Professor Heinz Schmidt 90 Jahre alt

Prof. Schmidt. Foto: privat

Am 18. März 2019 kann der Professor für Physiologie an der Universität des Saarlandes Dr. Heinz Schmidt in Homburg seinen 90. Geburtstag begehen. Im westpfälzischen Großbundenbach geboren, ist der Jubilar der Universität des Saarlandes seit ihrer Gründung verbunden. Im Wintersemester 1948/49 begann er das Studium der Medizin, das er 1955 mit der Promotion und der Bestallung als Arzt abschloss. 1964 habilitierte er sich für das Fach Physiologie an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes mit seiner Studie „Die Abhängigkeit des Ruhepotentials markhaltiger Nervenfasern vom Elektrolytgehalt der Außenflüssigkeit“.

Seit 1969 außerplanmäßiger Professor, wurde der Jubilar 1973 zum C3-Professor ernannt. Zwischen 1969 und 1989 fungierte er in den Homburger Sonderforschungsbereichen 38 und 246 als Projektleiter. Zum 1. April 1994 trat der Jubilar in den Ruhestand.

Neben Forschung und Lehre engagierte sich Prof. Schmidt in besonderer Weise in der akademischen Selbstverwaltung. Unter anderem agierte er jeweils rund 30 Jahre als stellvertretender Vorsitzender des Prüfungsausschusses und als Vorsitzender des Förderungsausschusses der Medizinischen Fakultät, wirkte zeitweise als Beauftragter für das Tutorenprogramm, gehörte dem Vorstand des Studentenwerks an und leitete vom Wintersemester 1992/93 bis zum Beginn des Sommersemesters1994 als Prodekan den Fachbereich 3 Theoretische Medizin.

85. Geburtstag von Professor Reinhard Schneider

Prof. Dr. Reinhard Schneider (Foto: Saar-Uni)

Seinen 85. Geburtstag kann am 13. März 2019 Dr. Reinhard Schneider, emeritierter Professor für Mittelalterliche Geschichte, in seiner Heimatstadt Berlin begehen. Er studierte Geschichte, Lateinische Philologie, Romanistik und Philosophie an der Freien Universität und war fünf Jahre als Gymnasial-Lehrer tätig. Nach seiner Dissertation 1963 wirkte er am Berliner Friedrich-Meinecke-Institut und habilitierte sich 1971 mit der Studie „Königswahl und Königserhebung im Frühmittelalter. […]“; zudem war er Sprecher eines Forschungsschwerpunkts „Zisterzienser“. 1974/75 übernahm er den Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte an der Philipps-Universität Marburg und hatte dort 1978/79 das Dekanat des Fachbereichs Geschichtswissenschaften inne.

Von 1980 bis zu seiner Emeritierung 2001 lehrte und forschte Reinhard Schneider als C4-Professor an der Saar-Uni. Er agierte unter anderem als Sprecher des Landesverbandes Saar des Deutschen Hochschulverbandes, leitete zwischen 1987 und 1989 als Dekan die Philosophische Fakultät und initiierte die Gründung des Universitätsarchivs. Außerdem war er von 1984 bis 1999 Vorsitzender der Kommission für Saarländische Landesgeschichte und gehört dem renommierten „Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte“ sowie weiteren wissenschaftlichen Vereinigungen an.

In seinen Publikationen widmete sich Prof. Schneider der Geschichte des Frankenreichs, der Rechts- und Verfassungsgeschichte des Mittelalters, der Geschichte des Königtums, der Zisterzienserforschung sowie dem Themenbereich Wahlen und Wählen im Mittelalter. Außerdem engagierte er sich maßgeblich im Forschungsschwerpunkt „Grenzregionen und Interferenzräume“ der Philosophischen Fakultät. Zuletzt ist im Oktober 2012 seine Monographie „Vom Dolmetschen im Mittelalter. Sprachliche Vermittlung in weltlichen und kirchlichen Zusammenhängen“ erschienen.

DFH-Exzellenzpreise für Uni-Absolventen

DFH-Präsident D. Capitant, Nathalie Wagner, J. Renard (ASKO Europa-Stiftung) und DFH-Vizepr. O. Mentz (v.l.) © Jacek Ruta

Eine Auszeichnung der Deutsch-Französischen Hochschule für ihre Abschlussarbeit erhielt die Luxemburgerin Nathalie Wagner, Absolventin des trinationalen Masterstudiengangs „Deutsch-Französische Studien: Grenzüberschreitende Kommunikation und Kooperation“. In ihrer Arbeit bei Prof. Hans-Jürgen Lüsebrink hat sie sich mit dem „didaktischen Potenzial von Literatur für die Vermittlung interkultureller Kompetenzen“ auseinandergesetzt. Ihr Preis wurde von der ASKO Europa-Stiftung gefördert.

Björn Schümann (© Jacek Ruta/DFH-UFA)

Ebenfalls ausgezeichnet wurde Björn Schümann für seine Abschlussarbeit im Studiengang „Studien des deutschen und französischen Rechts“, den er in Saarbrücken und Straßburg absolviert hat. Der Titel seiner Arbeit lautete: „Der Rückgriff auf hard law und soft law bei der Behandlung behinderter Menschen im europäischen Arbeitsrecht“. Förderer des Preises ist die Deutsch-Französische Juristenvereinigung.

Die Deutsch-Französische Hochschule (DFH) würdigt mit der Verleihung ihrer Exzellenzpreise seit über zehn Jahren Studienabsolventen mit hervorragenden bi- oder trinationalen Studienabschlüssen. In diesem Jahr wurden in der Französischen Botschaft in Berlin am 24. Januar insgesamt elf Exzellenzpreise vergeben; sie sind mit jeweils 1.500 Euro dotiert.

85. Geburtstag von Professor Rainer Rath

Prof. Dr. Rainer Rath. Foto: privat

Am 16. Januar 2019 kann der emeritierte Professor für Deutsche Gegenwartssprache Rainer Rath seinen 85. Geburtstag begehen. Er studierte Germanistik und Geschichte an der Freien Universität Berlin, der Universität Erlangen und der Universität des Saarlandes. Nach der Magisterprüfung arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Hans Eggers – vor allem in dessen Saarbrücker Sonderforschungsbereich „Elektronische Sprachforschung“. Mit seiner Studie „Die Partizipialgruppe in der deutschen Gegenwartssprache“ wurde Rainer Rath 1970 promoviert und 1971 zum Wissenschaftlichen Rat und Professor an der Universität Erlangen-Nürnberg berufen. 1973 übernahm er in Saarbrücken die neue Professur „Deutsche Gegenwartssprache“, die er bis zu seiner Emeritierung zum 31. März 2002 innehatte.

Gastvorlesungen führten ihn nach Österreich und nach Sofia und Warschau. Dank der Herder-Stiftung wirkte er auch nach seiner Emeritierung drei Semester lang als Gastprofessor an der Universität Warschau. Mit seinem Namen verbunden ist das von der DFG geförderte Projekt „Gastarbeiterkommunikation“ und das „Grammatiktelefon“, das zwischen April 1989 und Juni 1991 der kostenlosen Sprachberatung diente. In seinen Studien widmete sich Rath unter anderem der gesprochenen Sprache und der Dialogforschung. Wesentliche Ergebnisse publizierte er 1979 in dem Buch „Kommunikationspraxis – Analysen zu Textbildung und Textgliederung im gesprochenen Deutsch“.

In der akademischen Selbstverwaltung engagierte er sich als Prodekan seines Fachbereichs und als Senator und kandidierte im Juli 1979 bei der Präsidentenwahl gegen den späteren Amtsinhaber Professor Paul Müller. In den hochschulpolitischen Struktur- und Spardebatten wandte er sich stets gegen die einseitige Fixierung auf die Naturwissenschaften und betonte die herausragende Bedeutung der Geisteswissenschaften für das kulturelle Gedächtnis gerade in einer modernen industriell geprägten Gesellschaft. Zwischen 1979 und 1989 gehörte der Sozialdemokrat auch dem Saarbrücker Stadtrat an und leitete von1982 bis 1987 als Vorsitzender die damals selbständige Volkshochschule Dudweiler.

Alt-Rektor Professor Hellmuth Sitte verstorben

Prof. Dr. Hellmuth Sitte. Foto: Saar-Uni

Die Universität des Saarlandes trauert um ihren Altrektor und emeritierten Professor für Allgemeine Biologie Dr. Hellmuth Sitte, der sieben Monate nach seinem 90. Geburtstag am 6. Dezember 2018 in Innsbruck verstorben ist. Er war der Universität seit über 50 Jahren eng verbunden und agierte vor der Einführung der Präsidialverfassung von 1969 bis 1973 als letzter Rektor.

Als junger Wissenschaftler wandte er sich in seinem umfassenden Studium der Naturwissenschaften der Elektronenmikroskopie zu sowie der Entwicklung von Ultramikrotomen, mit denen sich extrem dünne Schnittpräparate herstellen lassen, und trug wesentlich zur Etablierung der Ultrastrukturforschung in Europa bei. Mehrere ehrenvolle Berufungen – unter anderem einen Ruf an die Harvard-Universität – lehnte er bereits in jungen Jahren ab. Der Heidelberger Habilitation im Fach „Zellenlehre und Elektronenmikroskopie“ folgte 1963 der Wechsel nach Homburg, wo er die „Elektronenmikroskopische Abteilung“ der Medizinischen Fakultät leitete. 1966 übernahm er das Homburger Ordinariat für „Cytologie und Elektronenmikroskopie“, das 1972 in „Allgemeine Biologie für Mediziner“ umbenannt wurde. Bis zu seiner Emeritierung Ende September 1996 wirkte er auf dem Homburger Campus. Als außerordentlich engagierter und beliebter akademischer Lehrer begleitete er Generationen von Studierenden. Sein wissenschaftliches Oeuvre umfasst rund 100 Publikationen und weit über 200 Patente aus dem Bereich der Ultramikrotomie und der Tieftemperaturtechnik.

