Jean-Monnet-Lehrstuhl

50.000 Euro für Forschung gegen Diskriminierung und Vorurteile

Europäische Integration, Antidiskriminierung, Menschenrechte und Vielfalt: Mit diesen Themen werden sich Professor Thomas Giegerich und das Team des Jean-Monnet-Lehrstuhls künftig verstärkt befassen. Die Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur der Europäischen Union hat dem Europarechtler und Co-Direktor des Europa-Instituts im Rahmen des Erasmus+-Programms einen zweiten Jean-Monnet-Lehrstuhl zuerkannt.

Sprachwissenschaften

Wissenschaftsgeschichte auf einen Klick

Für Historiker ist es mühsamer Alltag: Am Anfang jeder Arbeit steht das Quellenstudium. Wochen- und monatelange Recherche in Bibliotheken und Archiven und aufwändige Reisen machen die Geschichtswissenschaft zu einem langwierigen Prozess. Sprachwissenschaftler wie Katrin Menzel aus Saarbrücken könnten hier Abhilfe schaffen. Sie forschen an einer Methode, mit der digitalisierte historische Texte blitzschnell durchsucht werden können. Ihr Forschungsobjekt sind die „Philosophical Transactions“, die älteste noch existierende Wissenschaftszeitschrift der Welt.

Anglistik

Viel Drama in Nachrichten aus England

Harry Potter, James Bond und der kleine Hobbit zählen zu ihren populären Forschungsobjekten. Jetzt untersucht Lena Steveker scharfzüngige politische Texte der Vergangenheit – und hofft auf eine Karriere als Wissenschaftlerin. Für ihre Habilitation erforscht die Literaturwissenschaftlerin englische Schmähschriften der frühen Neuzeit.

Materialforschung

Humboldt-Preisträger folgte Roosevelts Spuren am Amazonas

Es ist die Neugierde. Sie treibt den Humboldt-Preisträger Marc Meyers an, der vor kurzem am Leibniz-Institut für Neue Materialien (INM) auf dem Campus der Saar-Uni forschte. Der Materialwissenschaftler von der University of California will wissen, warum Materialien aus der Natur so sind, wie sie sind und was sich davon möglicherweise technisch nutzen lässt. Diese Neugierde war es auch, die ihn auf die Spuren des amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt in das Amazonas-Gebiet führte.

Materialwissenschaft

Wie Marienkäfer Pflaster verbessern

Die Materialforscherin Sarah Fischer tüftelt an Pflastern, die sich an die Haut anschmiegen und beim Abziehen nicht wehtun. Bei der Struktur dieser Pflaster hat sie sich von Marienkäfern inspirieren lassen.

Sprachwissenschaften

Projekt zu Zusammenhängen in deutschen und englischen Texten abgeschlossen

Ein gemeinsames Projekt der Universitäten des Saarlandes und Heidelberg ist jüngst erfolgreich beendet worden. Im „GECCo“ (German English Contrasts in Cohesion – Towards an Empirically-based Comparison) genannten Projekt untersuchten Forscherinnen und Forscher aus Sprach- und Übersetzungswissenschaft die statistische Verteilung so genannter Kohäsionsmittel in deutschen und englischen Texten. Die Häufigkeit solcher Mittel, die inhaltliche Zusammenhänge über die Satzgrenzen hinweg anzeigen, ist maßgeblich zum Beispiel für die Arbeit im Sprachenunterricht oder für Übersetzer und Dolmetscher. Das DFG-Projekt lief von 2011 bis 2017 und wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit rund 650.000 Euro gefördert.

Biologie

Neuer Professor untersucht grundlegende Prinzipien von Zellmembranen

Zellmembranen sind aus einer Vielzahl von Bausteinen zusammengesetzt und erfüllen wichtige Funktionen bei der Kommunikation des Zellinneren mit der Umgebung. Wie ein Chamäleon seine Farbe an die Umgebung anpasst, können Zellen ihre Membranen durch den Einbau unterschiedlicher Bausteine an Veränderungen anpassen. Eine Störung dieser Anpassungsfähigkeit führt schnell zu Fehlern. Forscher vermuten daher, dass solche Störungen Krankheiten wie Alzheimer und Diabetes auslösen können. Robert Ernst, Professor für Molekularbiologie, möchte gemeinsam mit Kollegen aus den USA, Israel und Deutschland herausfinden, wie Zellen auf Umwelteinflüsse reagieren. Die Forscher werden von der VW-Stiftung mit 1,5 Millionen Euro gefördert.

Hannover Messe

Physiker entwickeln hauchdünne Supraleiter-Folie

Es ist eine neue Klasse von Supraleitern: Experimentalphysiker aus dem Team um Uwe Hartmann haben einen dünnen Nano-Stoff entwickelt, der supraleitende Eigenschaften hat. Ab minus 200 Grad transportiert er elektrischen Strom verlustfrei, lässt Magnete schweben und schirmt Magnetfelder ab. Die Forscher verweben Fasern mit supraleitenden Nanodrähten zu einem Stoff, der hauchfein und biegsam ist wie Frischhaltefolie. Neue Beschichtungen für Raumfahrt und Medizin werden möglich.

Mathematik und Informatik

Wahrscheinlich gelingt das Unwahrscheinliche

Bilder und Videos nehmen gigantischen Speicherplatz in Beschlag, das weltweit erzeugte Datenvolumen wächst rasant von Jahr zu Jahr. Um diese Datenmengen platzsparend ablegen zu können, forschen Wissenschaftler an immer besseren Kompressionsverfahren. Einer davon ist der Saarbrücker Mathematiker und Informatiker Joachim Weickert, der für eine außergewöhnliche Idee nun mit dem angesehensten Forschungspreis der Europäischen Union, dem ERC Advanced Grant, mit bis zu 2,5 Millionen Euro gefördert wird. Sein Verfahren ist an die Natur angelehnt: Es folgt denselben Regeln wie die Ausbreitung von Wärme. Weickerts Hauptaufgabe: Er muss die mathematische Nadel finden - und zwar nicht in einem Heuhaufen, sondern in unfassbar vielen.