständnis mittels Methoden der kognitiven Neurowissenschaften, Techniken zur Entwicklung sicherer und effizienter Softwaresysteme sowie empirische Methoden zur Erforschung des Faktors „Mensch“ in der Softwareentwicklung.

Frank Wilhelm-Mauch für Begutachtung von Fachpublikationen ausgezeichnet

Prof. Frank Wilhelm-Mauch (Foto: Mohr)

Frank Wilhelm-Mauch, Professor für Quanten- und Festkörpertheorie an der Universität des Saarlandes, hat einen „APS Outstanding Referee Award“ erhalten. Mit diesem Preis ehrt die American Physical Society (APS) außergewöhnliche Beiträge von Wissenschaftlern im Rahmen der so genannten Peer-Review-Begutachtung von wissenschaftlichen Beiträgen. Beim Peer-Review wird eine bei einer Fachzeitschrift eingereichte Arbeit durch unabhängige Gutachter aus dem gleichen Fachgebiet bewertet, um die Qualität der wissenschaftlichen Publikation zu gewährleisten.

Seit 2008 vergibt die American Physical Society (APS) jährlich den “Outstanding Referee Award”. Insgesamt sind etwa 71.000 Gutachter bei der Fachgesellschaft aktiv; in diesem Jahr hat sie 143 „Peers“ prämiert, die nach der Qualität, Anzahl und Aktualität ihrer Berichte ausgewählt wurden. Das Peer-Review trägt nicht nur dazu bei, die Standards der Zeitschriften auf besonders hohem Niveau zu halten, sondern unterstützt die Autoren in vielen Fällen dabei, die Qualität und Lesbarkeit ihrer Artikel zu verbessern.

Heinz Maier-Leibnitz-Preis für Karl Bringmann

Karl Bringmann (Foto: MPI)

Karl Bringmann, Informatik-Absolvent der Saar-Uni und Forscher am Max-Planck-Institut für Informatik, erhält die wichtigste Auszeichnung für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland, den Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2019. Bringmann veröffentlichte bereits zu Studienzeiten neun Konferenzpublikationen. Seine Arbeiten auf den Gebieten der Algorithmik und Komplexitätstheorie stellte er auf zahlreichen führenden internationalen Tagungen für theoretische Informatik vor, wo er auch mehrfach in den Programmkomitees mitwirkte. Der Informatiker erforscht die Grenzen von Automatisierung durch Computer. Seine Arbeiten entwickeln ein präzises Verständnis für die Komplexität von Problemen, die durch Rechner gelöst werden können. Zu seinen wichtigsten Erkenntnissen gehört, dass es für Rechner schwierig ist, die Ähnlichkeit zwischen verschiedenen Routen in einem Routenplaner einzuschätzen.

Pionier der Saarbrücker Ingenieurwissenschaften wird 85 Jahre alt

Prof. Dr. Alfons Blum. Foto: Saar-Uni

Alfons Blum, Professor für Elektrotechnik an der Universität des Saarlandes, kann am 27. Januar 2019 seinen 85. Geburtstag begehen. Er gilt als Pionier der Saarbrücker Ingenieurwissenschaften und ist Mitbegründer des Studiengangs Elektrotechnik. Nach dem Diplom in Physik 1961 in Saarbrücken arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Assistent und Akademischer Oberrat am Institut für angewandte Physik und Elektrotechnik. Nach der Promotion 1966 habilitierte er sich 1972 für das Fach Elektrotechnik. Seitdem wirkte er als Professor für Elektronik und Halbleiterbauelemente drei Jahrzehnte auf dem Campus - auch über seinen Eintritt in den Ruhestand 1999 hinaus. Zuletzt vertrat er bis 2005 seine eigene Professur sowie nach dem Tod von Prof. Robert Maurer dessen Professur für Hoch- und Höchstfrequenztechnik.

Der Träger des Saarländischen Verdienstordens widmete sich insbesondere dem physikalisch-elektronischen Grenzverhalten mikroelektronischer Bauelemente und engagierte sich für den Technologietransfer. Als akademischer Lehrer betreute er Generationen von Studenten, begründete 1984 eine Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Tallinn (Estland) sowie Anfang der 90er Jahre einen Studierendenaustausch mit dem Politecnico di Bari. Außerdem übernahm er vielfältige Aufgaben für die wissenschaftliche Gemeinschaft und die akademische Selbstverwaltung. So gehörte er der Ständigen Kommission des Deutschen Fakultätentags für Elektrotechnik an und agierte 24 Jahre lang als Vorsitzender des Saarbrücker Prüfungsausschusses für Elektrotechnik.

Ehrensenator Hasso Plattner erhält Werner-von-Siemens-Ring

Foto: privat

Der wichtigste deutsche Technikpreis, der Werner-von-Siemens-Ring, geht in diesem Jahr an SAP-Gründer Hasso Plattner sowie den früheren BMW-Chef Joachim Milberg. Uni-Präsident Manfred Schmitt gratulierte Hasso Plattner, der seit 1998 Ehrensenator der Universität des Saarlandes ist, zu dieser hohen Auszeichnung. Hasso Plattner ist Nachrichtentechniker und Professor für Informatik mit dem Fachgebiet Unternehmenssysteme - und als Mitbegründer von SAP weltbekannt. Er machte SAP zum größten und bekanntesten deutschen Softwareunternehmen, das im Bereich der Unternehmenssoftware heute Weltmarktführer ist. Die Jury des Werner-von-Siemens-Ringes hebt hervor, dass Hasso Plattner ein kreativer und produktiver Informatiker ist, auch im Hinblick auf Grundlagenforschung rund um Datenbanken und Softwaresystemarchitekturen. Darüber hinaus hat er sich als Mäzen einen Namen gemacht. Fast sein ganzes Vermögen ging in die Hasso-Plattner-Stiftung, die sich vor allem der Förderung von Wissenschaft und Kunst widmet.

Professor Rolf Müller wird Ehrendoktor der Shandong-Universität

Foto: HIPS

Rolf Müller, geschäftsführender Direktor des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS), ist mit der Ehrendoktorwürde der Shandong University in China ausgezeichnet worden. Die Verleihung der Ehrendoktorwürde erfolgte auf Beschluss des nationalen Wissenschaftsrates in China. Müller ist der 18. Wissenschaftler, der in diesem Jahr mit der Ehrendoktorwürde einer chinesischen Universität ausgezeichnet wurde.
Die chinesische Partneruniversität würdigte damit seine Leistungen in der wissenschaftlichen Forschung, der internationalen Zusammenarbeit und der Talentförderung. Die Verleihung erfolgte anlässlich der langjährigen Kooperation zwischen seiner Arbeitsgruppe und der Shandong Universität, zuletzt gefördert im Rahmen des Programmes „Helmholtz International Lab“. Dieses mehrjährige Forschungsprojekt wurde kürzlich als deutsch-chinesische Kooperation zwischen dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig (HZI), dem Saarbrücker HIPS und der Shandong-Universität initiiert.
Im Helmholtz International Lab arbeitet ein interdisziplinäres Forscherteam an neuen antibakteriellen und antiviralen Strategien, um Medikamente gegen resistente bakterielle Erreger und virale Krankheiten zu entwickeln. Im Rahmen des Helmholtz International Lab wurde im Juni dieses Jahres eine Nachwuchsgruppe am HIPS eingerichtet. Diese wird nach drei Jahren – also der Hälfte der Laufzeit – zusammen mit ihrem Leiter Dr. Chengzhang Fu an die Shandong University übersiedeln.
Darüber hinaus ist Rolf Müller auf eine „Honorary Professorship“ der Universität Kapstadt berufen worden. Damit würdigt die südafrikanische Universität die bisherige Zusammenarbeit mit dem HIPS, zudem sollen gemeinsame Forschungsprojekte weiter vertieft werden. Dabei liegt der Fokus auf der Wirkstoffentwicklung aus mikrobiellen Naturstoffen mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Behandlung von Tuberkulose und multi-resistenten Erregern. Ergänzt werden soll die Kooperation durch ein Austauschprogramm.