Als letzter Rektor vor Einführung der Präsidialverfassung leitete er zwischen 1969 und 1973 die Saar-Universität in der angespannten Atmosphäre des hochschulpolitischen Umbruchs und bemühte sich in außerordentlicher Weise um Konsens bei den schwierigen Beratungen der damaligen Universitätsgesetze und der Universitätsverfassung. Nach dem Rektorat wirkte er lange als Vertrauensdozent der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Der Träger des Saarländischen und Luxemburgischen Verdienstordens wurde 1993 zum Ehrenmitglied der ehrwürdigen Royal Microscopical Society in Oxford ernannt und gehörte zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften an. 2016 hat er persönliche Impressionen unter dem Titel „Was wirklich zählt – Gedanken eines unverbesserlichen Optimisten“ veröffentlicht.

Neuer Professor für Biochemie

Prof. Bruce Morgan. Foto: privat

Bruce Morgan studierte Mikrobiologie an der Universität Wales und promovierte an der Universität Manchester. Gefördert durch ein Stipendium der Europäischen Organisation für Molekularbiologie (EMBO), wechselte er 2009 an das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg. 2015 übernahm er die Leitung einer Forschungsgruppe im Bereich der Zellbiologie an der Technischen Universität Kaiserslautern, wo er im September 2016 zum Juniorprofessor für zelluläre Biochemie ernannt wurde.

Schwerpunkt der Forschungsarbeiten von Bruce Morgan ist das noch junge Forschungsgebiet der zellulären Redoxbiologie. Redoxprozesse spielen eine zentrale Rolle bei zahlreichen Vorgängen in der Zelle, etwa bei der Übertragung von Signalen. Noch sind viele dieser Prozesse nicht geklärt und verstanden. Morgan wird mit seiner Arbeitsgruppe neue Methoden und Techniken entwickeln, um die Regulation verschiedener zellulärer Redox-Spezies und ihre Verteilung innerhalb der Zelle zu verstehen.

Insbesondere wird er untersuchen, wie diese unterschiedlichen Redox-Spezies auf Stimuli, also auf verschiedene Reize, reagieren. Außerdem erforscht Morgan, inwiefern Veränderungen der zellulären Redox-Spezies die Physiologie und das Verhalten der Zellen kontrollieren. Ein hochaktuelles Thema, an dem Morgan mit seinem Team arbeitet, ist es, herauszufinden, welche Rolle die Redox-Spezies bei der Regulation der zellulären inneren Uhr und der zeitlichen Einteilung zellulärer Prozesse spielen.

Gröppel-Klein in Gremium für Verbraucherforschung berufen

Andrea Gröppel-Klein. Foto: COKSARI

Andrea Gröppel-Klein, Professorin für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Marketing und Direktorin des Instituts für Konsum- und Verhaltensforschung, ist im August 2018 von der Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz Katarina Barley für drei Jahre in das Koordinierungsgremium des Netzwerks Verbraucherforschung berufen worden.

Ziel des Netzwerkes ist es, verbraucherwissenschaftliche Forschung in Deutschland zu fördern, da sie einen wesentlichen Beitrag zu einer fundierten und realitätsnahen Verbraucherpolitik leisten. Laut eigener Darstellung will das Netzwerk "[...] die zentrale bundesweite Plattform für den interdisziplinären wissenschaftlichen Austausch zu Verbraucherthemen [sein]. Dabei hat sich das Netzwerk drei Ziele gesetzt: Das Netzwerk will Impulse in die Forschungslandschaft geben – für eine breitere Grundlagenforschung sowie zu spezifischen Verbraucherthemen –, um wissenschaftliche Er-kenntnisse im Verbraucherbereich zu gewinnen. Weiterhin verbindet das Netzwerk die Akteure aus den verschiedenen Disziplinen, die sich mit relevanten Forschungsfragen von Verbraucherinteresse beschäftigen. Und drittens, soll das Netzwerk die Leistungsfähigkeit, die Transparenz und die Sichtbarkeit der deutschen Verbraucherforschung insgesamt verbessern." 

Hier geht es zur Webseite des Netzwerks Verbraucherschutz.

Gerhard Sauder 80 Jahre

Am 6. September beging der emeritierte Professor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und ehemalige Dekan der Philosophischen Fakultät Dr. Gerhard Sauder (Foto: privat) seinen 80. Geburtstag. Zu seinem Ehrentag erscheint der Sammelband seiner Johann Gottfried Herder gewidmeten Beiträge unter dem Titel „Gerhard Sauder: Kein Herder Bild. Studien zu einem Weimarer Klassiker“ – herausgegeben von Ralf Bogner – im Röhrig Universitätsverlag St. Ingbert.

Sauder studierte an den Universitäten Heidelberg und Paris deutsche und französische Philologie, Kunstgeschichte und Philosophie. Nach Promotion und Habilitation in Heidelberg lehrte er in der Nachfolge von Prof. August Langen zwischen 1976 und 2006 als ordentlicher Professor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an unserer Universität. Gastprofessuren führten ihn nach Tbilissi und Melbourne. Der Träger der Merck-Medaille der Darmstädter Goethe-Gesellschaft und der Herder-Medaille der Internationalen Herder-Gesellschaft gehörte dem Internationalen wissenschaftlichen Beirat des „Interdisziplinären Zentrums für die Erforschung der europäischen Aufklärung“ an und agierte als Vizepräsident und Präsident der Internationalen Herder-Gesellschaft.

Sein Œuvre umfasst über 20 selbstständige Veröffentlichungen und rund 200 Aufsätze. Zu seinen Arbeitsgebieten zählen die Literatur vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart, die Sozialgeschichte der Literatur und die Wissenschaftsgeschichte der Germanistik.

Psychologe erhält Förderpreis für Mitarbeit an populärwissenschaftlichem Magazin

Malte Friese. Foto: Thorsten Mohr

Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) hat bei ihrer diesjährigen Fachtagung den renommierten Förderpreis für Psychologie an das Herausgeberteam des Online-Magazins „The Inquisitive Mind“, kurz In-Mind, verliehen. Der Saarbrücker Psychologie-Professor Malte Friese hat die deutschsprachige Ausgabe 2009 mitgegründet und seither als Mitherausgeber und Berater aktiv gestaltet. Aktuell wird das Magazin von Dr. Oliver Genschow und Dr. Jan Crusius (beide Universität zu Köln) und Dr. Melanie Sauerland (Universität Maastricht) geleitet.

Das In-Mind Magazin (http://de.in-mind.org/) veröffentlicht Artikel, die aktive Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Psychologie in leicht verständlicher Sprache für eine breite Öffentlichkeit schreiben. Daneben gibt es einen Psychologie-Blog sowie Rezensionen populärwissenschaftlicher Bücher.

Der Förderpreis der DGPs wird alle zwei Jahre an Privatpersonen, Unternehmen, Verbände und Organisationen des öffentlichen Lebens verliehen, die in besonderer Weise durch ihr Engagement zur Förderung von Forschung und Lehre im Fach Psychologie beigetragen haben.

Weitere Informationen auf der Webseite der DGPs.

Verdienstorden für Professor Georg Ress

Professor Georg Ress (Foto: privat)

Ministerpräsident Tobias Hans hat Professor Georg Ress im September 2018 den Saarländischen Verdienstorden verliehen. Die höchste Auszeichnung des Saarlandes würdigt Professor Ress berufliches und ehrenamtliches Engagement, insbesondere seine großen Verdienste um die Universität und das Europa-Institut. „Professor Ress ist nicht nur ein langjähriger Hochschullehrer der Universität des Saarlandes, sondern auch ein herausragender Kopf des öffentlichen Rechts und des Völker- und Europarechts. Als langjähriger Direktor des Europa-Instituts der Rechtswissenschaft hat er das internationale Profil der Universität maßgeblich geschärft und damit einen wesentlichen Beitrag geleistet, die Saar-Universität in Fachkreisen schon früh weit über die Grenzen des Saarlandes hinaus als bedeutende Einrichtung zu etablieren“, so der Ministerpräsident.

Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. mult. Georg Ress lehrte bis zum Jahr 2000 als Professor für öffentliches Recht, Völker- und Europarecht an unserer Universität. Der Träger des Bundesverdienstkreuzes entwickelte das weltweit renommierte Europa-Institut Abteilung Rechtswissenschaft maßgeblich mit und baute als dessen fast 20-jähriger Direktor den postgraduierten Studiengang „Europäische Integration“ mit den Teilstudiengängen Menschenrechtsschutz, internationales Wirtschaftsrecht und europäisches Medienrecht auf.

Mit dem von ihm 1995 gegründeten Institut für Menschenrechte und in herausragenden Ämtern, unter anderem im völkerrechtswissenschaftlichen Beirat des Auswärtigen Amtes, der deutschen UNESCO-Kommission, als deutsches Mitglied der Europäischen Kommission für Menschenrechte und als Richter und Präsident einer der Sektionen des Ständigen Gerichtshofs für Menschenrechte in Straßburg, maßgeblich positiven Einfluss auf die Entwicklung der Menschenrechte.

Professor Elmar Wadle wird 80 Jahre alt

Prof. Dr. Elmar Wadle. Foto: privat

Am 24. August kann der emeritierte Professor für Deutsche Rechtsgeschichte und Bürgerliches Recht an der Universität des Saarlandes und ehemalige Vizepräsident des saarländischen Verfassungsgerichtshofes Dr. Elmar Wadle seinen 80. Geburtstag begehen. Nach seiner Professur an der Universität Bielefeld (1975-1978) folgte Elmar Wadle 1978 dem Ruf an die Universität des Saarlandes. 1987/88 stand er als Dekan an der Spitze der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät und leitete viele Jahre die von ihm begründete Forschungsstelle „Geschichte des Geistiges Eigentums“ an der Universität des Saarlandes. Über seine Emeritierung 2006 hinaus lehrte und forschte er auf dem Saarbrücker Campus.

