Materialforschung

Ingenieure wollen Materialien für die Wasserstofftechnologie fit machen

Damit Wasserstoff in großem Maßstab als Energieträger genutzt werden kann, muss er sicher gelagert und transportiert werden können. Allerdings sind Wasserstoff-Atome hochreaktiv und schädigen viele Materialien, beispielsweise Metalle: Diese werden spröde, können Risse bilden und sind weniger langlebig. Welche Prozesse dabei in den Materialien ablaufen und wie die Schäden minimiert werden können, will eine neue Arbeitsgruppe am Lehrstuhl für Experimentelle Methodik der Werkstoffwissenschaften an der Universität des Saarlandes herausfinden.

Neues Leuchtturmprojekt

Wie die Zukunft für Unternehmer berechenbarer wird

Keine Rohstoffe wegen Corona, Kollaps von Lieferketten wegen Niedrigwasser in Flüssen oder Produktionsstillstand durch ein Verschleißteil: In der vernetzten Wirtschaftswelt kann der sprichwörtliche Flügelschlag eines Schmetterlings Unternehmen in Bedrängnis bringen. Risiken wie Kosten sind immens. DFKI und Universität des Saarlandes wollen mit Partnern jetzt dafür sorgen, dass Unternehmer immer den passenden Plan B in der Tasche haben.

Messtechnik und Arbeitsschutz

Alarm bei giftigen Gasen

Werden Kunststoffe recycelt oder weiterverarbeitet, können gesundheitsschädliche Dämpfe oder Gase entstehen. Bislang wird dies nur stichprobenartig überprüft. Ein neues Senorsystem soll jetzt permanent im laufenden Betrieb die Luftqualität in der Kunststoffindustrie überwachen und Arbeiterinnen und Arbeiter vor Ort bei bedenklichen Konzentrationen warnen.

Fertigungstechnik

Elektrischer Strom bringt Metallbauteile aus dem 3D-Drucker präzise in Form

Das Forschungsteam von Professor Dirk Bähre an der Universität des Saarlandes verwandelt Metallbauteile aus dem 3D-Drucker berührungslos in äußerst präzise technische Spezialanfertigungen. Mit ihren neuartigen Verfahren formen sie auf Tausendstel Millimeter genau komplizierte Bauteile aus sehr belastbaren, aber leichten Metallen: Die Fertigungstechnikerinnen und -techniker kombinieren hierfür 3D-Druck und elektrochemisches Abtragen.

Experimentalphysik

Neues Sensorsystem entlarvt Fehlalarm

Alles nur blinder Alarm? Oder muss das Wartungsteam sofort handeln, wenn Sensoren der Industrieanlage nachts Warnsignale senden? Ein neues Sensorsystem erkennt Störungen anhand der Signalmuster von Sensoren und ordnet diese den Ursachen zu. Das Team von Experimentalphysiker Uwe Hartmann wertet seit Jahren Signalmuster aus: Für ein Sensorkabel, das Zaunanlagen überwachen kann, grenzen sie echte Störungen von Fehlalarmen ab. Das Wissen über Mustererkennung machen sie mit KI-Methoden universell einsetzbar und entwickeln eine Software, die bei Störmeldung an Zäunen, aber auch Windkraft- oder Industrieanlagen für Klarheit sorgt.

Geschichte und Politik

Historische Krisen als Forschungslabor

Krisen haben zu allen Zeiten die Weltgeschichte geprägt. Was können wir aus den Erfahrungen und Fehlern der Vergangenheit lernen? Wie sollten Staaten mit Krisen umgehen, um ihre Stabilität und Legitimität nicht zu gefährden? Der Historiker Amerigo Caruso befasst sich mit Ausnahmezuständen von der Zeit Napoleons bis zum Zweiten Weltkrieg. Er analysiert, wie unterschiedliche Herrschaftssysteme in Notzeiten handelten, beleuchtet ihr Krisenmanagement und zeigt: Die Debatte um den globalen Notstand angesichts der Corona-Pandemie gewinnt im historischen Kontext neue Perspektiven.

Pharmazie

Ursache von Muskelschmerzen durch Cholesterinsenker aufgedeckt

Patienten, die Statine einnehmen, um ihren Cholesterinspiegel im Blut zu senken, klagen häufig über Muskelbeschwerden. Warum diese auftreten, ist bislang weitgehend ungeklärt. In einer Studie haben die Pharmazeutinnen Alexandra K. Kiemer und Jessica Hoppstädter einen möglichen ursächlichen Zusammenhang gefunden: Statine führen ihren Ergebnissen zufolge dazu, dass der Körper vermehrt ein Protein namens „Gilz“ produziert, das die Muskelzellen beeinträchtigt.

Ingenieurwissenschaft

Auch in heißen Öfen alles im Griff

So wird Brot schön knusprig: Ein Sensorsystem, das Andreas Schütze, Tilman Sauerwald und ihr Team entwickelt haben, sorgt für volle Kontrolle in Industrieöfen. Es misst unbeirrt den Feuchtegehalt der Luft und behält Trocknungs-, Back- und Garprozesse im Blick – auch dann, wenn es richtig heiß wird.

Smarte Materialien

Hand in Hand mit der virtuellen Welt

Eine hauchdünne, dehnbare Folie wird zum Sinnesorgan für die Technik: Als Beschichtung in einem smarten Arbeitshandschuh vermittelt sie dem Computer, wie genau sich Hand und Finger bewegen. Durch Klopfen oder Vibrieren kann sie mit dem, der den Handschuh trägt, kommunizieren. So können virtuelle und reale Arbeitswelt verschmelzen.

Wirtschaftsinformatik

Investitionen in KI: Wert von Daten wird sichtbar

Der Mittelstand scheut heute noch Investitionen in Künstliche Intelligenz. Für die meisten Unternehmen sind Daten aus Produktion oder Instandhaltung totes Kapital. Dabei sehen Wissenschaft und Politik hier enormes Potenzial. Der Wirtschaftsinformatiker Wolfgang Maaß und sein Team wollen den Wert solcher Daten sichtbar und für Firmen durch intelligente Datenbilanzierung interessant machen.