Preise für Studierende

Foto: Iris Maurer

Für herausragende Teamleistung und erfolgreiche Teilnahme an der Weltmeisterschaft der juristischen Fakultäten in Wien, dem renommierten „Willem C. Vis Moot“, hat die Asko Europa-Stiftung bereits zum vierten Mal in Folge Studentinnen und Studenten des Europa-Instituts ausgezeichnet. Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger sind: Afolabi Adekemi (2.v.r) aus Nigeria , Vishakha Choudhary (3.v.r.) aus Indien, Filip Matković (3.v.l) aus Kroatien sowie Viktorija Rajić aus Bosnien und Herzegovina, Xingyan Ren aus China und Tamar Shvelidze aus Georgien. „Die Asko Europa-Stiftung unterstützt schon seit Jahrzehnten die Arbeit des Europa-Instituts und arbeitet in sehr vertrauensvoller und angenehmer Weise mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen. Da lag es nahe, einen Preis zu stiften, um besondere Verdienste von Studierenden der Saarbrücker Rechtswissenschaften zu würdigen“, so Klaus-Peter Beck (2.v.l.), Kuratoriumsvorsitzender der Asko Europa-Stiftung, der den Preis im Rahmen der Semester-Eröffnungsfeier des Europa-Instituts Ende Oktober überreichte.

Zusammen mit den Coaches Professor Helmut Rüßmann (l.), Anja Neufing und Pieter Van Vaerenbergh (r.) war das Studierenden-Team in dem sechs Monate dauernden Wettbewerb zum internationalen Kaufrecht und Schiedsverfahrensrecht angetreten, an dem über 360 Universitäten aus aller Welt teilgenommen hatten. Beim „Vis Moot“ schlüpfen alljährlich Studentinnen und Studenten in einem simulierten Schiedsprozess in die Rolle von Anwälten. Professor Rüßmann und seine Jura-Teams fahren hier regelmäßig Spitzenergebnisse für die Universität ein. Auch 2019 konnte sich das Team der Saar-Uni wieder über eine Auszeichnung bei der Jura-WM freuen. Der Schriftsatz für die Beklagte erhielt eine ´Honourable Mention´. Damit gehörte das Team zu den besten 10 Prozent unter den teilnehmenden Unis.
Die Asko Europa-Stiftung engagiert sich seit 2016 bei diesem Wettbewerb und stiftet die Preisgelder für das Gewinnerteam.

Professorin Anna Hirsch als Young Medicinal Chemist ausgezeichnet

Die Europäische Föderation für Medizinische Chemie (EFMC) hat im Rahmen des internationalen Symposiums „Advances in Synthetic and Medicinal Chemistry“ in Athen junge medizinische Chemiker, die eine Hochschullaufbahn verfolgen, mit dem Young Medicinal Chemist in Academia-Preis ausgezeichnet - unter ihnen Anna Hirsch, Leiterin der Abteilung „Wirkstoffdesign und Optimierung“ am Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) und Professorin für Medizinische Chemie an der Saar-Uni. Sie wurde mit dem Runner-Up-Preis geehrt. Anna Hirsch forscht an der Entwicklung neuer Strukturklassen von Antibiotika mit neuartigem Wirkmechanismus, die gegen gramnegative oder grampositive Bakterien wirken. Dabei nutzt sie Strukturinformationen von Zielproteinen, um Leitstrukturen für die Entwicklung neuer Wirkstoffe zu entwerfen. Mit ihrem Team setzt sie innovative Methoden wie die dynamisch-kombinatorische Chemie ein, bei der die Wirkstoff-Bausteine einzeln hergestellt werden und erst im Reagenzglas miteinander reagieren. Dieser Ansatz ermöglicht die Optimierung der Moleküle und beschleunigt den Entwicklungsprozess.

Anna Hirsch hat 2008 an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich promoviert. Nach einem Aufenthalt als Postdoc in Strasbourg (Frankreich) übernahm sie 2010 eine Stelle als Assistant Professor und 2015 als Associate Professor für Strukturbasierte Wirkstoffentwicklung an der Universität von Groningen (Niederlande). Seit Mai 2017 ist sie Professorin für Medizinische Chemie in Saarbrücken und leitet am HIPS die Abteilung „Wirkstoffdesign und Optimierung“ [mehr] Der Europäische Forschungsrat (ERC) fördert ihre Forschung seit 2018 mit einem renommierten ERC Starting Grant.

Ehrendoktorwürde für zwei Steuerberater

Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät hat den Steuerberatern Armin Pfirmann und Hans-Jürgen A. Feyerabend die Ehrendoktorwürde verliehen. Beide haben sich auf besondere Weise für die Wirtschaftswissenschaft an der Universität des Saarlandes engagiert. Armin Pfirmann hat an der Saar-Uni Betriebswirtschaftslehre studiert und war wissenschaftlicher Mitarbeiter von Professor Günter Wöhe. Er ist heute Geschäftsführender Gesellschafter der Dornbach Gruppe in Saarbrücken,  einer der größten mittelständischen Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzleien in Deutschland. Bereits seit 2004 lehrt Armin Pfirmann an der Saar-Universität und hat seitdem viele wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht.  Der Rechtsanwalt und Steuerberater Hans-Jürgen A. Feyerabend wurde nach seinem Jura-Studium in Frankfurt  international wichtigster Partner im Bereich der Finanzdienstleistungen bei KPMG, einer der größten Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsunternehmen der Welt. Auch er ist in der Lehre für die Studierenden der Saar-Uni aktiv und hat vielfältig wissenschaftlich publiziert.