Sein wissenschaftliches Oeuvre umfasst rund 150 Publikationen zu den Forschungsfeldern mittelalterliche Rechtsgeschichte, Geschichte des geistigen Eigentums, Rechtsvergleichung sowie Einfluss des französischen Rechts in Deutschland. Unter anderem agierte er auch von 1992 bis 2007 als Mitherausgeber der Germanistischen Abteilung der Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte. Der Jubilar engagierte sich darüber hinaus im Kuratorium der Siebenpfeiffer-Stiftung und wirkte seit 1993 als Richter und von 1997 bis 2008 als Vizepräsident des Verfassungsgerichtshofes des Saarlandes.

Preise für Forscher der Experimentellen Orthopädie

Foto: Saar-Uni

Liang Gao, Postdoktorand am Lehrstuhl für Experimentelle Orthopädie und Arthroseforschung (Direktor: Prof. Henning Madry), ist mit dem Travelling Fellowship der weltweit führenden Gesellschaft auf dem Gebiet der Knorpelreparatur, ICRS, ausgezeichnet worden: Die International Cartilage Regeneration & Joint Preservation Society wählte Liang Gao als einen von weltweit vier Kandidaten aus insgesamt 200 Bewerbern aus, um ihm die Möglichkeit zu geben, hochkarätige Kliniken und Institute in Asien zu besuchen und wissenschaftliche Kontakte zu knüpfen. Die Travelling Fellowship ist mit einem Betrag von 5.000 US-Dollar dotiert. Gao, der am Zentrum für Experimentelle Orthopädie klinisch relevante Ansätze zur Verbesserung der Knorpelreparatur und der Arthrose-Therapie erforscht, präsentierte seine Forschungsarbeiten unter anderem an der Universität Osaka (Japan), dem Samsung Medical Center der Sungkyunkwan University in Seoul (Korea) und beim 14. World Congress der ICRS in Macao (China). Erst kürzlich hat er seine Promotionsarbeit mit der Note „summa cum laude“ verteidigt.

Foto: Saar-Uni

Auf dem 18. Kongress der European Society for Sports Traumatology, Knee Surgery and Arthroscopy (ESSKA) hat Dr. Jagadeesh K. Venkatesan den mit 1.500 Euro dotierten Young Researcher Award des Journal of Experimental Orthopaedics für die beste wissenschaftliche Forschungsarbeit aus dem Jahr 2017 erhalten. Die Zeitschrift ist das offizielle Journal für Grundlagenforschung der ESSKA. Der Naturwissenschaftler, der als Postdoktorand am Lehrstuhl für Experimentelle Orthopädie und Arthroseforschung der Saar-Uni forscht und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird, untersucht die Nutzung genbasierter Ansätze, um mithilfe von körpereigenem Knochenmark die Heilung von Knorpelschäden im Kniegelenk, die unbehandelt zu Arthrose führen können, zu verbessern.

Preise für Absolventinnen der Interkulturellen Kommunikation

Für ihre Abschlussarbeiten sind zwei Master-Absolventinnen aus dem Bereich „Interkulturelle Kommunikation“ der Fachrichtung Romanistik ausgezeichnet worden. Katrin Boisvert-Bilodeau erhielt für ihre Masterarbeit „Vom Comic zum Film. Adaptationsstrategien, intermediale Perspektiven und Identitätsmuster in der Verfilmung des Comics ‚Paul à Québec‘ von Michel Rabagliati“ den Prix d’Excellence du gouvernement du Québec. Die Auszeichnung und rund 1.000 Euro Preisgeld wurden ihr bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Kanadastudien im oberbayerischen Grainau übergeben. Die Masterarbeit im Fach „Interkulturelle Kommunikation“ wurde  von Prof. Hans-Jürgen Lüsebrink betreut.

Stefanie Fey wurde mit dem Exzellenzpreis 2018 der Deutsch-Französischen Hochschule für ihre Masterarbeit im trinationalen Studiengang „Deutsch/Französische Studien: Grenzüberschreitende Kommunikation und Kooperation“ ausgezeichnet. Betreut wurde die Arbeit von Dr. Christoph Vatter von der Saar-Uni und Prof. Reiner Marcowitz von der Université de Lorraine. Das Thema lautete: „Die Kontroverse um die Collège-Reform 2016 in Frankreich. Eine Analyse der Argumente für und gegen die Reform in ausgewählten deutschen und französischen Medien“. Übergeben wurde der mit 1.500 Euro dotierte Preis in der Residenz des Deutschen Botschafters in Paris. Für ihre Arbeit hatte Stefanie Fey 2017 bereits den ersten deutsch-französischen Preis der Kanzlei Nancy-Metz erhalten.

Pharmazeut Rolf Müller erhält Inhoffen-Medaille

Professor Rolf Müller wird für seine Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Entdeckung mikrobieller Naturstoffe vor allem aus Myxobakterien mit dem Inhoffen-Preis geehrt. Müller leitet das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS), einen Standort des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Kooperation mit der Universität des Saarlandes. „Rolf Müller gehört zu den renommiertesten Naturstoffforschern Europas. Seine Arbeiten zu mikrobiellen Wirkstoffen sind bahnbrechend im Bereich der Grundlagenforschung. Gleichzeitig leisten sie einen sehr wertvollen Beitrag für künftige Anwendungen, vor allem für die Therapie von Infektionskrankheiten“, so die Laudatio. [mehr]

Andreas Zeller erhält renommierten Forschungspreis

Bleiben Softwarefehler unentdeckt, verringern sie den Umsatz erheblich. Im schlimmsten Falle sterben sogar Menschen. Selbst das Auffinden zuvor kostet Unsummen. Laut einer Studie der Universität Cambridge verbringt jeder Software-Entwickler gut die Hälfte seiner Programmier-Zeit damit, Fehler zu finden und zu reparieren. Andreas Zeller, Professor für Softwaretechnik der Saar-Uni und Forscher am CISPA-Helmholtz-Zentrum in Gründung, hat daher bereits mehrere Techniken entwickelt, die das Testen von Software automatisieren. Dafür ist er nun als erster deutscher Informatiker mit dem Preis für herausragende Forschung auf dem Gebiet der Softwaretechnik der Association for Computing Machinery (ACM) ausgezeichnet worden.

Christoph Bock mit Overton Preis geehrt

Christoph Bock, Foto: MPI

Der Bioinformatiker Christoph Bock wurde mit dem Overton Prize der International Society of Computational Biology (ISCB) ausgezeichnet. Einmal pro Jahr wird dieser Preis an weltweit einen einzigen Wissenschaftler verliehen, der am Beginn oder in der Mitte seiner Karriere steht und als kommende Leitfigur in der Bioinformatik angesehen wird. Christoph Bock hat an der Universität des Saarlandes promoviert und in der Arbeitsgruppe von Professor Thomas Lengauer am Max-Planck-Institut für Informatik an epigenetischen Biomarkern geforscht. Als Postdoc im Labor von Alexander Meissner am Broad Institute  führte er groß angelegte epigenomische Analysen von Stammzellen durch und war am Projekt Roadmap Epigenomics beteiligt. Seit 2012 bekleidet er als Principal Investigator eine Forscherstelle an Research Center for Molecular Medicine der Österreichischen der Wissenschaften in Wien und ist Gastprofessor an der Medizinischen Universität Wien. Er ist ebenfalls als einer der führenden Computerbiologen im Blueprint-Epigenom-Projekt der Europäischen Union und im Internationalen Humangenomprojekt tätig. [mehr]

85. Geburtstag von Professor Hermann Josef Schieffer

Prof. Dr. Hermann Josef Schieffer (Foto: Saar-Uni)

85 Jahre alt wird am 15. März 2019 der Professor für Innere Medizin der Universität des Saarlandes, frühere Direktor der III. Medizinischen Universitätsklinik und Dekan der Medizinischen Fakultät, Sanitätsrat Dr. Hermann Josef Schieffer.

1963 trat er als Assistent in die Medizinische Klinik der Saar-Uni ein und engagierte sich vor allem beim Aufbau der kardiologischen Abteilung. Nach der Anerkennung als Facharzt für Innere Medizin und dem Erwerb der Teilgebietsbezeichnung Kardiologie wurde er 1971 zum Oberarzt ernannt. 1972 folgten die Habilitation für das Fach Innere Medizin und die Ernennung zum H3-Professor. Von 1989 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahre 2000 wirkte der Jubilar als Direktor der III. Medizinischen Universitätsklinik mit Schwerpunkt Kardiologie/Angiologie. Prof. Schieffer gehört zahlreichen nationalen und internationalen Fachgesellschaften an. Er engagierte sich intensiv in der akademischen Selbstverwaltung und in der ärztlichen Fort- und Weiterbildung. So gehörte er lange mehreren universitären Gremien an, leitete drei Jahre lang als Prodekan den Fachbereich Klinische Medizin sowie von 1996 bis 1998 als Dekan die Medizinische Fakultät und war von 1994 bis 1995 Ärztlicher Direktor des Uniklinikums.

