Sprachtechnologie
Oliver Dietze

Computerlinguisten verbessern Assistenzsystem für Fluglotsen

Von ihren Entscheidungen hängen Menschenleben ab, ihre psychische Belastung ist enorm. Zwischen 3,5 bis 11,3 Sekunden dauert im Durchschnitt ein Funkkontakt, währenddessen Fluglotsen dem Piloten zuhören, den Radarschirm überprüfen und neue Anweisungen geben. Assistenzsysteme sollen sie dabei unterstützen. Jedoch fehlt diesen die Fähigkeit, die ausgetauschten Kurzsätze zu verstehen und zu verarbeiten. Computerlinguisten an der Universität des Saarlandes haben nun mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ein System entwickelt, das zuhört und mitdenkt.

Genforschung
Curestis

Bioinformatiker sagen Resistenzen gegen Antibiotika vorher

Jedes Jahr sterben in der Europäischen Union etwa 25.000 Menschen an antibiotikaresistenten und damit schwer behandelbaren Bakterien. Zwar existieren Diagnoseverfahren, um solche Resistenzen vorab zu erkennen, jedoch sind diese zeitaufwendig. Forscher des Zentrums für Bioinformatik an der Universität des Saarlandes arbeiten daher mit dem Diagnostikentwickler Curetis zusammen, um die gefährlichen Resistenzen schneller aufzudecken. Ihre Geheimwaffe: Eine umfassende Gendatenbank und leistungsfähige Algorithmen.

Energiespeicher
Foto: INM/Bellhäuser

Kohlenstoffwürfel mit unregelmäßigen Poren und Ionen (blau und rot). Die Berechnung der Struktur hat mehrere Monate gedauert.

Ionen wollen kuscheln: Bessere Grundlagen für Simulation von Energiespeichern

Kamerablitze, Flugzeugtüren, Systeme zur Bremsenergie-Rückgewinnung – Sie funktionieren heute auf Grundlage ultraschneller Speichertechnologie, die auf der Ionenspeicherung in einer porösen Kohlenstoff-Elektrode basiert – so genannte Superkondensatoren. Erheblich verbessern könnte man die Effizienz solcher Energiespeicher, wenn man das Speichermedium, den Kohlenstoff, so gestalten könnte, dass möglichst viele Ionen auf engem Raum Platz finden. Saarbrücker Wissenschaftler um den Professor für Energie-Materialien, Volker Presser, haben nun gemeinsam mit Kollegen aus Österreich ein Verfahren entwickelt, das die Beschaffenheit einer solchen Kohlenstoff-Elektrode und die Abläufe in ihrem Inneren viel präziser am Computer nachbilden kann als bisherige – idealisierte – Computersimulationen.

Pharma-Forschung
Foto: Gregor Fuhrmann

Der Apotheker und Arzneimittel-Forscher Gregor Fuhrmann im Labor des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung (HIPS).

Mit dem Vesikel-Taxi zum Infektionsherd

Antibiotika im menschlichen Körper genau dorthin zu schleusen, wo sich krankmachende Bakterien aufhalten – das ist das Ziel des Pharmazeuten Gregor Fuhrmann. Als Transportmittel will er winzige Bläschen einsetzen, so genannte Vesikel. Sie werden von Körperzellen und von Bakterien produziert, um miteinander zu kommunizieren. Für sein Forschungsvorhaben am Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung (HIPS) erhält der 34-jährige Wissenschaftler 2,1 Millionen Euro im Rahmen von „NanoMatFutur“. Das Programm für den Aufbau einer unabhängigen Forschergruppe wird vom Ministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert.

Forschernetzwerk
Saar-Uni

Pharmazie-Professor Claus Jacob forscht an Wirkstoffen und Arzneimitteln, die sich aus heimischen Pflanzen gewinnen lassen.

Fit bis ins hohe Alter durch die richtige Ernährung?