80. Geburtstag von Professor Peter Weinberg

Foto: Universität Gesamthochschule Paderborn

Seinen 80. Geburtstag feierte am 3. Juli 2019 der emeritierte Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Marketing, und frühere Direktor des Saarbrücker Instituts für Konsum- und Verhaltensforschung Dr. Peter Weinberg.
Nach dem Studium des Wirtschaftsingenieurwesens an der TU Berlin wirkte der in Tallinn geborene Jubilar als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. 1969 an der TU Berlin mit Auszeichnung promoviert, setzte er seine Laufbahn in Saarbrücken an dem von Prof. Werner Kroeber-Riel geleiteten Lehrstuhl für Absatz- und Konsumforschung und dem Institut für Konsum- und Verhaltensforschung als Mitarbeiter und Assistenzprofessor bis zur Habilitation fort. Von 1974 bis 1996 agierte er als ordentlicher Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Absatz-, Konsum- und Verhaltensforschung, an der Universität Gesamthochschule Paderborn. Zum 1. Oktober 1996 folgte er dem Saarbrücker Ruf in der Nachfolge seines verstorbenen akademischen Lehrers Prof. Kroeber-Riel und leitete bis zu seiner Emeritierung Ende 2005 das Institut für Konsum- und Verhaltensforschung. In der Laufbahn des Jubilars spiegelt sich auch die Entwicklung der Konsumentenverhaltensforschung, die er mit seinem weiten Schülerkreis maßgeblich mitgeprägt hat. Zu Standardwerken gehören seine Studien „Das Entscheidungsverhalten der Konsumenten“ (1982), „Nonverbale Marktkommunikation“ (1986) oder seine Analysen zum „Erlebnismarketing“ (1992) sowie zur Kundenbindung und zu virtuellen Konsumwelten. Außerdem hat er bis zur 8. Auflage 2003 die von Prof. Kroeber-Riel erarbeitete Monographie „Konsumentenverhalten“ aktualisiert. Er ist Träger der Viktor-Matja-Medaille der Werbewissenschaftlichen Gesellschaft Österreichs und hat als Dekan und Prodekan umfangreiche Aufgaben in der akademischen Selbstverwaltung übernommen. Sein Oeuvre umfasst rund tausend Publikationen.

 

85. Geburtstag von Professor Bernd Lindemann

Foto: Saar-Uni

Am 10. Juni 2019 kann der Professor für Physiologie an der Universität des Saarlandes, Dr. Bernd Lindemann, in Homburg seinen 85. Geburtstag begehen. Der Jubilar studierte Medizin in Hamburg, Tübingen und München. Es folgten die Dissertation am Physiologischen Institut der Universität Hamburg und ein Forschungsaufenthalt an der Harvard Medical School in Boston. 1965 kam er als Assistent an das II. Physiologische Institut der Universität in Homburg. Nach der Habilitation wurde er 1969 zum Dozenten und ein Jahr später zum Abteilungsvorsteher „Membranforschung an Epithelien“ sowie zunächst zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Nach der Gründung des Sonderforschungsbereichs 38 „Membranforschung“ leitete er dort als Forschungsprofessor der Deutschen Forschungsgemeinschaft über viele Jahre verschiedene Teilprojekte. Ab 1980 war er stellvertretender Sprecher des SFBs, ebenso beim folgenden Sonderforschungsbereich 246, wo er von 1991 bis 1993 das Sprecheramt innehatte. Außerdem fungierte er von 1990 bis 1992 als stellvertretender Prodekan des Fachbereichs „Theoretische Medizin“.
Neben dem Ionentransport durch Zellmembranen wurde die Physiologie des Geschmacksinnes Forschungsschwerpunkt von Prof. Lindemann. Die Publikation „Taste Reception“ in den „Physiological Reviews“ 1996 wurde seine meistzitierte Arbeit. Innerhalb von zehn Jahren warb er insgesamt 2,3 Millionen D-Mark an Drittmitteln ein, weit mehr als sein universitäres Budget betrug. Seine Mitarbeiter waren überwiegend Stipendiaten aus USA, Indien, Japan und anderen Ländern. 1998 trat Prof. Lindemann in den Ruhestand, um noch mehrere Jahre weiterzuforschen und einen halbjährigen Aufenthalt an der Kyushu-Universität in Japan anzutreten. Sein wissenschaftliches Oeuvre umfasst 125 Veröffentlichungen zu physiologischen Themen, darunter acht Beiträge in „Science and Nature“. Er schrieb auch Romane und Erzählungen, darunter „Museumsgeschichten“. Gegenwärtig beschäftigt er sich mit philosophischen Aspekten der Physiologie.

Günter Hotz wird Ehrensenator der Saar-Uni

Foto: Oliver Dietze

Im Rahmen der 50-Jahresfeier der Saarbrücker Informatik hat Uni-Präsident Manfred Schmitt die Ehrensenatorenwürde an den emeritierten Informatik-Professor Günter Hotz verliehen. Dieser gilt als einer der Väter der Informatik in Deutschland. Er hat maßgeblich zur Entwicklung des Fachs an deutschen Hochschulen beigetragen. An der Universität des Saarlandes hat er die Grundlagen dafür gelegt, dass sich die Saarbrücker Informatik zu einer der besten Informatikstandorte weltweit entwickelt hat. Günter Hotz war federführend an der Berufung der äußerst erfolgreichen ersten Generation an Informatik-Professoren an der Universität des Saarlandes beteiligt. "Diese mutige und weitsichtige Berufungsstrategie, die bis heute in der Informatik Tradition hat, war eine wesentliche Grundlage für den Erfolg der Saarbrücker Informatik", hob Universitätspräsident Manfred Schmitt in seiner Laudatio hervor [mehr].

90. Geburtstag von Professor Heinz König

Am 16. Mai kann in Saarbrücken der emeritierte Professor für Mathematik und frühere Prorektor der Universität Dr. Dr. h.c. Heinz König seinen 90. Geburtstag begehen. Seit 1965 wirkt der in Stettin geborene Jubilar und Ehrendoktor der Universität Karlsruhe am Mathematischen Institut der Universität des Saarlandes. Gastprofessuren führten ihn an Universitäten in aller Welt. Im Zentrum seines wissenschaftlichen Lehrens und Forschens steht die Mathematische Analysis.

Prof. König hat sich sowohl als akademischer Lehrer und innovativer Forscher als auch in fachwissenschaftlichen Gremien und der akademischen Selbstverwaltung engagiert. Unter anderem war er Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates des renommierten Mathematischen Forschungsinstituts Oberwolfach und Mitherausgeber des „Archivs der Mathematik“. In der Deutschen Forschungsgemeinschaft fungierte er als leitender Fachgutachter für Mathematik und Gründungsmitglied des Auswahlausschusses für das Heisenberg-Programm. Außerdem war er Gründungsvorsitzender der „Gesellschaft für Mathematik, Ökonomie und Operations Research“. 2006 wurde ihm die Otto Volk-Medaille in Bronze der Universität Würzburg verliehen. An der Saar-Uni leitete er 1970/71 als Dekan die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät und agierte von 1971 bis 1973 als Prorektor der Universität. Ferner war er viele Jahre Vertrauensdozent der Studienstiftung des Deutschen Volkes, Senatsbeauftragter für Internationale Angelegenheiten und Vorstandsmitglied des Deutsch-Amerikanischen Instituts Saarbrücken e.V.

Neuer Professor für Polymerchemie

Prof. Markus Gallei (Foto: privat)

Markus Gallei studierte Chemie an der Technischen Universität Darmstadt, an der er im Jahr 2010 zum Thema „Synthese funktionaler Metallo-Blockcopolymerer“ mit Auszeichnung promovierte. Nach seiner Promotion arbeitete er am Helmholtz-Zentrum Geesthacht sowie im Zuge mehrerer Forschungsaufenthalte am Massachusetts Institute of Technology. Zuletzt war er Nachwuchsgruppenleiter im Fachbereich Chemie an der TU Darmstadt.

Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in der Herstellung „reizbarer“ Polymere zum Schalten weicher Materie. Solche auch als intelligent bezeichneten Polymere reagieren schnell und reversibel auf Änderung der Temperatur, des pH-Werts, auf Licht, mechanische Belastung und auf externe elektrische oder magnetische Felder. Schaltbare Polymere können als optische Sensoren oder Filter dienen. Sie können außerdem zum Einsatz kommen, um Verunreinigungen zu detektieren und zu entfernen oder um Wertstoffe gezielt anzureichern.

Seine Forschungsvorhaben wurden insbesondere von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Landesexzellenz-Clustern (LOEWE) und Stipendien gefördert und mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. An der Universität des Saarlandes wird er seine wissenschaftlichen Arbeiten an intelligenten Polymeren fortsetzen und den Bereich NanoBioMed weiter verstärken.

Professor Heinz Schmidt 90 Jahre alt

Prof. Schmidt. Foto: privat

Am 18. März 2019 kann der Professor für Physiologie an der Universität des Saarlandes Dr. Heinz Schmidt in Homburg seinen 90. Geburtstag begehen. Im westpfälzischen Großbundenbach geboren, ist der Jubilar der Universität des Saarlandes seit ihrer Gründung verbunden. Im Wintersemester 1948/49 begann er das Studium der Medizin, das er 1955 mit der Promotion und der Bestallung als Arzt abschloss. 1964 habilitierte er sich für das Fach Physiologie an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes mit seiner Studie „Die Abhängigkeit des Ruhepotentials markhaltiger Nervenfasern vom Elektrolytgehalt der Außenflüssigkeit“.

Seit 1969 außerplanmäßiger Professor, wurde der Jubilar 1973 zum C3-Professor ernannt. Zwischen 1969 und 1989 fungierte er in den Homburger Sonderforschungsbereichen 38 und 246 als Projektleiter. Zum 1. April 1994 trat der Jubilar in den Ruhestand.

Neben Forschung und Lehre engagierte sich Prof. Schmidt in besonderer Weise in der akademischen Selbstverwaltung. Unter anderem agierte er jeweils rund 30 Jahre als stellvertretender Vorsitzender des Prüfungsausschusses und als Vorsitzender des Förderungsausschusses der Medizinischen Fakultät, wirkte zeitweise als Beauftragter für das Tutorenprogramm, gehörte dem Vorstand des Studentenwerks an und leitete vom Wintersemester 1992/93 bis zum Beginn des Sommersemesters1994 als Prodekan den Fachbereich 3 Theoretische Medizin.

85. Geburtstag von Professor Reinhard Schneider

Prof. Dr. Reinhard Schneider (Foto: Saar-Uni)

Seinen 85. Geburtstag kann am 13. März 2019 Dr. Reinhard Schneider, emeritierter Professor für Mittelalterliche Geschichte, in seiner Heimatstadt Berlin begehen. Er studierte Geschichte, Lateinische Philologie, Romanistik und Philosophie an der Freien Universität und war fünf Jahre als Gymnasial-Lehrer tätig. Nach seiner Dissertation 1963 wirkte er am Berliner Friedrich-Meinecke-Institut und habilitierte sich 1971 mit der Studie „Königswahl und Königserhebung im Frühmittelalter. […]“; zudem war er Sprecher eines Forschungsschwerpunkts „Zisterzienser“. 1974/75 übernahm er den Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte an der Philipps-Universität Marburg und hatte dort 1978/79 das Dekanat des Fachbereichs Geschichtswissenschaften inne.

Von 1980 bis zu seiner Emeritierung 2001 lehrte und forschte Reinhard Schneider als C4-Professor an der Saar-Uni. Er agierte unter anderem als Sprecher des Landesverbandes Saar des Deutschen Hochschulverbandes, leitete zwischen 1987 und 1989 als Dekan die Philosophische Fakultät und initiierte die Gründung des Universitätsarchivs. Außerdem war er von 1984 bis 1999 Vorsitzender der Kommission für Saarländische Landesgeschichte und gehört dem renommierten „Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte“ sowie weiteren wissenschaftlichen Vereinigungen an.

In seinen Publikationen widmete sich Prof. Schneider der Geschichte des Frankenreichs, der Rechts- und Verfassungsgeschichte des Mittelalters, der Geschichte des Königtums, der Zisterzienserforschung sowie dem Themenbereich Wahlen und Wählen im Mittelalter. Außerdem engagierte er sich maßgeblich im Forschungsschwerpunkt „Grenzregionen und Interferenzräume“ der Philosophischen Fakultät. Zuletzt ist im Oktober 2012 seine Monographie „Vom Dolmetschen im Mittelalter. Sprachliche Vermittlung in weltlichen und kirchlichen Zusammenhängen“ erschienen.

DFH-Exzellenzpreise für Uni-Absolventen

DFH-Präsident D. Capitant, Nathalie Wagner, J. Renard (ASKO Europa-Stiftung) und DFH-Vizepr. O. Mentz (v.l.) © Jacek Ruta

Eine Auszeichnung der Deutsch-Französischen Hochschule für ihre Abschlussarbeit erhielt die Luxemburgerin Nathalie Wagner, Absolventin des trinationalen Masterstudiengangs „Deutsch-Französische Studien: Grenzüberschreitende Kommunikation und Kooperation“. In ihrer Arbeit bei Prof. Hans-Jürgen Lüsebrink hat sie sich mit dem „didaktischen Potenzial von Literatur für die Vermittlung interkultureller Kompetenzen“ auseinandergesetzt. Ihr Preis wurde von der ASKO Europa-Stiftung gefördert.

Björn Schümann (© Jacek Ruta/DFH-UFA)

Ebenfalls ausgezeichnet wurde Björn Schümann für seine Abschlussarbeit im Studiengang „Studien des deutschen und französischen Rechts“, den er in Saarbrücken und Straßburg absolviert hat. Der Titel seiner Arbeit lautete: „Der Rückgriff auf hard law und soft law bei der Behandlung behinderter Menschen im europäischen Arbeitsrecht“. Förderer des Preises ist die Deutsch-Französische Juristenvereinigung.

Die Deutsch-Französische Hochschule (DFH) würdigt mit der Verleihung ihrer Exzellenzpreise seit über zehn Jahren Studienabsolventen mit hervorragenden bi- oder trinationalen Studienabschlüssen. In diesem Jahr wurden in der Französischen Botschaft in Berlin am 24. Januar insgesamt elf Exzellenzpreise vergeben; sie sind mit jeweils 1.500 Euro dotiert.

85. Geburtstag von Professor Rainer Rath

Prof. Dr. Rainer Rath. Foto: privat

Am 16. Januar 2019 kann der emeritierte Professor für Deutsche Gegenwartssprache Rainer Rath seinen 85. Geburtstag begehen. Er studierte Germanistik und Geschichte an der Freien Universität Berlin, der Universität Erlangen und der Universität des Saarlandes. Nach der Magisterprüfung arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Hans Eggers – vor allem in dessen Saarbrücker Sonderforschungsbereich „Elektronische Sprachforschung“. Mit seiner Studie „Die Partizipialgruppe in der deutschen Gegenwartssprache“ wurde Rainer Rath 1970 promoviert und 1971 zum Wissenschaftlichen Rat und Professor an der Universität Erlangen-Nürnberg berufen. 1973 übernahm er in Saarbrücken die neue Professur „Deutsche Gegenwartssprache“, die er bis zu seiner Emeritierung zum 31. März 2002 innehatte.