Seit 2001 prägt der Jubilar den von ihm begründeten „Emeriti-Kreis Homburger Hochschullehrer im Ruhestand“. Für seine Verdienste um die Ärzteschaft wurde Prof. Schieffer mit der Ernst-von-Bergmann-Plakette der Bundesärztekammer ausgezeichnet und 1999 zum Sanitätsrat ernannt. Die Ärztekammer des Saarlandes verlieh ihm 2012 die Carl-Erich-Alken-Medaille, nachdem er elf Jahre lang die dortige Ethikkommission geleitet hatte. Seine rund 300 Publikationen widmen sich schwerpunktmäßig der invasiven und nicht-invasiven Herz-Kreislauf-Funktionsdiagnostik und -therapie. Der Jubilar ist Mitautor zahlreicher Standardwerke der Inneren Medizin und Herausgeber einer Monographie über „Arterielle Hypertonie“ (1983) und „Katheterdiagnostik“ (1990 mit Roland Bach).

 

Heinz Maier-Leibnitz-Preis für Timo Speer

Timo Speer (Foto: UKS)

Timo Speer erhielt als zweiter saarländischer Nachwuchsforscher den renommierten Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2019. Speer, der in der Humanmedizin und Biologie promoviert hat, beschäftigt sich mit Fettstoffwechselstörungen als Risikofaktoren für arteriosklerotische Gefäßveränderungen, die zu Schlaganfällen oder Herzinfarkten führen können. Speer konnte zeigen, dass nicht alle Blutfette schädlich sind, sondern nur bestimmte modifizierte Fette eine arterienschädigende Wirkung bei Nierenkranken haben. Seine Erkenntnisse helfen dabei, Diagnosen zu verbessern und neue therapeutische Strategien zu entwickeln. Er verbindet dafür die Grundlagenforschung mit der klinischen Forschung. Dies spiegeln auch seine Positionen als Oberarzt, Laborleiter der experimentellen und translationalen Nephrologie sowie als Teilprojektleiter eines DFG-geförderten Sonderforschungsbereichs wider.

Wissenschaftspreis des Deutschen Olympischen Sportbundes

Dr. Monika Frenger (Foto: DOSB)

Erfolg beim Wettbewerb um die wichtigste Auszeichnung der deutschen Sportwissenschaft: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat Monika Frenger für ihre Doktorarbeit bei Sportsoziologe Professor Eike Emrich mit der Silbermedaille des DOSB-Wissenschaftspreises ausgezeichnet. Der Preis wurde ihr Mitte Januar 2019 in Potsdam überreicht.

Monika Frenger hat sich mit dem Problem- und Geschäftsfeld Doping befasst. In ihrer mehrfach preisgekrönten Doktorarbeit räumt sie mithilfe wissenschaftlicher Methoden mit Mythen rund um Doping auf. Ihre Erkenntnisse tragen dazu bei, die komplizierten sozio-ökonomischen Zusammenhänge im Geschäftsfeld Doping besser zu verstehen und sind damit Voraussetzung für wirkungsvolle Maßnahmen gegen Doping.

Monika Frenger liefere überraschende Erkenntnisse, die Anregungen für weitere Forschungen geben und auch die bisherige Anti-Doping-Politik kritisch hinterfragten, sagte Professor Achim Conzelmann, der Vorsitzende des Kuratoriums für die Verleihung des DOSB-Wissenschaftspreises, bei der Preisverleihung. Die herausragende Dissertation beschreite innovative methodische Wege und bereichere damit die quantitative empirische Sozialforschung in der Sportwissenschaft wesentlich.

Für ihre Arbeit hatte Monika Frenger bereits den Eduard-Martin-Preis der Universitätsgesellschaft des Saarlandes erhalten. Einen Bericht hierüber finden Sie hier.

Angel Alfaro erhält DAAD-Preis für ausländische Studierende

Foto: Sieber

Der peruanische Student Angel Alfaro Vega hat den Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender 2018 gewonnen. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert und wird jährlich an internationale Studierende deutscher Universitäten für besonders gute akademische Leistungen und außerordentliches gesellschaftliches oder interkulturelles Engagement vergeben.

Neben seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre in Lima lernte Angel Alfaro Deutsch und Englisch und kam 2010 ans Studienkolleg der Universität des Saarlandes. Derzeit studiert der 33-Jährige Romanistik mit Schwerpunkt Spanisch und Italienisch und belegt im Bachelor-Optionalbereich so viele kulturwissenschaftliche Lehrveranstaltungen wie möglich. Seit sechs Jahren engagiert sich Angel Alfaro bei der Fairtrade-Initiative der Universität. Als „Botschafter des fairen Handels“ informiert er Interessierte darüber, wie fairer Handel funktioniert und warum er wichtig ist. Gemeinsam mit anderen Studierenden organisiert er jede Woche einen Info- und Verkaufsstand im Mensa-Foyer, hin und wieder auch Aktionstage und Workshops. Vor zwei Jahren machte er den fairen Handel zum Thema eines Praktikums in seinem Heimatland, wo er Fair-Trade-Produzenten besuchte. Um Bewusstsein für die Idee des fairen Handels zu schaffen, hielt der Student während dieser Zeit auch Vorträge an zwei peruanischen Universitäten - vor Unileitung, Mitarbeitern und Studenten. Mit Erfolg: „Die Universidad Nacional de Piura hat inzwischen erste Schritte gemacht, um sich zu zertifizieren“, berichtet er. Zudem setzt sich Angel Alfaro für ausländische Studierende ein: Als „Wohnungstutor“ hilft er ihnen bei der Wohnungssuche und begleitet sie beispielsweise zum Vermieter.

Seine große Leidenschaft gilt der Kultur, insbesondere Film und Theater. Daher engagiert sich der Student ehrenamtlich als Schatzmeister beim GrAFiTi-Theaterfestival der Großregion. Seit 2010 steht er als Schauspieler der spanischen Schauspielgruppe „Los Mutantes“ an der Uni auf der Bühne. Seit 2014 hat er dort auch Regie geführt: Beispielsweise bei der 2017 aufgeführten Gangsterkomödie „König des Viertels“, für die er auch selber einige Szenen schrieb.

Ehrendoktorwürde für Juraprofessorin Tiziana Chiusi

Prof. Dr. Dr. h.c. Tiziana Chiusi

Die Juristische Fakultät der Staatlichen Universität Iwane-Dschawachischwili in Tiflis hat Juraprofessorin und Rechtshistorikerin Tiziana Chiusi die Ehrendoktorwürde verliehen.

Die Auszeichnung erfolgte in Anerkennung ihrer Verdienste um die Anpassung des georgischen Zivilrechts an das Europäische Recht. Außerdem wurde so ihr Engagement bei der Betreuung zahlreicher georgischer Nachwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in Saarbrücken und Tiflis gewürdigt, wie der Rektor der georgischen Universität, Giorgi Sharvashidze, im Rahmen der Verleihungszeremonie Ende September in Tiflis betonte. Im Anschluss an die Verleihung fand das vierte Deutsch-Georgische Kolloquium im Privatrecht in Georgien statt.

Die gebürtige Römerin Prof. Tiziana Chiusi ist Expertin für Römisches Recht und erforscht unter anderem die Wechselwirkung zwischen Römischem Recht und dem Recht von Roms Provinzen.

 

Professor Karl-Heinz Ohlig 80 Jahre alt

Karl-Heinz Ohlig. Foto: Gressung

Am 15. September konnte der Professor für Religionswissenschaft und Geschichte des Christentums an der Universität des Saarlandes und frühere Dekan der Philosophischen Fakultät Dr. Karl Heinz-Ohlig seinen 80. Geburtstag begehen. Der bis heute als Leiter der Arbeitsstelle Religionswissenschaft in der Fachrichtung Katholische Theologie aktive Wissenschaftler wurde in Koblenz geboren. Nach dem Abitur am Staatlichen Görres-Gymnasium seiner Heimatstadt führten ihn seine Studien an die Theologischen Fakultät Trier und die Universität Innsbruck, wo er in Prof. Karl Rahner seinen prägenden akademischen Lehrer fand.

Nach beiden theologischen Examen in Trier und einer Tätigkeit als Kaplan agierte er seit 1966 als Assistent am Institut für Katholische Theologie der Universität des Saarlandes, setzte aber auch seine Studien an den Universitäten München und Münster fort und wurde im Juli 1969 in Münster unter der Ägide Karl Rahners mit einer Untersuchung „Zur theologischen Begründung des neutestamentlichen Kanons“ zum Dr. theol. promoviert. Im November 1970 folgte die Berufung zum Professor an der Pädagogischen Hochschule des Saarlandes und 1978 der Wechsel an die Universität des Saarlandes, der er mit Lehrveranstaltungen über den Eintritt in den Ruhestand 2006 hinaus weiterhin verbunden blieb.

Professor Rudolf Bock wird 80 Jahre alt

Prof. Dr. Rudolf Bock. Foto: privat

Seinen 80. Geburtstag feiert am 14. November 2018 der emeritierte Professor für Anatomie an der Saar-Universität Dr. Rudolf Bock. Er studierte Medizin an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 1970 habilitierte er sich für Anatomie und wirkte von 1972 bis 1975 als Wissenschaftlicher Rat und Professor am Bonner Anatomischen Institut. 1976 folgte er dem Ruf der Universität des Saarlandes und lehrte und forschte drei Jahrzehnte bis zu seiner Emeritierung 2006 auf dem Homburger Campus. 1986 ernannte ihn das renommierte Guangxi Medical College in China zum Ehrenprofessor. Die Fachschaft Medizin zeichnete den allseits geschätzten und engagierten Wissenschaftler 1998, 1999 und 2000 als „Lehrenden des Jahres“ aus, und die Universität ehrte ihn 2007 als Pionier des E-Learning im Bereich Anatomie und Zellbiologie.