Wie man mit der richtigen Ernährung vielen Krankheiten vorbeugen kann, und inwiefern sich mit einer spezifischen Diät Alterungsprozesse beeinflussen lassen, ist Gegenstand des Verbundprojekts „NutRedOx“. Es wurde im Dezember von der Europäischen Union bewilligt und wird ab Mitte 2017 für vier Jahre gefördert. Am Forschernetzwerk beteiligt sind rund hundert Wissenschaftler ganz unterschiedlicher Fachrichtungen und aus verschiedenen Ländern – von den Maghreb-Staaten bis zum Kaukasus –, darunter auch das Team von Claus Jacob, Professor für Bioorganische Chemie an der Universität des Saarlandes.

Designetz
Titelfoto: Oliver Dietze

Rechtsinformatiker Christoph Sorge ist Experte für Datenschutz in intelligenten Stromnetzen und in der Hausautomation.

Rechtsinformatiker sorgen für sichere Daten im Stromnetz der Zukunft

Intelligente Stromzähler sollen künftig in deutschen Haushalten Daten über den Energieverbrauch der Bewohner sammeln und transparent machen, wann und wo wieviel Strom verbraucht wird. Der Rechtsinformatiker Christoph Sorge von der Saar-Uni forscht daran, dass die Daten dabei gut geschützt und sicher vor Missbrauch und unbefugtem Zugriff sind. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert seine Forschung im Rahmen des SINTEG-Verbundprojektes „Designetz“ mit rund 450.000 Euro.

EU-Forschungsprojekt
fotolia, Sergey Nivens

Epigenetiker wollen chronische Entzündungen besser verstehen

Wie verändern sich Gewebe, Blut und Zellen auf molekularer Ebene, wenn man an komplizierten chronischen Entzündungen erkrankt? Dies wollen Forscher unter Leitung des Kieler Professor Philip Rosenstiehl in dem Europäischen Exzellenzcluster SYSCID herausfinden. Sie werden dafür von der Europäischen Kommission über fünf Jahre mit rund 14,4 Millionen Euro unterstützt, davon fließen 1,2 Millionen Euro an die Saar-Uni. Dort will Epigenetik-Professor Jörn Walter dazu beitragen, die Krankheitsverläufe etwa der Darmentzündung Morbus Crohn oder der rheumatoiden Arthritis besser zu verstehen.

Drittmittel
Titelbild: Oliver Dietze

An der Saar-Uni helfen Forschungsmentoren wie der Messtechniker Andreas Schütze (l.) bei Fragen zu Forschungsanträgen weiter.

Viel Rückenwind für Forscher mit großen Plänen

Forschungsgelder zu beantragen ist eine Wissenschaft für sich. Es geht um viel, die Konkurrenz um die Geldtöpfe ist groß, der Wettbewerb zunehmend hart. Hier ins Schwarze zu treffen, kann Neulinge wie Profis ins Schwitzen bringen. Wertvolle Schützenhilfe leisten an der Saar-Uni die Servicestelle „Strategisches Forschungsmanagement“ und ehrenamtliche Forschungsmentoren.

Materialwissenschaft
fotolia

Forschung unter der kalifornischen Sonne

Nur 100 Nachwuchsforscher in Deutschland erhalten pro Jahr ein Stipendium der Humboldt-Stiftung, um bis zu zwei Jahre im Ausland zu forschen. Der Materialwissenschaftler Andreas Rosenkranz von der Saar-Uni wurde jetzt für San Diego ausgewählt.

Pharmazie
Fotos: Ehrlich

Alexandra K. Kiemer (l.) und Jessica Hoppstädter (r.) haben den Wirkmechanismus von Kurkumin aufgeklärt

Curry-Inhaltsstoff Kurkumin wirkt wie Kortison entzündungshemmend

Die Pharmazeutinnen Professor Alexandra K. Kiemer und Jessica Hoppstädter von der Saar-Uni haben enträtselt, warum Kurkumin antientzündlich wirkt: Der Stoff, dem Currypulver seine gelbe Farbe verdankt, beeinflusst wie Kortison gezielt ein bestimmtes Protein, das bei Entzündungen im menschlichen Körper eine Schlüsselrolle spielt. Ihre Grundlagenforschung zum Wirkmechanismus von Kurkumin könnte in Zukunft dazu beitragen, neue, nebenwirkungsarme Medikamente gegen Krankheiten wie Morbus Crohn zu entwickeln.