Gastvorlesungen führten ihn nach Österreich und nach Sofia und Warschau. Dank der Herder-Stiftung wirkte er auch nach seiner Emeritierung drei Semester lang als Gastprofessor an der Universität Warschau. Mit seinem Namen verbunden ist das von der DFG geförderte Projekt „Gastarbeiterkommunikation“ und das „Grammatiktelefon“, das zwischen April 1989 und Juni 1991 der kostenlosen Sprachberatung diente. In seinen Studien widmete sich Rath unter anderem der gesprochenen Sprache und der Dialogforschung. Wesentliche Ergebnisse publizierte er 1979 in dem Buch „Kommunikationspraxis – Analysen zu Textbildung und Textgliederung im gesprochenen Deutsch“.

In der akademischen Selbstverwaltung engagierte er sich als Prodekan seines Fachbereichs und als Senator und kandidierte im Juli 1979 bei der Präsidentenwahl gegen den späteren Amtsinhaber Professor Paul Müller. In den hochschulpolitischen Struktur- und Spardebatten wandte er sich stets gegen die einseitige Fixierung auf die Naturwissenschaften und betonte die herausragende Bedeutung der Geisteswissenschaften für das kulturelle Gedächtnis gerade in einer modernen industriell geprägten Gesellschaft. Zwischen 1979 und 1989 gehörte der Sozialdemokrat auch dem Saarbrücker Stadtrat an und leitete von1982 bis 1987 als Vorsitzender die damals selbständige Volkshochschule Dudweiler.

Alt-Rektor Professor Hellmuth Sitte verstorben

Prof. Dr. Hellmuth Sitte. Foto: Saar-Uni

Die Universität des Saarlandes trauert um ihren Altrektor und emeritierten Professor für Allgemeine Biologie Dr. Hellmuth Sitte, der sieben Monate nach seinem 90. Geburtstag am 6. Dezember 2018 in Innsbruck verstorben ist. Er war der Universität seit über 50 Jahren eng verbunden und agierte vor der Einführung der Präsidialverfassung von 1969 bis 1973 als letzter Rektor.

Als junger Wissenschaftler wandte er sich in seinem umfassenden Studium der Naturwissenschaften der Elektronenmikroskopie zu sowie der Entwicklung von Ultramikrotomen, mit denen sich extrem dünne Schnittpräparate herstellen lassen, und trug wesentlich zur Etablierung der Ultrastrukturforschung in Europa bei. Mehrere ehrenvolle Berufungen – unter anderem einen Ruf an die Harvard-Universität – lehnte er bereits in jungen Jahren ab. Der Heidelberger Habilitation im Fach „Zellenlehre und Elektronenmikroskopie“ folgte 1963 der Wechsel nach Homburg, wo er die „Elektronenmikroskopische Abteilung“ der Medizinischen Fakultät leitete. 1966 übernahm er das Homburger Ordinariat für „Cytologie und Elektronenmikroskopie“, das 1972 in „Allgemeine Biologie für Mediziner“ umbenannt wurde. Bis zu seiner Emeritierung Ende September 1996 wirkte er auf dem Homburger Campus. Als außerordentlich engagierter und beliebter akademischer Lehrer begleitete er Generationen von Studierenden. Sein wissenschaftliches Oeuvre umfasst rund 100 Publikationen und weit über 200 Patente aus dem Bereich der Ultramikrotomie und der Tieftemperaturtechnik.

Als letzter Rektor vor Einführung der Präsidialverfassung leitete er zwischen 1969 und 1973 die Saar-Universität in der angespannten Atmosphäre des hochschulpolitischen Umbruchs und bemühte sich in außerordentlicher Weise um Konsens bei den schwierigen Beratungen der damaligen Universitätsgesetze und der Universitätsverfassung. Nach dem Rektorat wirkte er lange als Vertrauensdozent der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Der Träger des Saarländischen und Luxemburgischen Verdienstordens wurde 1993 zum Ehrenmitglied der ehrwürdigen Royal Microscopical Society in Oxford ernannt und gehörte zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften an. 2016 hat er persönliche Impressionen unter dem Titel „Was wirklich zählt – Gedanken eines unverbesserlichen Optimisten“ veröffentlicht.

Karl-Heinz-Beckurts-Preis für Michael Backes

Michael Backes, Gründungsdirektor des Helmholtz-Zentrums für IT-Sicherheit (Cispa) und Informatik-Professor der Saar-Uni, erhält den Karl-Heinz-Beckurts-Preis. Es ist einer der renommiertesten Forschungspreise Deutschlands. Die Karl Heinz Beckurts-Stiftung würdigt mit der Auszeichnung herausragende wissenschaftliche und technische Leistungen, von denen erkennbare und von den Preistraägern gefoörderte Impulse fuür Innovationen in Deutschland ausgehen. Vorgeschlagen wurde Professor Backes von Volker Linneweber, dem ehemaligen Praäsidenten der Universitaät des Saarlandes: „Aus meiner Sicht handelt es sich bei Michael Backes um eine außergewoöhnliche Persönlichkeit im wissenschaftlichen Bereich, wie es sie nur alle paar Jahrzehnte gibt.“

Die aktuellen Forschungsschwerpunkte von Professor Backes sind die Entwicklung von Methoden zum Schutz persoönlicher Daten, insbesondere in der Medizin, die Erforschung vertrauenswuürdiger Methoden zum maschinellen Lernen, sowie universelle Loösungen in der Software- und Systemsicherheit. Seine Forschungsergebnisse sind durch mehr als 250 referierte Publikationen in den führenden international anerkannten Zeitschriften und Tagungsbaänden nachgewiesen und durch wissenschaftlich renommierte Preise ausgezeichnet.

Mathematiker Alfred Louis vom Sobolev-Institut für Lebenswerk geehrt

Als erster Westeuropäer ist Alfred Louis, Professor für Angewandte Mathematik der Universität des Saarlandes, mit der Goldmedaille des weltbekannten Sobolev-Instituts für Mathematik der Russischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet worden. Louis wurde für seine grundlegenden Forschungsleistungen im Bereich der Theorie und Algorithmenentwicklung für so genannte inverse Probleme, die sehr schwer lösbar sind, geehrt. Dieser Teilbereich der Mathematik spielt für viele Anwendungen in der Medizintechnik und bei zerstörungsfreien Prüfverfahren eine wichtige Rolle [mehr].

Dr. Gregor Fuhrmann mit Nachwuchspreis ausgezeichnet

Im Rahmen ihrer Jahrestagung hat die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft (DPhG) am 4. September Gregor Fuhrmann mit dem Nachwuchspreis der Horst-Böhme-Stiftung der DPhG ausgezeichnet. Der promovierte Pharmazeut und Apotheker leitet die Nachwuchsgruppe „Biogene Nanotherapeutika“ am Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS), einem Standort des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Kooperation mit der Universität des Saarlandes. Der mit 5000 Euro dotierte Preis fördert hervorragende Nachwuchswissenschaftler, die eine Hochschullaufbahn einschlagen wollen.