Zu den Schwerpunkten seiner Forschung gehörte die morphologische Endokrinologie der Zwischenhirnhormone. Bekannt wurde er auch durch seine Arbeiten zum Einsatz der Neuen Medien in der anatomischen Lehre. Sein besonderes Interesse galt hier der „Virtuellen Mikroskopie“, an deren  Weiterentwicklung er auch nach seiner Emeritierung mitarbeitet. In der akademischen Selbstverwaltung engagierte sich der Jubilar unter anderem von 1981 bis 1983 als Prodekan des Fachbereichs Theoretische Medizin der Medizinischen Fakultät sowie zwischen 2000 und 2002 als Mitglied des Senats der Universität. Der Mitbegründer und langjährige Saxophonist der Homburger Uni-Bigband ist wegen seines gesellschaftlichen und sozialen Engagements auch Träger der „Homburger Kanone“ der „Homburger Narrenzunft“.

Frank Mücklich ist Fellow der American Society for Materials

Professor Frank Mücklich wurde zum Fellow der "American Society for Materials" ernannt. Als Begründung führte die weltweit größte Fachgesellschaft für Materialwissenschaft seine herausragenden theoretischen Kenntnisse sowie seine technologischen Beiträge auf dem Gebiet der 3D-Mikrostrukturforschung an. Nur wenigen ausländischen Wissenschaftlern wird diese Ehre zuteil. In diesem Jahr ist der Professor für Funktionswerkstoffe der Universität des Saarlandes und Leiter des Steinbeis-Forschungszentrums für Werkstofftechnik (MECS) der einzige Deutsche unter den neuen Fellows: www.asminternational.org/2018-fellows

85. Geburtstag von Professor Woldemar Görler

Prof. Dr. Woldemar Görler (Foto: privat)

Der Professor für Klassische Philologie der Universität Dr. Woldemar Görler wird am 4. Oktober 85 Jahre alt. Nach dem Studium der Klassischen Philologie und Philosophie und der Promotion wirkte er unter anderem als Junior Fellow am Center for Hellenic Studies in Washington D.C. Der Heidelberger Habilitation 1970 mit „Untersuchungen zu Ciceros Philosophie“ folgten Lehrstuhlvertretungen und die Ernennung zum Professor. Von 1977 bis 1979 leitete er als Dekan die Heidelberger Fakultät für Orientalistik und Altertumswissenschaft. 1979/80 gehörte er dem Institute for Advanced Study in Princeton an. 1980 folgte der Jubilar dem Ruf an die Saarbrücker Universität, wo er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1999 forschte und lehrte. Von 1984 bis 1996 agierte Woldemar Görler als Senatsbeauftragter für das Bibliothekswesen, widmete sich der Partnerschaft mit der Universität Warschau und gab 1997 mit Jerzy Axer den Sammelband „Scaenica Saravi – Varsoviensia. Beiträge zum antiken Theater und seinem Nachleben“ heraus. Seine Forschungsschwerpunkte sind die griechisch-römische Komödie, hellenistische Philosophie, Erzähltheorie und lateinische Dichtersprache. Insbesondere der Würdigung von Ciceros philosophischem Werk haben seine Arbeiten neue Impulse gegeben. 2004 erschienen seine „Kleinen Schriften zur hellenistisch-römischen Philosophie.

Udo Lehmann ist neuer Professor für Sozialethik und Praktische Theologie

Udo Lehmann studierte Katholische Theologie in Bonn und München sowie Sozialwissenschaften in Bochum, wo er zum Thema „Ethik und Struktur in internationalen Unternehmen“ promovierte. In Bochum habilitierte er sich auf dem Gebiet der Gerechtigkeitsforschung und veröffentlichte seine Habilitationsschrift „Die asymmetrische Chancengesellschaft“. Lehrstuhlvertretungen und -aufträge führten ihn unter anderem an die Universitäten Münster, Erfurt, Duisburg-Essen, Bonn, Marburg und zuletzt auch auf den Saarbrücker Campus. In den Jahre 2014 und 2015 forschte und lehrte er als Fellow am Center for Ethics Education der Fordham University in New York City.

Lehmanns besondere Forschungsinteressen liegen in der Wirtschafts- und Unternehmensethik sowie der Politischen Ethik. In einem aktuellen Forschungsprojekt am Collegium Europaeum der Saar-Uni (CEUS) beschäftigt er sich mit der Kompatibilität partikularer, religiös-kultureller Traditionen und säkular-pluralistischer Gesellschaftsvertragsvorstellungen. Außerdem befasst er sich mit moral- und sozialpsychologischen Grundlagen des Handelns und ihrer Relevanz für eine anwendungsorientierte Ethik.

Eine besondere Aufgabe sieht er in der wissenschaftlichen Vermittlung und Diskussion von Wertgrundlagen der freiheitlich-pluralen Demokratie in Zeiten der Infragestellung und Destabilisierung etablierter und bewährter Institutionen in weiten Teilen von Politik und Gesellschaft. Hier möchte Lehmann den Beitrag einer aufgeklärt-kritischen Ethik erschließen und insbesondere den Kern des christlichen Menschenbildes als gesamtgesellschaftlich vermittelbar rekonstruieren. „Die freiheitlich-plurale und auf soziale Fairness angelegte Gesellschaftsordnung reproduziert sich nicht selbstverständlich in der Generationenfolge, sondern muss in jeder Generation neu angeeignet werden. Dies wissenschaftlich-diskursiv zu begleiten, sehe ich als eine wichtige Aufgabe ethischer Lehre“, erklärt er.

Andreas Bulling erhält ERC Starting Grant

Foto: MPI

Andreas Bulling, der in Saarbrücken am Max-Planck-Institut für Informatik und am Exzellenzcluster der Universität des Saarlandes die Forschungsgruppe „Perceptual User Interfaces“ leitet, hat vom Europäischen Forschungsrat ein ERC Starting Grant erhalten. Für sein Projekt „ANTICIPATE: Anticipatory Human-Computer Interaction” wird er fünf Jahre lang mit 1,5 Millionen Euro gefördert. Ziel seines Forschungsprojektes ist es, eine neue Generation von Benutzerschnittstellen zu entwickeln, die sich eng an der zwischenmenschlichen Interaktion orientieren. Sie sollen vor allem die Aufmerksamkeit und Absichten der Nutzer analysieren, um auf diese zielgerichtet zu reagieren. Dadurch werden Menschen und Computer künftig natürlicher, effizienter und intuitiver zusammenarbeiten können.

Richard-van-Dülmen-Preisträger

privat

Bei der Jahresfeier der HoK-Studiengänge am 12. Juli 2018 haben zwei Absolventen den jeweils mit 500 Euro dotierten Richard-van-Dülmen- Preis erhalten. Melanie Mohammadi wurde für ihre Diplomarbeit im Fach Kultur- und Mediengeschichte (Prof. Clemens Zimmermann) ausgezeichnet. Ihr Thema: „Die bildliche Repräsentation von Industriestädten im Medium Bildband“. Dabei untersuchte sie Bildbände über ost- und westdeutsche Städte der Eisen- und Stahlindustrie von 1945 bis 2000. Insbesondere in der Medien- und Stadtgeschichte hat sie damit weitgehend Neuland betreten, da Bildbände als mediales Genre in der deutschsprachigen Forschung bisher kaum beachtet worden waren.

privat

Rainer Hartz hat den Preis für seine Masterarbeit im Fach Europäische Regionalstudien (Prof. Peter Dörrenbächer) erhalten. In seiner Arbeit „Kulturelle Zwischennutzungen und ihre Bedeutung für die Entstehung von Urbanität am Beispiel Saarbrücken“ untersuchte Hartz das Phänomen von innerstädtischen Brachen und Gebäudeleerständen und führte in Saarbrücken eine qualitative Erhebung durch – gemeinsam mit den wichtigsten Akteuren der kulturellen Zwischennutzerszene sowie den Vertretern der Immobilienwirtschaft und der Verwaltung.

Professor Georg Borges berät EU-Kommission in IT-Rechtsfragen

Foto: Iris Maurer

Die EU-Kommission hat den geschäftsführenden Direktor des Instituts für Rechtsinformatik der Saar-Universität, Professor Georg Borges, in die neue Expertengruppe rund um Künstliche Intelligenz, Robotik, Internet der Dinge und Industrie 4.0. berufen. Konkret geht es um die Fortentwicklung des Haftungsrechts und sonstige rechtliche Instrumente für die neuen Technologien.
Hintergrund der Tätigkeit der Expertengruppe ist das Strategiepapier "Künstliche Intelligenz für Europa" vom 25. April (COM(2018) 237), welches die Kommission Ende April dem Europäischen Parlament, dem Europäischen Rat, dem Rat, dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss sowie dem Ausschuss der Regionen vorlegte.
Der Arbeit der Expertengruppe könnte in naher Zukunft besondere Bedeutung zukommen: In dem Strategiepapier betont die Kommission unter anderem die Dringlichkeit der Förderung von Investitionen, der Vorbereitung auf sozioökonomische Veränderungen und eines angemessenen ethischen und rechtlichen Rechtsrahmens für Künstliche Intelligenz. Die Expertengruppe, die am 26. und 27. Juni erstmals tagte, wird bis zum Sommer 2019 einen Bericht mit einer Evaluierung des Rechtsrahmens und gegebenenfalls  Empfehlungen zu dessen Fortentwicklung erarbeiten.
Georg Borges ist Experte für IT-Recht und forscht unter anderem zur Haftung bei autonomen Systemen wie Fahrzeugen oder Robotern, zu Datenschutzrecht, Internetrecht, Electronic Banking, elektronischem Rechtsverkehr und Identität, Urheberrecht und Cloud Computing. Er war Richter am Oberlandesgericht Hamm und ist Mitgründer der Arbeitsgruppe Identitätsschutz im Internet e.V. (a-i3).

