Psychologie

Therapie für traumatisierte Flüchtlinge

Etwa ein Drittel der Menschen, die aus Krisengebieten nach Deutschland geflüchtet sind, leidet unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung oder Depressionen. Bisher gibt es für sie nur wenige Therapieangebote, auch aufgrund von Sprachbarrieren. Im Rahmen einer Studie können jetzt rund 60 Betroffene in der Psychotherapeutischen Universitätsambulanz unter Leitung der Professorinnen Tanja Michael und Monika Equit behandelt werden. Sie werden zugleich ein Ausdauersportprogramm absolvieren, das von Professor Tim Meyer am Institut für Sport- und Präventivmedizin wissenschaftlich begleitet wird.

Materialwissenschaft

Riesige Fundamente für Offshore-Windparks

Bei rund zehn Megawatt Leistung haben Windkraftanlagen auf offener See heute gewaltige Dimensionen. Ihr gigantisches Maschinenhaus mit Generator, Rotor und über hundert Meter langen Rotorblättern steht auf einem Stahlturm. Dieser wiederum ruht im Meer auf kolossalen Stahlrohren, den sogenannten Monopiles, mit aktuell bis zu zehn Metern Durchmesser und 1.500 Tonnen Gewicht. Materialforscher der Saar-Universität wollen mit dem Stahlspezialisten Dillinger und weiteren Partnern maßgeschneiderte Stahlsorten entwickeln.

Neuroradiologie

Forscher finden Zusammenhang zwischen Hirnanatomie und beruflichen Neigungen

Berufliche Neigungen werden meist über psychologische Interessenstests bestimmt. Neuroradiologe Christoph Krick hat nun gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der berufsbildenden Schule Zweibrücken (Ignaz-Roth-Schule) und ihrem Lehrer Stefan Gurres herausgefunden, dass es einen messbaren Zusammenhang zwischen diesen per Test gemessenen beruflichen Neigungen und den dafür benötigten Hirnregionen gibt.

Exzellenzberufung

Heisenberg-Professor erforscht Symmetrien der Quantenwelt

Sein Gebiet ist die Mathematik von morgen. Wenn die Quantenphysik in Zukunft Fortschritte macht, schlägt für seine Erkenntnisse die Stunde: Moritz Weber, neuer Heisenberg-Professor der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Saar-Universität, betreibt Grundlagenforschung im Bereich der Quantengruppen an der Schnittstelle von Analysis, Algebra und Kombinatorik. Er erforscht Quantensymmetrien und begibt sich dabei auch auf die Spur der Quanteninformationstheorie und der freien Wahrscheinlichkeit.

Technikkritik

Webcam im Design eines menschlichen Auges

Mikrofone und Kameras sind heute überall verbaut: in Smartphones, Laptops, sogar in Kühlschränken und Fernsehern. Viele Menschen sind inzwischen an ihre Gegenwart gewöhnt und sehen sie nicht mehr als das, was sie eigentlich sind – allgegenwärtige Augen und Ohren. Ein Uni-Team aus Informatikerinnen und Informatikern nutzt einen innovativen Design-Ansatz, um die alltäglich gewordene Sensorik kritisch zu hinterfragen. Mit ‚Eyecam‘ stellen sie nun den Prototypen einer Webcam vor, die nicht nur wie ein menschliches Auge aussieht, sondern dessen Bewegungen realitätsgetreu imitiert.

Verbundprojekt

Jüdisches Leben in Bayern für Synagogen-Gedenkband erforscht

Über 200 ehemalige jüdische Gemeinden in Bayern wurden von einem interdisziplinären Wissenschaftlerteam rund zwei Jahrzehnte lang systematisch erforscht. Die Ergebnisse werden jetzt in dem Synagogen-Gedenkband Bayern veröffentlicht, der aus mehreren Teilbänden besteht. Der letzte Band umfasst rund 1.700 Seiten, insgesamt sind es etwa 4.100 Seiten. Das Forschungsprojekt hat Wolfgang Kraus, Professor für Evangelische Theologie der Saar-Universität geleitet.

Europawissenschaften

Grenzregionen in West und Ost im Vergleich

Seit einem Jahr werden die Grenzübergänge innerhalb der Europäischen Union wegen der Corona-Pandemie immer wieder kontrolliert, einige Schlagbäume senkten sich zeitweise sogar ganz. Darunter litten vor allem die Grenzregionen, deren enge Verflechtungen plötzlich gekappt wurden. Die Besonderheiten dieser Grenzräume stehen jetzt im Mittelpunkt eines interdisziplinären Verbundprojekts, an dem Forscherinnen und Forscher der Universität des Saarlandes und drei weiterer Universitäten beteiligt sind. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Kooperation drei Jahre lang mit rund zwei Millionen Euro.

Wirtschaftsinformatik

Stefan Morana will die Medizin weiter digitalisieren

Eine Organverpflanzung ist ein kompliziertes und langwieriges Unterfangen. Über Jahre reihen sich Arzttermine aneinander, Behandlungspläne werden erstellt und wieder verworfen. In dieser belastenden Situation könnte ein digitaler Helfer den Patienten zusätzliche Sicherheit verschaffen und die Mediziner entlasten. Einen solchen digitalen Assistenten möchte ein Team der Universität des Saarlandes, des Zentrums für Recht und Digitalisierung Saar und der TU Dresden gemeinsam mit zwei Partnerunternehmen entwickeln.

Computergrafik

„Technik-Oscar“ geht an drei ehemalige Informatik-Doktoranden

Die „Academy of Motion Picture Arts and Sciences“ verleiht nicht nur Schauspielern und Filmemachern die als „Oscar“ bekannte Auszeichnung, auch für technische Verdienste werden Oscars vergeben. In diesem Jahr werden die Grundlagenforschung und die technische Entwicklung der „Intel Embree Ray Tracing Library“ prämiert. Drei der Preisträger haben bei Philipp Slusallek an der Universität des Saarlandes promoviert.