Gregor Fuhrmann arbeitet mit seinem Team an extrazellulären Vesikeln – kleinen Membranbläschen, die Zellen und Bakterien zum Informationsaustausch nutzen. Diese natürlichen Nanopartikel kombiniert Fuhrmann mit Biomaterialien, um damit die Diagnose- und Therapiemöglichkeiten von Infektionen und Entzündungen zu verbessern. Ziel ist es, die Vesikel als Wirkstofftaxis einzusetzen. Daneben hat er kürzlich eine Gruppe von bakteriellen Vesikeln entdeckt, die antibiotisch wirken und gleichzeitig in in vitro-Zellmodellen nicht toxisch sind.

Gregor Fuhrmann hat an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich promoviert und die ETH-Medaille für herausragende Leistungen erhalten. Danach forschte er am Imperial College in London. 2016 warb er eine Förderung über das BMBF-Exzellenzprogramm „NanoMatFutur“ ein, mit der er seine jetzige Forschungsgruppe am HIPS gründete. Insgesamt hat Fuhrmann seit seiner Promotion rund 2,6 Millionen Euro Drittmittel eingeworben.

Ehemaliger Universitätspräsident Professor Günther Hönn wird 80 Jahre alt

Prof. Dr. Günther Hönn (Foto: Saar-Uni)

Am 7. August kann der ehemalige Präsident der Universität des Saarlandes und Professor für Bürgerliches Recht, Handels-, Wirtschafts- und Arbeitsrecht Dr. Günther Hönn seinen 80. Geburtstag begehen.
Nach seinem Studium der Rechtswissenschaft an den Universitäten Frankfurt/Main, Wien und Freiburg und der Promotion an der Universität Frankfurt 1969 arbeitete Günther Hönn als Wirtschaftsjurist und Leiter der Rechtsabteilung der Lever-Sunlicht GmbH in Hamburg. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter und später als Hochschulassistent wechselte er 1973 an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz und habilitierte sich 1980 mit seiner Studie „Kompensation gestörter Vertragsparität. Ein Beitrag zum inneren System des Vertragsrechts“. Eine Professur an der Freien Universität Berlin war die nächste Station seiner wissenschaftlichen Laufbahn, ehe er im Oktober 1984 die Nachfolge von Prof. Fritz Brecher auf dem Saarbrücker Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels-, Wirtschafts- und Arbeitsrecht antrat.
Hier agierte Prof. Hönn 1991/1992 als Vizepräsident für Lehre und Studium. Nach dem krankheitsbedingten Rücktritt von Prof. Richard Johannes Meiser wählte ihn das Konzil 1992 zu dessen Nachfolger als Universitätspräsident. Seine bis 2000 dauernde Amtszeit war geprägt durch schwierige Struktur- und Spardebatten im Spannungsfeld zwischen universitärer Autonomie und knappen finanziellen Ressourcen. Unter diesen Vorzeichen fand am 11. Juli 1996 die größte Demonstration der Universitätsgeschichte gegen die Sparpolitik der Landesregierung unter dem Motto „Eine Universität braucht ein Land“ statt; sie führte zu einer breiten Solidarisierung mit der Universität und einer Reduktion der „zuvor diskutierten abenteuerlichen Einsparungen“.

Während Prof. Hönns Präsidentschaft erfolgte aber auch der weitere universitäre Ausbau auf dem Campus, unter anderem mit den Neubauten der Informatik, des Science Park oder des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz. Zudem wurde die Kooperation der Universität mit anderen Hochschulen auf regionaler und internationaler Ebene vertieft. Nach der Amtsübergabe an seine Nachfolgerin Prof. Margret Wintermantel kehrte Prof.  Hönn auf seinen Lehrstuhl zurück und arbeitete über seinen Eintritt in den Ruhestand Ende September 2004 hinaus weiter in seinem Fachgebiet. Er hat in mehreren Auflagen Fallsammlungen und Studienbücher zum „Wettbewerbs- und Kartellrecht“ veröffentlicht und an Kommentaren zum Bürgerlichen Gesetzbuch mitgewirkt. Auch heute ist er noch im Rahmen des gemeinsamen Master-Fernstudiums „Wirtschaftsrecht für die Unternehmenspraxis“ mit der Technischen Universität Kaiserslautern tätig.

Augenarzt spendet Uni-Augenklinik umfangreiche Fachbibliothek

Dr. Arno Högel (Foto: Klinik)

In über 45 Jahren Tätigkeit als Augenarzt hat Dr. Arno Högel eine Vielzahl an Fachbüchern zusammengetragen. Im Laufe der Zeit ist so eine beachtliche Bibliothek entstanden, die neben Standardwerken auch zahlreiche Kostbarkeiten der Augenheilkunde umfasst. Am 17. Juni 2019 hat Arno Högel diese handverlesene medizinische Sammlung offiziell der Universitäts-Augenklinik in Homburg überreicht.

In einer Feierstunde dankte der Direktor der Augenklinik, Professor Berthold Seitz, Dr. Högel herzlich für diese Bücherspende, die nun der medizinischen Aus- und Weiterbildung zugutekommen wird. „Die Fachbücher stellen einen enormen Wert dar. Etliche davon sind nicht mehr auf dem Markt erhältlich“, betonte Professor Seitz. „Zur Sammlung gehören auch zahlreiche ältere Handbücher und Raritäten der Augenheilkunde von epochaler Bedeutung in deutscher und englischer Sprache.“ Die Bücherspende wurde in die klinikeigene Bibliothek integriert. „Sie kommt nun unter anderem den jungen Assistenzärztinnen und -ärzten bei ihrer Ausbildung zu Gute“, erklärte Professor Seitz.

Arno Högel, Ehrenvorsitzender der Augenärzte des Saarlandes, war viele Jahrzehnte als Augenarzt in Blieskastel tätig. Der ehemalige leitende Oberarzt an der Augenklinik Sulzbach fungierte außerdem als ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht in Saarbrücken. Viele Jahre engagierte er sich als Vorsitzender des Berufsverbandes und des Saarländischen Ärztesyndikats der Augenärzte des Saarlandes. Er ist langjähriges Mitglied im Vorstand der Knappschaftsärzte des Saarlandes, daneben auch Gutachter der Bundesknappschaft für das Sozialamt und die Ärztekammer sowie Kontaktlinsenobmann.

In einer Feierstunde dankte der Direktor der Uni-Augenklinik, Prof. Berthold Seitz (l.), Dr. Arno Högel für die Bücherspende.

Tanja Michael ist Fellow der Association for Psychological Science

Tanja Michael, Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität des Saarlandes, ist für ihre anhaltenden und herausragenden Beiträge zur psychologischen Forschung zum Fellow der Association for Psychological Science (APS) ernannt worden. Damit befinde sich Tanja Michael in der Gesellschaft der prominentesten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihrer Disziplin, so APS-Präsidentin Barbara Tversky im Begleitschreiben zur Ehrung. Tatsächlich stehen auf der Liste der APS-Fellows nur sehr wenige deutsche Psychologen. Die APS gilt als führende wissenschaftliche Gesellschaft im Fach Psychologie.