90. Geburtstag von Professor Horst Schneider

Foto: Saar-Uni

Am 10. Mai kann der Professor für Geologie an der Universität des Saarlandes und Ehrendoktor der Universität Athen Dr. Horst Schneider seinen 90. Geburtstag begehen. Er studierte Geologie, Paläontologie, Mineralogie, Biologie und Geographie in Saarbrücken sowie an den Universitäten Paris und Gent – und spezialisierte sich auf die Sedimentologie und Quartärgeologie. Von 1971 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1993 agierte er als Professor an der Saar-Uni und führte geologische Forschungen im Saarland, Griechenland, Sudan und Libanon durch. Als Prodekan leitete er zwischen 1977 und 1979 außerdem den damaligen Fachbereich Geologie-Mineralogie. Gastprofessuren führten ihn an die Universitäten Khartum und Brüssel. Außerdem hat der Jubilar die „Deutsch-Griechische Gesellschaft Saar e.V.“ mitbegründet. Die Universität Athen zeichnete ihn 2006 für sein wissenschaftliches Gesamtwerk und seine geologischen Forschungen im griechischen Raum mit der Ehrendoktorwürde aus und verlieh ihm 2009 den „Wisdom Award“.

Psychologe Cornelius König zum IAAP-Fellow ernannt

Foto: J. Pütz

Die "International Association of Applied Psychology", kurz IAAP hat Cornelius König, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie der Saar-Uni, zum Fellow ernannt. Professor König beschäftigt sich in seiner Forschung vor allem mit Fragen der Personalauswahl, des Zeitmanagements sowie der Arbeitsplatzunsicherheit und Kündigung. Die Fachgesellschaft IAAP hat sich zur Aufgabe gemacht, die Angewandte Psychologie in Wissenschaft und Praxis zu fördern und den weltweiten Austausch zu diesen Fragen anzuregen. Sie wurde 1920 gegründet und ist damit die älteste internationale Fachorganisation innerhalb der Psychologie. Die IAAP hat mehr als 1500 Mitglieder aus etwa 80 Ländern.

Frank Wilhelm-Mauch für Begutachtung von Fachpublikationen ausgezeichnet

Prof. Frank Wilhelm-Mauch (Foto: Mohr)

Frank Wilhelm-Mauch, Professor für Quanten- und Festkörpertheorie an der Universität des Saarlandes, hat einen „APS Outstanding Referee Award“ erhalten. Mit diesem Preis ehrt die American Physical Society (APS) außergewöhnliche Beiträge von Wissenschaftlern im Rahmen der so genannten Peer-Review-Begutachtung von wissenschaftlichen Beiträgen. Beim Peer-Review wird eine bei einer Fachzeitschrift eingereichte Arbeit durch unabhängige Gutachter aus dem gleichen Fachgebiet bewertet, um die Qualität der wissenschaftlichen Publikation zu gewährleisten.

Seit 2008 vergibt die American Physical Society (APS) jährlich den “Outstanding Referee Award”. Insgesamt sind etwa 71.000 Gutachter bei der Fachgesellschaft aktiv; in diesem Jahr hat sie 143 „Peers“ prämiert, die nach der Qualität, Anzahl und Aktualität ihrer Berichte ausgewählt wurden. Das Peer-Review trägt nicht nur dazu bei, die Standards der Zeitschriften auf besonders hohem Niveau zu halten, sondern unterstützt die Autoren in vielen Fällen dabei, die Qualität und Lesbarkeit ihrer Artikel zu verbessern.

Heinz Maier-Leibnitz-Preis für Karl Bringmann

Karl Bringmann (Foto: MPI)

Karl Bringmann, Informatik-Absolvent der Saar-Uni und Forscher am Max-Planck-Institut für Informatik, erhält die wichtigste Auszeichnung für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland, den Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2019. Bringmann veröffentlichte bereits zu Studienzeiten neun Konferenzpublikationen. Seine Arbeiten auf den Gebieten der Algorithmik und Komplexitätstheorie stellte er auf zahlreichen führenden internationalen Tagungen für theoretische Informatik vor, wo er auch mehrfach in den Programmkomitees mitwirkte. Der Informatiker erforscht die Grenzen von Automatisierung durch Computer. Seine Arbeiten entwickeln ein präzises Verständnis für die Komplexität von Problemen, die durch Rechner gelöst werden können. Zu seinen wichtigsten Erkenntnissen gehört, dass es für Rechner schwierig ist, die Ähnlichkeit zwischen verschiedenen Routen in einem Routenplaner einzuschätzen.

Pionier der Saarbrücker Ingenieurwissenschaften wird 85 Jahre alt

Prof. Dr. Alfons Blum. Foto: Saar-Uni

Alfons Blum, Professor für Elektrotechnik an der Universität des Saarlandes, kann am 27. Januar 2019 seinen 85. Geburtstag begehen. Er gilt als Pionier der Saarbrücker Ingenieurwissenschaften und ist Mitbegründer des Studiengangs Elektrotechnik. Nach dem Diplom in Physik 1961 in Saarbrücken arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Assistent und Akademischer Oberrat am Institut für angewandte Physik und Elektrotechnik. Nach der Promotion 1966 habilitierte er sich 1972 für das Fach Elektrotechnik. Seitdem wirkte er als Professor für Elektronik und Halbleiterbauelemente drei Jahrzehnte auf dem Campus - auch über seinen Eintritt in den Ruhestand 1999 hinaus. Zuletzt vertrat er bis 2005 seine eigene Professur sowie nach dem Tod von Prof. Robert Maurer dessen Professur für Hoch- und Höchstfrequenztechnik.

Der Träger des Saarländischen Verdienstordens widmete sich insbesondere dem physikalisch-elektronischen Grenzverhalten mikroelektronischer Bauelemente und engagierte sich für den Technologietransfer. Als akademischer Lehrer betreute er Generationen von Studenten, begründete 1984 eine Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Tallinn (Estland) sowie Anfang der 90er Jahre einen Studierendenaustausch mit dem Politecnico di Bari. Außerdem übernahm er vielfältige Aufgaben für die wissenschaftliche Gemeinschaft und die akademische Selbstverwaltung. So gehörte er der Ständigen Kommission des Deutschen Fakultätentags für Elektrotechnik an und agierte 24 Jahre lang als Vorsitzender des Saarbrücker Prüfungsausschusses für Elektrotechnik.

Ehrensenator Hasso Plattner erhält Werner-von-Siemens-Ring

Foto: privat

Der wichtigste deutsche Technikpreis, der Werner-von-Siemens-Ring, geht in diesem Jahr an SAP-Gründer Hasso Plattner sowie den früheren BMW-Chef Joachim Milberg. Uni-Präsident Manfred Schmitt gratulierte Hasso Plattner, der seit 1998 Ehrensenator der Universität des Saarlandes ist, zu dieser hohen Auszeichnung. Hasso Plattner ist Nachrichtentechniker und Professor für Informatik mit dem Fachgebiet Unternehmenssysteme - und als Mitbegründer von SAP weltbekannt. Er machte SAP zum größten und bekanntesten deutschen Softwareunternehmen, das im Bereich der Unternehmenssoftware heute Weltmarktführer ist. Die Jury des Werner-von-Siemens-Ringes hebt hervor, dass Hasso Plattner ein kreativer und produktiver Informatiker ist, auch im Hinblick auf Grundlagenforschung rund um Datenbanken und Softwaresystemarchitekturen. Darüber hinaus hat er sich als Mäzen einen Namen gemacht. Fast sein ganzes Vermögen ging in die Hasso-Plattner-Stiftung, die sich vor allem der Förderung von Wissenschaft und Kunst widmet.

Professor Gotthold Hasenhüttl wird 85 Jahre alt

Univ.-Prof. Dr. theol. Dr. phil. Gotthold Hasenhüttl. Foto: privat.

Am 2. Dezember 2018 kann der Professor für Systematische Theologie an der Universität des Saarlandes Gotthold Hasenhüttl seinen 85. Geburtstag begehen. Hasenhüttl begann in seiner Heimatstadt Graz das Studium der katholischen Theologie und Philosophie und wechselte dann an die Päpstliche Universität Gregoriana in Rom, wo er das Lizentiat in Philosophie und Theologie erwarb. 1959 in Rom zum Priester geweiht, wirkte er als Kaplan in der heimischen Steiermark und wurde 1962 in Rom zum Dr. theol. promoviert. 1964 begann er seine wissenschaftliche Laufbahn als Assistent am von Hans Küng geleiteten Ökumenischen Institut der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen. Nach der 1969 erfolgten Habilitation für Dogmatik und Ökumenische Theologie mit „Charisma. Ordnungsprinzip der Kirche“ wurde er zum Universitätsdozenten ernannt und erwarb 1971 mit „Der Gottesgedanke bei Jean Paul Satre“ ebenfalls an der Gregoriana in Rom den philosophischen Doktorgrad. Seit 1973 außerplanmäßiger Professor, agierte Hasenhüttl auch als Prodekan und Dekan der Tübinger Fakultät und folgte 1974 dem Ruf der Universität des Saarlandes. Fast drei Jahrzehnte bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2002 lehrte und forschte er auf dem Saarbrücker Campus. Auch in Saarbrücken engagierte er sich in der akademischen Selbstverwaltung. Seit 1989 hat er den Vorsitz der Internationalen Paulusgesellschaft inne und gehört seit 1993 der Academia Scientiarium et Artium Europaea an.

Wegen der bekannten Vorgänge beim 1. Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003, als er bei einem Gottesdienst auch Protestanten und Nicht-Katholiken zum Abendmahl einlud, suspendierte ihn der Trierer Bischof Reinhard Marx unmittelbar danach vom Priesteramt (die Suspendierung wurde durch die römische Glaubenskongregation 2004 rechtskräftig) und entzog ihm 2006 die kirchliche Lehrerlaubnis. Am 28. September 2010 trat Professor Hasenhüttl aus der katholischen Kirche als Körperschaft des öffentlichen Rechts, aber nicht aus der Glaubensgemeinschaft aus.

