Bioinformatik

Blutproben aus dem Zoo helfen bei Vorhersage von Krankheiten

In den Zoos von Saarbrücken und Neunkirchen leben Pinguine, Asiatische Elefanten und viele andere Tierarten. Da sie von verschiedenen Kontinenten stammen, wird den Tieren regelmäßig Blut abgenommen, um ihre Gesundheit zu überprüfen. Diese Blutproben haben Bioinformatiker und Humangenetiker der Universität des Saarlandes jetzt genutzt, um nach sogenannten Biomarkern zu suchen, mit denen man Krankheiten frühzeitig erkennen kann. Die Forscher wollen mit Hilfe von ähnlichen genetischen Mustern, die bei Mensch und Tier seit Jahrtausenden im Blut vorhanden sind, die computergestützte Krankheitsprognose verbessern.

Graduiertenkolleg „Europäische Traumkulturen“

Computerspiele: Wenn hartgesottene Helden träumen

Erzählerische Tiefe statt bloße Action? – Träume haben in Computerspielen ganz unterschiedliche Funktionen. Diesen ist Adrian Froschauer auf der Spur: In seiner Doktorarbeit untersucht er, wie Computerspiele Träume erlebbar machen und welche Funktion Traumsequenzen dort haben. Dabei ist der Literaturwissenschaftler ins Graduiertenkolleg „Europäische Traumkulturen“ der Universität eingebunden, das von Professorin Christiane Solte-Gresser geleitet wird.

Open Access

Jetzt beantragen: Uni erstattet Forschern Kosten für Fachartikel

Forscherinnen und Forscher der Universität des Saarlandes erhalten bis zu 2.000 Euro, um ihre Ergebnisse frei zugänglich zu machen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt zwei Jahre lang Veröffentlichungen in Open-Access-Zeitschriften und stellt für diesen freien Zugang zu Wissen 200.000 Euro zur Verfügung. Die Uni stockt diesen Betrag noch auf – eine Maßnahme auch gegen Fake-Journals.

Experimentalphysik

So vermischen Algen Flüssigkeit im Mikrokosmos

Im Mikrokosmos gibt es in Flüssigkeiten keine Wirbel. Aber wie verwirbeln dann winzige Algen das Wasser? Dieses Rätsel haben Experimentalphysiker aus dem Forscherteam von Professor Christian Wagner gelöst. Sie untersuchten, wie sich Flüssigkeiten vermischen, wenn viele kleinste Schwimmer sie durchqueren.

Materialwissenschaft

Knochen als Vorbild: Metallschaum hält Explosionen stand

Sie sind so stark, dass sie nicht nur als Aufprallschutz im Auto, sondern auch gegen Stoßwellen bei Sprengungen schützen: Die Materialforscher Stefan Diebels und Anne Jung können extrem belastbare und zugleich luftig leichte Metallschäume für vielseitige Anwendungen maßschneidern. Mit einem patentierten Beschichtungsverfahren schaffen sie poröse Werkstoffe etwa für den Leichtbau.

Ingenieurwissenschaften

Heizen und Kühlen mit künstlichen Muskeln

Er kann Raumluft und Flüssiges nach Bedarf kühlen oder erwärmen. Und er sieht aus, als hätte ihn James Bonds genialer Tüftler „Q“ persönlich entworfen: Der Prototyp, den das Forscherteam der Professoren Stefan Seelecke und Andreas Schütze von der Universität des Saarlandes entwickelt hat, transportiert Wärme mit „Muskeln“ aus Nickel-Titan.

Georg Forster-Forschungspreis

Humboldt-Preisträgerin aus Nigeria forscht an Arzneimittel gegen Magengeschwüre

Aus der Rinde eines tropischen Baumes ein Medikament gegen Magengeschwüre zu entwickeln – daran forscht die nigerianische Pharmazeutin Dr. Petra Obioma Nnamani ein Jahr lang am Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS). Für ihr Projekt ist sie mit dem Georg Forster-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung ausgezeichnet worden, der mit 60.000 Euro dotiert ist. Als „Coordinator for Public Health & Environmental Sustainability” an der University of Nigeria Nsukka hat die Wissenschaftlerin die gute Wirksamkeit der Rinde gegen Magengeschwüre bereits nachgewiesen.

Wirtschaftsinformatik

Lebensmitteldaten werden zur Handelsware

Bei der Produktion von Lebensmitteln fallen Unmengen von Daten an, die bislang ungenutzt bleiben. Diesen Schatz wollen Forscher unter Leitung des Wirtschaftsinformatikers Professor Wolfgang Maaß von der Universität des Saarlandes heben: Eine neue Daten-Transparenz soll für Erzeuger und Hersteller Einnahmequellen schaffen, dem Finanz- oder Versicherungsmarkt zuverlässige Vorhersagen ermöglichen und der Industrie Wege aufzeigen, um die Produktion zu optimieren.

Sonderforschungsbereich

Softwaresysteme sollen ihr Verhalten selbst erklären

Selbst Experten verstehen das Verhalten komplexer Softwaresysteme immer weniger. Dabei regeln diese inzwischen immer stärker unseren Alltag, sei es als intelligente Haussteuerung, im autonomen Fahrzeug oder in der industriellen Produktion. Wissenschaftler der Universität des Saarlandes, zweier Max-Planck-Institute und der Technischen Universität Dresden wollen in einem neuen Sonderforschungsbereich Mechanismen entwickeln, die nicht nur Experten, sondern auch Laien das Verhalten komplexer Softwaresysteme besser vermitteln.