Tanja Michael, die an der Universität des Saarlandes außedem die Psychotherapeutische Universitätsambulanz leitet, an der zum Beispiel Patienten mit Angststörungen oder Traumata behandelt werden, wurde darüber hinaus am 4. Juni 2019 vom Magazin „Focus“ erneut in die Liste der Top-Mediziner in Deutschland aufgenommen. Darin listet das Magazin die besten Mediziner für bestimmte Fachgebiete auf, darunter auch Expertinnen und Experten für Psychotherapie. Tanja Michael wird seit 2011 regelmäßig zu den „Top-Medizinern“ gezählt. 

Vizepräsident Roland Rolles im Amt bestätigt

Foto: Jörg Pütz

Roland Rolles, seit 2013 Vizepräsident für Verwaltung und Wirtschaftsführung der Universität des Saarlandes, wurde jetzt vom Hochschulrat für weitere sechs Jahre in das Amt gewählt. Universitätpräsident Manfred Schmitt hatte ihn für die erneute Amtszeit vorgeschlagen und dazu die Zustimmung vom Senat der Universität erhalten. Roland Rolles brachte vielfältige Erfahrungen aus der saarländischen Staatskanzlei sowie dem Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium in das Amt des Vizepräsidenten ein. Von 2010 bis 2013 war der heute 47-Jährige kaufmännischer Geschäftsführer des Leibniz-Instituts für Neue Materialien (INM). Rolles hat an der Saar-Uni Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik studiert und anschließend bei Professor August-Wilhelm Scheer promoviert.

Humboldt-Stipendiat am Lehrstuhl für Leichtbausysteme

Henrique Coelho Fernandes

Henrique Coelho Fernandes ist seit März 2019 Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung. Er forscht für ein Jahr als Gastprofessor am Lehrstuhl für Leichtbausysteme der Saar-Uni (Prof. Dr. Hans-Georg Herrmann). Während seines Forschungsaufenthaltes, den er in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung für Zustandsüberwachung und Lebensdauermanagement des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken absolviert, beschäftigt er sich mit Methoden zur Inspektion von Defekten in komplexen 3-D-Bauteilen aus Kohlefaserverstärkten Kunststoffen. Fernandes absolvierte ein Informatik-Studium an der Staatlichen Universität von Uberlandia (Brasilien) und promovierte anschließend an der Laval Universität (Kanada) im Bereich Elektrotechnik. Derzeit ist er Junior-Professor an der Staatlichen Universität von Uberlandia. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der digitalen Bildverarbeitung, zerstörungsfreien Prüfmethoden, insbesondere der Thermografie, und Faserverstärkten Kunststoffen.

Neuer Professor für Romanische Kulturwissenschaft

Prof. Markus Messling (Foto: privat)

Markus Messling ist neuer Professor für Romanische Kulturwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation.

Messling studierte in Berlin und Lyon. Seine Promotion im Rahmen eines DFG-Projekts an der FU Berlin erhielt den Tiburtius-Preis der Berliner Hochschulen. Nach Stationen als Projektleiter Wissenschaft und Forschung bei der ZEIT-Stiftung sowie als Postdoktorand an der Pariser École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS) leitete er die DFG-Emmy Noether-Nachwuchsgruppe „Philologie und Rassismus in Frankreich, Deutschland, Spanien und Italien im 19. Jahrhundert“ in Potsdam. Hier erhielt er 2010 den mit 20.000 Euro dotierten Nachwuchswissenschaftler-Preis des Landes Brandenburg und habilitierte sich 2015 mit der Forschungsarbeit „Gebeugter Geist. Rassismus und Erkenntnis in der modernen europäischen Philologie“. 2015 wurde er zum Stellvertretenden Direktor des Centre Marc Bloch Berlin ernannt, 2018 zum Professor für Romanische Literaturwissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin.

Markus Messling war Fellow der School of Advanced Study der Universität London und Visiting Scholar der Universität Cambridge sowie Gastprofessor der EHESS Paris und der Kobe University in Japan. Er beriet den französischen Generalkommissar für die französische Präsenz auf der Frankfurter Buchmesse 2017.

Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in der frankophonen Kulturtheorie sowie Literatur- und Kulturwissenschaft, der historischen Anthropologie und Wissensgeschichte, der Ästhetik und Materialität der Kommunikation, der Politik der Literatur, sowie der materiellen und intellektuellen Konsequenzen aus der postkolonialen Theorie.

2018 zeichnete der European Research Council den Romanisten mit einem Consolidator Grant über zwei Millionen Euro aus, mit dem er an der Universität des Saarlandes ein Team zum Thema „Minor Universality. Narrative World Productions After Western Universalism“ leiten wird. Es wird mit Partnern weltweit der Frage nachgehen, wie sich das Zusammenleben in der Globalisierung neu denken lässt. „Das europäische Gesellschafts- und Wissensmodell erscheint vielen Menschen in der Welt durch die Kolonialgeschichte und ihre Folgen nicht mehr glaubwürdig. So erleben wir heute in allen Teilen der Welt – auch in Europa selbst – eine Ablehnung des Gemeinsamen und einen starken Rückbezug auf das Nationale. Wir werden daher der Frage nachgehen, wie in verschiedenen Medien und kulturellen Ausdrucksformen heute Erfahrungen einer geteilten Menschheit Gestalt finden und welche Geltung diesen Erfahrungen zugesprochen wird“, erklärt Markus Messling. Soeben erschien sein Buch „Universalität nach dem Universalismus. Über frankophone Literaturen der Gegenwart“.

85. Geburtstag von Professor Hermann Josef Schieffer

Prof. Dr. Hermann Josef Schieffer (Foto: Saar-Uni)

85 Jahre alt wird am 15. März 2019 der Professor für Innere Medizin der Universität des Saarlandes, frühere Direktor der III. Medizinischen Universitätsklinik und Dekan der Medizinischen Fakultät, Sanitätsrat Dr. Hermann Josef Schieffer.

1963 trat er als Assistent in die Medizinische Klinik der Saar-Uni ein und engagierte sich vor allem beim Aufbau der kardiologischen Abteilung. Nach der Anerkennung als Facharzt für Innere Medizin und dem Erwerb der Teilgebietsbezeichnung Kardiologie wurde er 1971 zum Oberarzt ernannt. 1972 folgten die Habilitation für das Fach Innere Medizin und die Ernennung zum H3-Professor. Von 1989 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahre 2000 wirkte der Jubilar als Direktor der III. Medizinischen Universitätsklinik mit Schwerpunkt Kardiologie/Angiologie. Prof. Schieffer gehört zahlreichen nationalen und internationalen Fachgesellschaften an. Er engagierte sich intensiv in der akademischen Selbstverwaltung und in der ärztlichen Fort- und Weiterbildung. So gehörte er lange mehreren universitären Gremien an, leitete drei Jahre lang als Prodekan den Fachbereich Klinische Medizin sowie von 1996 bis 1998 als Dekan die Medizinische Fakultät und war von 1994 bis 1995 Ärztlicher Direktor des Uniklinikums.