Der Jubilar hat über 20 in mehrere Sprachen übersetzte Werke und rund 200 Aufsätze und sonstige Beiträge vorgelegt. Zuletzt erschienen unter anderem „Glaube ohne Mythos“ (2001), „Ökumenische Gastfreundschaft. Ein Tabu wird gebrochen“ (2006), „Christen gegen Christen. Der Streit um das gemeinsame Abendmahl“ (2010), „Glaube ohne Denkverbote. Für eine humane Religion“ (2012) sowie „Die Würde des Menschen ist antastbar – in Politik und Religion“ (2018). [mehr]

Neuer Professor für Kirchen- und Theologiegeschichte

Prof. Christoph Nebgen. Foto: privat

Christoph Nebgen studierte Geschichte und Katholische Theologie in Mainz und Rom. In Mainz wurde er 2006 mit dem Thema „Missionarsberufungen nach Übersee in drei Provinzen der Gesellschaft Jesu im 17. und 18. Jahrhundert“ zum Dr. theol. promoviert. Der Förderverein der Forschungsstiftung für Europäische Überseegeschichte zeichnete die Arbeit mit dem Martin Behaim-Preis aus. 2013 habilitierte er sich und erhielt die Lehrbefähigung für das Fachgebiet Mittlere und Neuere Kirchengeschichte und Religiöse Volkskunde. Seine Habilitationsschrift, die sich mit dem Thema konfessioneller Differenzerfahrungen in Reiseberichten beschäftigte, wurde 2016 mit dem Caspar-Olevian-Preis der Caspar-Olevian-Gesellschaft Trier prämiert.

Besondere Forschungsinteressen von Christoph Nebgen sind die Ordensgeschichte und die außereuropäische Kirchengeschichte, insbesondere die Lateinamerikas und Asiens. Weitere Forschungsschwerpunkte sind das Reformationszeitalter und das wechselvolle Verhältnis der verschiedenen christlichen Konfessionen zueinander.

Christoph Nebgen, der zuvor als Lehrstuhlvertreter an der Universität des Saarlandes tätig war, widmet sich in der Forschung zunächst der Missionsgeschichte des 19. Und 20. Jahrhunderts. Hier interessiert ihn vor allem, wie religiöse Medien in und aus Europa das Wissen über Geographie und Kulturen unseres ganzen Globus transportierten.

Neuer Professor für Medizinische Mikrobiologie

Prof. Dr. Dr. Sören Becker (Foto: Koop)

Mit 32 Jahren ist Professor Sören Becker der deutschlandweit jüngste Direktor eines Universitäts-Instituts für medizinische Mikrobiologie.

Nach dem Studium der Humanmedizin in Freiburg und Rom promovierte Becker sowohl in Humanmedizin als auch im Rahmen eines PhD-Doktoratsstudiums. Seit 2012 ist er am Universitätsklinikum des Saarlandes tätig.

Schwerpunkte seiner Arbeit liegen auf einer schnellen Infektionsdiagnostik, einem rationalen Umgang mit anti-infektiven Medikamenten sowie klinischer Infektiologie und Tropenerkrankungen. Eine intensive Weiterbildung in klinischer Tropenmedizin absolvierte er an der Universitätsklinik Lima in Peru.

In seiner Forschung kooperiert Becker eng mit dem Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut in Basel. In gemeinsamen Forschungsprojekten beschäftigt er sich seit Jahren mit sogenannten vernachlässigten Tropenkrankheiten sowie bakteriellen Infektionen und multiresistenten Erregern in Afrika und Europa.

Im Rahmen seiner Professur an der Universität des Saarlandes wird Becker sich für eine enge Zusammenarbeit zwischen der Mikrobiologie und den klinischen Fächern am Universitätsklinikum des Saarlandes einsetzen. Er arbeitet daran, die Zusammenarbeit mit Partnern an der Universität sowie mit weiteren mikrobiologischen Institutionen im Saarland, in Deutschland und auf internationaler Ebene zu intensivieren. Ein Schwerpunkt legt er hierbei auf globaler Gesundheit (Global Health) und einer Kooperation mit afrikanischen Partnerinstitutionen.

Prof. Karl-Otto Jung wird 80 Jahre alt

Selbstporträt. Foto: Jung

Am 13. Oktober kann der auch als Maler und Grafiker bekannte Professor für Bildende Kunst und Kunsterziehung an der Universität des Saarlandes Karl-Otto Jung seinen 80. Geburtstag begehen. Er studierte Kunstgeschichte in München. Weitere Stationen waren die Akademie der Bildenden Künste München und die Staatliche Kunstakademie Düsseldorf. Zwischen 1959 und 1963 beteiligte er sich am Kokoschka-Seminar in Salzburg und wurde 1961 mit dem Oskar-Kokoschka-Fonds Preis ausgezeichnet. Nach einem Studienaufenthalt in London an der „Central School of Arts and Crafts” setzte er an der Universität Köln sein Studium fort und belegte die Fächer Anglistik, Erziehungswissenschaft und Klassische Archäologie. Nach dem Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien und einigen Jahren im Schuldienst wechselte er als Studienrat an die Technische Hochschule Darmstadt, wo er im Fach Zeichnen, Malen und Graphik lehrte. 1975 wurde Karl-Otto Jung zum Professor für Bildende Kunst und Kunsterziehung an der Pädagogischen Hochschule des Saarlandes ernannt und wechselte nach deren Auflösung 1978 an die Universität des Saarlandes, wo er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2004 lehrte und forschte.

Mit seinem Namen eng verbunden ist die Ausstellungs-Reihe „Kunst im Präsidialamt“, die er dank seiner vielfältigen Vernetzungen mit Künstlern von 1985 bis 2012 gestaltete. Prof. Karl-Otto Jung ist bis heute auch selbst mit einem vom modernen expressiven Realismus geprägten Oeuvre als Maler und Grafiker tätig und hat seine Arbeiten in vielen Ausstellungen präsentiert. Zu seinen Publikationen gehören unter anderem der Band „Farben-Sehen. Zum künstlerischen Gebrauch der Farben“ (1988) sowie „Künstlerisches Handeln – Bausteine zur Lehre in den bildenden Künsten“ (2000), „Bildkunst und Sinnstiftung. Zur Grundlegung des Werkes der Bildenden Kunst“ (2004) oder „Im Zwischenreich der Bilder. Aus dem Leben eines unzeitgemäßen Künstlers – Erster Teil“ (2015), „Zweiter Teil“ (2018).

Neuer Professor für Quantitative Methoden und Statistik

Professor Ralf Kellner (Foto: privat)

Ralf Kellner ist neuer Professor für Quantitative Methoden und Statistik. Zuvor war er am Lehrstuhl für Statistik und Risikomanagement der Universität Regensburg tätig.

Kellner studierte Betriebswirtschaftslehre in Regensburg. Nach Abschluss seines Studiums promovierte er sich an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg zum Dr. rer. pol., wo seine Arbeit mit dem Promotionspreis der Hermann-Gutmann-Stiftung ausgezeichnet wurde. Seine besonderen Forschungsinteressen liegen im Bereich des quantitativen Risikomanagements und der statistischen Risikomodellierung. Ziel dabei ist, Risiken korrekt zu quantifizieren und zur Stabilität von Finanzinstitutionen beizutragen.

Weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Anwendung der so genannten Bayesianischen Statistik zur Schätzung von Risikomodellen und zur Inferenz von wirtschaftswissenschaftlichen Fragestellungen. Insbesondere interessiert Kellner sich hierbei, inwiefern statistische Testentscheidungen getroffen werden, wenn diesen Entscheidungen unterschiedliche statistische Philosophien zu Grunde liegen.
An der Universität des Saarlandes wird Ralf Kellner das Studienangebot der quantitativen Methoden in den wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen erweitern. In der Forschung möchte er sich weiter auf die angewandte Statistik im Risikomanagement konzentrieren und neue Akzente im Bereich der Datenanalyse setzen.

Neue Auszubildende und Freiwillige im Sozialen Jahr begrüßt

Am Freitag, 14. September, sind zwölf neue Auszubildende sowie fünf Freiwillige im Sozialen Jahr an der Universität des Saarlandes begrüßt worden. Die neun Frauen und drei Männer lernen in den kommenden Jahren in den Berufen Biologielaborant, Kaufleute für Büromanagement, Tierpfleger und im Dualen Studiengang Wirtschaftsinformatik. Der Ausbildungsort ist in acht Fällen der Campus Homburg, vier arbeiten am Standort Saarbrücken. Die fünf Freiwilligen im Sozialen Jahr – ausschließlich junge Frauen – kommen in den Bereichen Materialwissenschaften, FlexiMedKids, International Office, NanoBioLab sowie Sport- und Präventivmedizin zum Einsatz.

 

Neuer Professor für Forensische Psychologie und Psychiatrie

Foto: privat

Prof. Dr. med. Wolfgang Retz, zuletzt Professor für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie und Leiter der gleichnamigen Sektion an der Universitätsmedizin Mainz, ist als neuer Professor für Forensische Psychologie und Psychiatrie zurück an der Universität des Saarlandes.

Von 2004 bis 2010 war Retz Juniorprofessor für „Neurobiologie in der forensischen Psychiatrie“ an der Saar-Universität. 2008 habilitierte er sich hier und erhielt die Venia legendi für das Fach Psychiatrie und Psychotherapie. Von 2010 bis zu seinem Ruf nach Mainz im Jahr 2013 war er Außerplanmäßiger Professor für Psychiatrie und Psychotherapie unserer Universität.

