Cebit 2018

Saarbrücker Informatiker ermöglichen fünfte Dimension für Videos

Mit ihrer nahezu unendlichen Tiefenschärfe fasziniert die so genannte Lichtfeld-Fotografie auch Hobbyfotografen, seitdem kommerzielle Kameras auf dem Markt sind. Sie bietet die Möglichkeit, den Schärfebereich des gewählten Bildausschnittes noch nach der Aufnahme zu verändern und dreidimensionale Aufnahmen zu produzieren. Bei Videos kommt Lichtfeld-Fotografie bisher nur vereinzelt zum Einsatz, auch weil die dafür notwendigen Kamerasysteme nur an wenigen Standorten existieren - die Universität des Saarlandes ist seit Kurzem einer davon. Aufnahmen und Details ihres selbst entwickelten Systems präsentierten die Forscher erstmals auf der Computermesse Cebit.

Ingenieurwissenschaft

Forscher lassen in Roboter-Greifern künstliche Muskeln spielen

Kurze Stromimpulse genügen, um blitzschnell ein kraftvolles Vakuum zu erzeugen und wieder zu lösen: Der neuartige Sauggreifer, den das Team um Stefan Seelecke entwickelt hat, lässt Roboterarme Gegenstände sicher festhalten und frei im Raum bewegen – ohne Druckluft, stromsparend, leise und reinraumtauglich.

Wirtschaftsinformatik

Vom Feld bis zur Chipstüte: Forscher optimieren Kartoffelproduktion

Damit Kartoffelbauern Ernte wie Erträge verbessern und Lebensmittelproduzenten mit Durchblick planen können, helfen jetzt Wirtschaftsinformatiker der Saar-Uni mit. Sie optimieren die Kartoffelproduktion von der Ernte bis zu den fertigen Chips. Das Team von Wolfgang Maaß sorgt für Transparenz rund um die Knolle und lässt dafür auch eine schmerzempfindliche künstliche Knolle miternten.

Ingenieurwissenschaft

Mitdenkende Räder sorgen für Schub

Räder, die ohne zusätzliche Sensoren selbst wissen, wann sie für wie viel Anschub sorgen müssen, und dabei im Team gefühlvoll zusammenarbeiten: Diese neue Technik zeigen Matthias Nienhaus und sein Team von der Saar-Uni auf der Hannover Messe. Sie kann überall zum Einsatz kommen, wo Unterstützung gefragt ist beim Ziehen, Schieben oder Fahren, also vom Rollator und Rollstuhl über die Sack- oder Schubkarre bis zum Einkaufswagen.

Nature-Artikel

Raumtemperatur-Maser zur Übertragung schwacher Signale

Die Raumsonde Voyager 2 hat sich um kaum vorstellbare 17 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt und sendet weiterhin Signale an die Bodenstation. Möglich macht dies die Maser-Technologie, die ähnlich dem Laser kohärente Wellen erzeugt und damit schwache Signale rauschfrei verstärkt. Für die Kommunikation auf der Erde wird diese Technologie bisher nur selten verwendet, weil sie nur bei tiefen Temperaturen funktioniert. Ein Forscherteam am London Centre for Nanotechnology und der Saar-Uni hat jetzt jedoch einen Maser entwickelt, der auch bei Raumtemperaturen eingesetzt werden kann. Ihre Entwicklung war Leitartikel des renommierten Fachjournals „Nature“.

Gesundheitsmanagement

Auf der Suche nach dem großen Wurf

Gesundheitssysteme sind unglaublich komplex und teuer, nicht nur in Deutschland. Daher sind Veränderungen daran auch so schwer. Matti Znotka sucht dennoch nach Wegen, wie ein Gesundheitssystem zum einen besser für die Patienten und gleichzeitig aber auch günstiger für die Beitragszahler werden kann. Der Wirtschaftswissenschaftler nimmt Anleihen aus dem Unternehmertum, um das System effizienter zu gestalten.

Materialforschung

Stahl ist nicht gleich Stahl

In Autos, Windrädern und Brücken wird viel Stahl verbaut, etwa 5.000 Stahlsorten sind auf dem Markt. Doch wie können Hersteller bei einem spezifischen Stahl garantieren, dass er immer dieselbe hohe Qualität aufweist? Bisher werden dafür Materialproben unter dem Mikroskop analysiert und von erfahrenen Mitarbeitern mit Beispielbildern abgeglichen. Diese Werkstoff-Klassifizierung ist jedoch fehleranfällig. Mit Hilfe von maschinellen Lernverfahren haben Saarbrücker Informatiker und Materialforscher daher eine Methode entwickelt, die viel genauer und objektiver ist als herkömmliche Qualitätskontrollen. Ihre Ergebnisse wurden in den Scientific Reports des renommierten Fachmagazins Nature veröffentlicht.

Sportmedizin

Medizinerin will mit Sport den Blutdruck senken

Bluthochdruck ist weit verbreitet in der Bevölkerung. Wird das Blut zu kraftvoll durch den Körper gepumpt, können zum Teil auch lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Folge sein. Melissa Wegmann, Doktorandin am Institut für Sport- und Präventivmedizin von Professor Tim Meyer, hat in einer Teilstudie ihrer Doktorarbeit nun herausgefunden, dass ein akut niedrigerer Blutdruck nach einer kurzzeitigen Belastung auf dem Laufband ein praktikabler Indikator dafür ist, dass der Blutdruck auch dauerhaft sinken kann, wenn der Patient ein Ausdauer-Lauftraining absolviert.