Online-Simulator

Thorsten Lehr prognostiziert hohe Covid-19-Fallzahlen

Wie viele Covid-19-Patienten müssen schon bald ins Krankenhaus? Wie viele brauchen intensivmedizinische Betreuung? Saarbrücker Forscher haben für solche Vorhersagen ein mathematisches Modell entwickelt, das auf der Basis umfangreicher Daten präzise Ergebnisse für alle Bundesländer liefert. In den Szenarien des Online-Simulators wird sichtbar, dass es in Deutschland in zwei bis drei Wochen 20.000 neue Infektionsfälle pro Tag geben könnte, sollte die Ansteckungsrate so hoch bleiben wie derzeit.

Bildungstechnologie

So klappt digitaler Unterricht

Vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit der coronabedingten Schulschließung wirbt Professor Armin Weinberger dafür, digitale Formen des Lehrens und Lernens systematisch in den Unterricht zu integrieren: Für Lehrerinnen und Lehrer eröffne dies neue Möglichkeiten, ihren Unterricht mit interaktiven Werkzeugen und Lehrmaterialien kreativ zu strukturieren, zu gestalten und zu steuern. Der Bildungswissenschaftler, der an kooperativen Lehrformen forscht, unterstützt Lehrkräfte dabei, neue Formate ins Klassenzimmer zu bringen.

Nachwuchsforscherin ausgezeichnet

Neuartige Doppelstrategie gegen Krebs

Einen vielversprechenden neuen Ansatz für die Tumortherapie eröffnet ein Wirkstoff, an dem die Pharmazeutin Charlotte Dahlem im Team von Alexandra K. Kiemer an der Universität des Saarlandes forscht: Der Naturstoff hindert den Krebs daran, zu wachsen, und bringt außerdem die körpereigene Abwehr dazu, die Tumorzellen anzugreifen. Für ihre Arbeit an dieser Doppelstrategie hat die Nachwuchsforscherin jetzt den Preis der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung erhalten.

Computerlinguistik

Vera Demberg will den Dialog mit Computern verbessern

Menschen passen sich Gesprächspartnern an, indem sie zum Beispiel Fachjargon verwenden. Computern fällt es noch schwer, im Dialog mit Nutzern individuell zu reagieren. Vera Demberg möchte das ändern. Die Professorin für Informatik und Computerlinguistik an der Saar-Universität will dafür ein Schlüsselproblem der Kommunikation angehen: Menschen schlussfolgern Dinge, die über das wörtlich Gesagte hinausgehen – und nicht jeder meint dabei das Gleiche. Das macht es auch für Computer kompliziert.

EU-Forschungsförderung

Gregor Fuhrmann verfolgt neuen Ansatz im Kampf gegen Infektionen

Bei der Suche nach neuen Antibiotika geht Gregor Fuhrmann neue Wege: Er will Bodenbakterien dazu anregen, Wirkstoffe gegen krankmachende Keime zu produzieren. Dabei arbeitet der Arzneimittelforscher mit winzigen Bakterien-Vesikeln. Für seine Pionierforschung am Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) hat ihn der Europäische Forschungsrat (ERC) mit dem renommierten ERC Starting Grant ausgezeichnet. Sein Projekt wird über fünf Jahre mit 1,5 Millionen Euro gefördert.

Klima schreibt Geschichte

Wie ein halbes Grad die Welt verändern kann

Große Kälte oder Hitze, lange Dürren, sintflutartiger Regen – das Klima hat mehr als einmal die Welt unserer Vorfahren aus den Angeln gehoben. Aufstieg und Niedergang ganzer Kulturen sieht der Historiker Wolfgang Behringer als Folge des Klimawandels, ebenso Hexenverfolgung und Aufstände. Er sagt: Die Industrielle Revolution war Europas Antwort auf die eisige Zeit zuvor. Während dieser "Kleinen Eiszeit" vom 14. bis ins 19. Jahrhundert veränderte sich die Durchschnittstemperatur gerade mal um ein halbes Grad.

Alternsforschung

Pharmazeutinnen entlarven eine der Ursachen, warum wir altern

Warum altern wir? Was genau passiert dabei im Körper? Und: Lässt sich dagegen etwas tun? Diese Fragen beschäftigen die Wissenschaft seit Menschengedenken. Einen Stein der Weisen haben die Pharmazeutinnen Alexandra K. Kiemer und Jessica Hoppstädter von der Universität des Saarlandes zwar nicht gefunden. Aber: Sie haben Vorgänge im Immunsystem entlarvt, die mit dazu beitragen, dass wir altern.

Materialforschung

Ingenieure wollen Materialien für die Wasserstofftechnologie fit machen

Damit Wasserstoff in großem Maßstab als Energieträger genutzt werden kann, muss er sicher gelagert und transportiert werden können. Allerdings sind Wasserstoff-Atome hochreaktiv und schädigen viele Materialien, beispielsweise Metalle: Diese werden spröde, können Risse bilden und sind weniger langlebig. Welche Prozesse dabei in den Materialien ablaufen und wie die Schäden minimiert werden können, will eine neue Arbeitsgruppe am Lehrstuhl für Experimentelle Methodik der Werkstoffwissenschaften an der Universität des Saarlandes herausfinden.

Neues Leuchtturmprojekt

Wie die Zukunft für Unternehmer berechenbarer wird

Keine Rohstoffe wegen Corona, Kollaps von Lieferketten wegen Niedrigwasser in Flüssen oder Produktionsstillstand durch ein Verschleißteil: In der vernetzten Wirtschaftswelt kann der sprichwörtliche Flügelschlag eines Schmetterlings Unternehmen in Bedrängnis bringen. Risiken wie Kosten sind immens. DFKI und Universität des Saarlandes wollen mit Partnern jetzt dafür sorgen, dass Unternehmer immer den passenden Plan B in der Tasche haben.

Messtechnik und Arbeitsschutz

Alarm bei giftigen Gasen

Werden Kunststoffe recycelt oder weiterverarbeitet, können gesundheitsschädliche Dämpfe oder Gase entstehen. Bislang wird dies nur stichprobenartig überprüft. Ein neues Senorsystem soll jetzt permanent im laufenden Betrieb die Luftqualität in der Kunststoffindustrie überwachen und Arbeiterinnen und Arbeiter vor Ort bei bedenklichen Konzentrationen warnen.