Wolfgang Retz studierte Humanmedizin in Würzburg. Die Unterfränkische Gedenkjahrstiftung für Wissenschaft zeichnete seine Promotion zum Doktor der Medizin aus. Im Mittelpunkt seiner Forschung steht die Frage, welche Bedeutung Entwicklungsstörungen für die Entwicklung sozialer Anpassungsstörungen und für die Neigung haben, rechtliche Grenzen zu überschreiten und straffällig zu werden. In diesem Zusammenhang beschäftigt er sich auch mit der Diagnostik und der Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Erwachsenenalter, insbesondere auch mit Strategien und Hilfen für die Alltagsbewältigung. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt von Wolfgang Retz betrifft das Zusammenspiel von genetischen Ursachen und Umweltfaktoren auf die Entwicklung gewalttätigen Verhaltens. An der Universität des Saarlandes wird er sich als Direktor des 1968 gegründeten Instituts für Gerichtliche Psychologie und Psychiatrie verstärkt auch der Frage der Prävention von Straftaten und geeigneter Behandlungsmethoden für Straftäter und deren Umsetzung widmen.

Ehrendoktorwürde für Professor Peter Maaß

Peter Maaß. Foto: privat

Die Fakultät für Mathematik und Informatik verleiht am 29. Juni 2018 die Ehrendoktorwürde an Prof. Peter Maaß „in Anerkennung seiner Verdienste in der Numerischen Mathematik und deren innermathematischen Konsequenzen für die Theorie und Lösung inverser Probleme sowie deren weitreichenden Anwendungen in der medizinischen Bildgebung und Industrie“. Peter Maaß ist Professor für Numerische Mathematik an der Universität Bremen und leitet dort das Zentrum für Technomathematik, das sich mit der Modellierung und Lösung komplexer Probleme in den Natur- und Ingenieurswissenschaften beschäftigt. Prof. Maaß ist einer der angesehensten und renommiertesten Mathematiker in Deutschland. Seine Hauptforschungsgebiete sind die Lösung inverser Probleme, die mathematische Datenanalyse sowie bildgebende Verfahren.
Mit der Universität des Saarlandes ist Prof. Peter Maaß schon seit 1990 eng verbunden. Hier habilitierte er 1993 bei Mathematik-Professor Alfred K. Louis. Gleich danach erhielt er einen Ruf auf eine C4-Professur für Numerische Mathematik an die Universität Potsdam; 1999 folgte er einem Ruf an die Universität Bremen, wo er noch heute wirkt. Aktuell arbeitet Prof. Peter Maaß mit den beiden Saarbrücker Professoren Alfred Louis und Thomas Schuster sowie mit der promovierten Mathematikerin Anne Wald zusammen. Unter anderem forscht er im Rahmen einer deutsch-chinesischen Kooperation gemeinsam mit Prof. Louis im DFG-geförderten Projekt „Multimodale Tomographie“ sowie gemeinsam mit Prof. Schuster und Dr. Wald im BMBF-geförderten Projekt „Magnetic Particle Imaging“.
[Link zur Veranstaltung]

Ehrendoktorwürde für Lars Bäckman

Lars Bäckman. Foto: privat

Die Fakultät für Empirische Humanwissenschaften und Wirtschaftswissenschaft verleiht am 11. Juni 2018 die Ehrendoktorwürde an den Professor für Kognitive Neurowissenschaften Dr. Lars Bäckman. Der Psychologe forscht im Zentrum für Alternsforschung am Karolinska Institutet in Stockholm. Er ist Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften und der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste.
Im Mittelpunkt seiner Forschungsarbeiten steht die Alterung des menschlichen Gehirns. Unter anderem geht Lars Bäckman der Frage nach, wo die Grenze verläuft zwischen „normalen“ kognitiven Alterungsprozessen und pathologischen Veränderungen, wie sie bei Demenz auftreten. Zudem untersucht er den Einfluss individueller Faktoren auf das kognitive Altern: Wie wirken sich beispielsweise Gesundheit, Bildung sowie physische, mentale und soziale Aktivitäten auf die Gehirnalterung aus, und bis zu welchem Ausmaß können ältere Menschen die kognitiven Verluste ausgleichen? Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Rolle des Neurotransmitters Dopamin. Dopamin ist wichtig für die Regelung kognitiver Prozesse und insbesondere auch für die Gedächtnisbildung. Da die Anzahl der Dopamin-Rezeptoren im Gehirn mit zunehmendem Alter abnimmt, gilt dies als eine Ursache für altersbezogene Einbußen in der kognitiven Leistungsfähigkeit, wie Lars Bäckman zeigen konnte. Seine Forschung zeichnet sich sowohl durch breit angelegte epidemiologische Langzeitstudien aus als auch durch experimentelle Arbeiten mittels bildgebender Verfahren wie funktioneller Magnetresonanztomographie.
Mit der Universität des Saarlandes verbinden Lars Bäckman langjährige Kontakte zu Forscherkollegen, insbesondere zu den Professoren Johannes Engelkamp, Jutta Kray, Axel Mecklinger und Hubert Zimmer sowie Ulman Lindenberger, jetzt Direktor am Max Planck Institute for Human Development in Berlin.

90. Geburtstag von Alt-Rektor Hellmuth Sitte

Am 6. Mai kann der Altrektor der Universität des Saarlandes und emeritierte Professor für Allgemeine Biologie Dr. Hellmuth Sitte seinen 90. Geburtstag begehen. Er ist der Universität seit über 50 Jahren eng verbunden und in ihren Annalen als letzter Rektor von 1969 bis 1973 verzeichnet. In seinem Studium der Naturwissenschaften wandte sich Hellmuth Sitte der Elektronenmikroskopie zu sowie der Entwicklung von Ultramikrotomen, mit denen sich extrem dünne Schnittpräparate herstellen lassen. Mehrere ehrenvolle Berufungen – unter anderem einen Ruf an die Harvard-Universität – lehnte er bereits in jungen Jahren ab. Der Heidelberger Habilitation im Fach „Zellenlehre und Elektronenmikroskopie“ folgte 1963 der Wechsel nach Homburg, wo er die „Elektronenmikroskopische Abteilung“ der Medizinischen Fakultät leitete. 1964 zum Abteilungsvorsteher ernannt, erhielt er im Sommer 1966 einen Ruf der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Im Zuge der Rufabwehr übernahm er im September 1966 das Homburger Ordinariat für „Cytologie und Elektronenmikroskopie“, das 1972 in „Allgemeine Biologie für Mediziner“ umbenannt wurde. Bis zu seiner Emeritierung 1996 wirkte er auf dem Homburger Campus. Sein wissenschaftliches Oeuvre umfasst rund 100 Publikationen und weit über 200 Patente aus dem Bereich der Ultramikrotomie und der Tieftemperaturtechnik.

Als letzter Rektor vor Einführung der Präsidialverfassung leitete er zwischen 1969 und 1973 die Universität des Saarlandes in der angespannten Atmosphäre des hochschulpolitischen Umbruchs. Nach dem Rektorat wirkte er lange als Vertrauensdozent der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Der Träger des Saarländischen und Luxemburgischen Verdienstordens wurde 1993 zum Ehrenmitglied der ehrwürdigen Royal Microscopical Society in Oxford ernannt und gehört zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften an. 2016 hat er persönliche Impressionen unter dem Titel „Was wirklich zählt – Gedanken eines unverbesserlichen Optimisten“ veröffentlicht.

Jura-Studenten erneut bei internationalem Wettbewerb ausgezeichnet

Auch zum 25. Jubiläum des „Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot“-Wettbewerbs entsandte die Saar-Uni wieder ein Team nach Wien: Gegen über 360 Teams aus aller Welt vertrat es vor einer internationalen Jury Kläger- und Beklagtenseite in einem fiktiven Schiedsverfahren und kehrte auch dieses Jahr preisgekrönt zurück: Aliz Káposznyák (l. Foto oben) zählt mit ihrem überragenden Verhandlungsgeschick zu den besten Sprechern des Wettbewerbs. Sie erhielt eine „honourable mention“ für hervorragende Sprecherleistungen. Im Rahmen des sechsmonatigen Wettbewerbs werden Fragestellungen des internationalen Kauf- und Schiedsverfahrensrechts in einem fiktiven Fall thematisiert. Von Oktober bis Januar erstellten die Studenten englischsprachige Schriftsätze für Kläger- und Beklagtenseite, die eine internationale Jury bewertete. Zentral kam es auf sehr gute Recherchekenntnisse, hervorragende Argumentationsfähigkeit, eine schnelle Auffassungsgabe sowie Teamfähigkeit an. Ab Februar wechselte der Wettbewerb in die mündliche Phase, in der die Präsentation ausgefeilter Plädoyers im Mittelpunkt stand. In Probeverhandlungen traten die Studenten gegen Teams anderer deutscher, europäischer und internationaler Universitäten an: in juristischen Fakultäten und Kanzleien in Zürich, Stuttgart, Mostar (Bosnien), London, Paris, Frankfurt, Düsseldorf und Belgrad. Krönender Abschluss waren Ende März die finalen Verhandlungen in Wien, bei denen die Studenten in die Rolle der Anwälte schlüpften und vor international besetzten Schiedsgerichten Plädoyers in englischer Sprache hielten.

Das Team um die Studenten Aliz Káposznyák, Andrés Eduardo Alvarado Garzón, Pieter Van Vaerenbergh sowie Selina Stachowitz wurde auch in diesem Jahr betreut von Professor Helmut Rüßmann (l., Foto unten), Ben Köhler und Anja Neufing. Die Teilnahme und die Reisen unterstützten unter anderem die Universitätsgesellschaft aus dem Nachlass von Wilhelm Pelletier und die Stiftung ME Saar. (Fotos: Anja Neufing)

Mehr zum diesjährigen Wettbewerb finden Sie hier

Einen Artikel über die VIS-Moot-Teilnahme 2017 finden Sie hier.

Jura-Studentinnen und -Studenen, die beim nächsten VIS-Moot im Saarbrücker Team dabei sein wollen, können sich noch bis 25. Juni bewerben. Informationen dazu finden Sie hier.