Seit 2001 prägt der Jubilar den von ihm begründeten „Emeriti-Kreis Homburger Hochschullehrer im Ruhestand“. Für seine Verdienste um die Ärzteschaft wurde Prof. Schieffer mit der Ernst-von-Bergmann-Plakette der Bundesärztekammer ausgezeichnet und 1999 zum Sanitätsrat ernannt. Die Ärztekammer des Saarlandes verlieh ihm 2012 die Carl-Erich-Alken-Medaille, nachdem er elf Jahre lang die dortige Ethikkommission geleitet hatte. Seine rund 300 Publikationen widmen sich schwerpunktmäßig der invasiven und nicht-invasiven Herz-Kreislauf-Funktionsdiagnostik und -therapie. Der Jubilar ist Mitautor zahlreicher Standardwerke der Inneren Medizin und Herausgeber einer Monographie über „Arterielle Hypertonie“ (1983) und „Katheterdiagnostik“ (1990 mit Roland Bach).

 

Heinz Maier-Leibnitz-Preis für Timo Speer

Timo Speer (Foto: UKS)

Timo Speer erhielt als zweiter saarländischer Nachwuchsforscher den renommierten Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2019. Speer, der in der Humanmedizin und Biologie promoviert hat, beschäftigt sich mit Fettstoffwechselstörungen als Risikofaktoren für arteriosklerotische Gefäßveränderungen, die zu Schlaganfällen oder Herzinfarkten führen können. Speer konnte zeigen, dass nicht alle Blutfette schädlich sind, sondern nur bestimmte modifizierte Fette eine arterienschädigende Wirkung bei Nierenkranken haben. Seine Erkenntnisse helfen dabei, Diagnosen zu verbessern und neue therapeutische Strategien zu entwickeln. Er verbindet dafür die Grundlagenforschung mit der klinischen Forschung. Dies spiegeln auch seine Positionen als Oberarzt, Laborleiter der experimentellen und translationalen Nephrologie sowie als Teilprojektleiter eines DFG-geförderten Sonderforschungsbereichs wider.

Wissenschaftspreis des Deutschen Olympischen Sportbundes

Dr. Monika Frenger (Foto: DOSB)

Erfolg beim Wettbewerb um die wichtigste Auszeichnung der deutschen Sportwissenschaft: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat Monika Frenger für ihre Doktorarbeit bei Sportsoziologe Professor Eike Emrich mit der Silbermedaille des DOSB-Wissenschaftspreises ausgezeichnet. Der Preis wurde ihr Mitte Januar 2019 in Potsdam überreicht.

Monika Frenger hat sich mit dem Problem- und Geschäftsfeld Doping befasst. In ihrer mehrfach preisgekrönten Doktorarbeit räumt sie mithilfe wissenschaftlicher Methoden mit Mythen rund um Doping auf. Ihre Erkenntnisse tragen dazu bei, die komplizierten sozio-ökonomischen Zusammenhänge im Geschäftsfeld Doping besser zu verstehen und sind damit Voraussetzung für wirkungsvolle Maßnahmen gegen Doping.

Monika Frenger liefere überraschende Erkenntnisse, die Anregungen für weitere Forschungen geben und auch die bisherige Anti-Doping-Politik kritisch hinterfragten, sagte Professor Achim Conzelmann, der Vorsitzende des Kuratoriums für die Verleihung des DOSB-Wissenschaftspreises, bei der Preisverleihung. Die herausragende Dissertation beschreite innovative methodische Wege und bereichere damit die quantitative empirische Sozialforschung in der Sportwissenschaft wesentlich.

Für ihre Arbeit hatte Monika Frenger bereits den Eduard-Martin-Preis der Universitätsgesellschaft des Saarlandes erhalten. Einen Bericht hierüber finden Sie hier.

Angel Alfaro erhält DAAD-Preis für ausländische Studierende

Foto: Sieber

Der peruanische Student Angel Alfaro Vega hat den Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender 2018 gewonnen. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert und wird jährlich an internationale Studierende deutscher Universitäten für besonders gute akademische Leistungen und außerordentliches gesellschaftliches oder interkulturelles Engagement vergeben.

Neben seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre in Lima lernte Angel Alfaro Deutsch und Englisch und kam 2010 ans Studienkolleg der Universität des Saarlandes. Derzeit studiert der 33-Jährige Romanistik mit Schwerpunkt Spanisch und Italienisch und belegt im Bachelor-Optionalbereich so viele kulturwissenschaftliche Lehrveranstaltungen wie möglich. Seit sechs Jahren engagiert sich Angel Alfaro bei der Fairtrade-Initiative der Universität. Als „Botschafter des fairen Handels“ informiert er Interessierte darüber, wie fairer Handel funktioniert und warum er wichtig ist. Gemeinsam mit anderen Studierenden organisiert er jede Woche einen Info- und Verkaufsstand im Mensa-Foyer, hin und wieder auch Aktionstage und Workshops. Vor zwei Jahren machte er den fairen Handel zum Thema eines Praktikums in seinem Heimatland, wo er Fair-Trade-Produzenten besuchte. Um Bewusstsein für die Idee des fairen Handels zu schaffen, hielt der Student während dieser Zeit auch Vorträge an zwei peruanischen Universitäten - vor Unileitung, Mitarbeitern und Studenten. Mit Erfolg: „Die Universidad Nacional de Piura hat inzwischen erste Schritte gemacht, um sich zu zertifizieren“, berichtet er. Zudem setzt sich Angel Alfaro für ausländische Studierende ein: Als „Wohnungstutor“ hilft er ihnen bei der Wohnungssuche und begleitet sie beispielsweise zum Vermieter.

Seine große Leidenschaft gilt der Kultur, insbesondere Film und Theater. Daher engagiert sich der Student ehrenamtlich als Schatzmeister beim GrAFiTi-Theaterfestival der Großregion. Seit 2010 steht er als Schauspieler der spanischen Schauspielgruppe „Los Mutantes“ an der Uni auf der Bühne. Seit 2014 hat er dort auch Regie geführt: Beispielsweise bei der 2017 aufgeführten Gangsterkomödie „König des Viertels“, für die er auch selber einige Szenen schrieb.

Christoph Bock mit Overton Preis geehrt

Christoph Bock, Foto: MPI

Der Bioinformatiker Christoph Bock wurde mit dem Overton Prize der International Society of Computational Biology (ISCB) ausgezeichnet. Einmal pro Jahr wird dieser Preis an weltweit einen einzigen Wissenschaftler verliehen, der am Beginn oder in der Mitte seiner Karriere steht und als kommende Leitfigur in der Bioinformatik angesehen wird. Christoph Bock hat an der Universität des Saarlandes promoviert und in der Arbeitsgruppe von Professor Thomas Lengauer am Max-Planck-Institut für Informatik an epigenetischen Biomarkern geforscht. Als Postdoc im Labor von Alexander Meissner am Broad Institute  führte er groß angelegte epigenomische Analysen von Stammzellen durch und war am Projekt Roadmap Epigenomics beteiligt. Seit 2012 bekleidet er als Principal Investigator eine Forscherstelle an Research Center for Molecular Medicine der Österreichischen der Wissenschaften in Wien und ist Gastprofessor an der Medizinischen Universität Wien. Er ist ebenfalls als einer der führenden Computerbiologen im Blueprint-Epigenom-Projekt der Europäischen Union und im Internationalen Humangenomprojekt tätig. [mehr]