Verbundprojekt

Jüdisches Leben in Bayern für Synagogen-Gedenkband erforscht

Über 200 ehemalige jüdische Gemeinden in Bayern wurden von einem interdisziplinären Wissenschaftlerteam rund zwei Jahrzehnte lang systematisch erforscht. Die Ergebnisse werden jetzt in dem Synagogen-Gedenkband Bayern veröffentlicht, der aus mehreren Teilbänden besteht. Der letzte Band umfasst rund 1.700 Seiten, insgesamt sind es etwa 4.100 Seiten. Das Forschungsprojekt hat Wolfgang Kraus, Professor für Evangelische Theologie der Saar-Universität geleitet.

Europawissenschaften

Grenzregionen in West und Ost im Vergleich

Seit einem Jahr werden die Grenzübergänge innerhalb der Europäischen Union wegen der Corona-Pandemie immer wieder kontrolliert, einige Schlagbäume senkten sich zeitweise sogar ganz. Darunter litten vor allem die Grenzregionen, deren enge Verflechtungen plötzlich gekappt wurden. Die Besonderheiten dieser Grenzräume stehen jetzt im Mittelpunkt eines interdisziplinären Verbundprojekts, an dem Forscherinnen und Forscher der Universität des Saarlandes und drei weiterer Universitäten beteiligt sind. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Kooperation drei Jahre lang mit rund zwei Millionen Euro.

Wirtschaftsinformatik

Stefan Morana will die Medizin weiter digitalisieren

Eine Organverpflanzung ist ein kompliziertes und langwieriges Unterfangen. Über Jahre reihen sich Arzttermine aneinander, Behandlungspläne werden erstellt und wieder verworfen. In dieser belastenden Situation könnte ein digitaler Helfer den Patienten zusätzliche Sicherheit verschaffen und die Mediziner entlasten. Einen solchen digitalen Assistenten möchte ein Team der Universität des Saarlandes, des Zentrums für Recht und Digitalisierung Saar und der TU Dresden gemeinsam mit zwei Partnerunternehmen entwickeln.

Computergrafik

„Technik-Oscar“ geht an drei ehemalige Informatik-Doktoranden

Die „Academy of Motion Picture Arts and Sciences“ verleiht nicht nur Schauspielern und Filmemachern die als „Oscar“ bekannte Auszeichnung, auch für technische Verdienste werden Oscars vergeben. In diesem Jahr werden die Grundlagenforschung und die technische Entwicklung der „Intel Embree Ray Tracing Library“ prämiert. Drei der Preisträger haben bei Philipp Slusallek an der Universität des Saarlandes promoviert.

Digitale Bildung

Julia Knopf in Didacta-Vorstand: "Digitale Bildung jetzt umsetzen"

Corona hat sich als Beschleuniger für die Digitalisierung erwiesen. Auch der Bildungssektor müsse mithalten: Es gelte jetzt, Lehrkräften digitale Lehr- und Lernmaterialien für den Unterricht zur Verfügung zu stellen und sie gezielt für deren Einsatz weiterzubilden, fordert Professorin Julia Knopf. Im Vorstand des Bildungs-Verbandes Didacta will sie sich für die flächendeckende Umsetzung digitaler Bildung von Kindergarten bis Weiterbildung stark machen.

Gefälschten Daten auf der Spur

Auf der Suche nach den Nadeln im Heuhaufen

Anfang 2020 startete das Projekt „Summa cum fraude - Wissenschaftliches Fehlverhalten und der Versuch einer Gegenoffensive“, das von der DFG gefördert wird. Inzwischen haben die vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einiges an Material zusammengetragen. Sie finden klare Hinweise darauf, dass das Fälschen wissenschaftlicher Daten vor allem in Indien und China gehäuft vorkommt. Nach einem Jahr ziehen sie nun eine Zwischenbilanz.

Eduard-Martin-Preise

Die besten Doktorarbeiten der Saar-Uni im Jahr 2020

Wie trugen Kaufleute im Mittelalter Konflikte aus? Wie lässt sich Stahl als vielseitiger Hochleistungswerkstoff weiter verbessern? Wie erstarren Metalle zu Glas? Wie ticken Leute, die auf Sport wetten? Das sind Themen der besten Doktorarbeiten aus dem vergangenen Studienjahr an der Universität des Saarlandes. Die Unigesellschaft hat wieder den Eduard-Martin-Preis an die besten Nachwuchsforscherinnen und -forscher aus allen Fakultäten verliehen.

Demenzprävention

Alzheimer im frühen Stadium durch spezielle Ernährung verzögern

Eine Demenz ist bisher nicht heilbar und auch mit Medikamenten kaum zu behandeln. Im frühen Stadium lässt sich der Verlauf einer Alzheimer-Erkrankung jedoch mit einem speziellen medizinischen Nahrungsmittel verzögern. Bei Versuchspersonen, die dieses Mittel über einen längeren Zeitraum einnahmen, ließ die geistige Leistungsfähigkeit deutlich langsamer nach als in einer Kontrollgruppe, die nur ein Placebo erhielt. Das ist das Ergebnis der europäischen Studie LipiDiDiet, bei der 311 Patienten an elf Kliniken bisher drei Jahre lang beobachtet wurden.

Tuberkulose

"Diese Medikamente sind keine Bonbons"

Rund 25 Prozent der Bevölkerung sind latent mit Tuberkulose infiziert, tragen also den Erreger in sich, ohne krank zu werden. Ob daraus eine aktive Infektion wird, war bisher schwer vorhersagbar. Latent Infizierte werden bisher oft vorsorglich mit Medikamenten behandelt, die schwere Nebenwirkungen haben, obwohl ihr Einsatz möglicherweise gar nicht nötig gewesen wäre. Ein internationales Forscherteam hat nun ein Tool entwickelt, das diese Vorhersage deutlich vereinfacht, was den Medikamenteneinsatz reduzieren könnte. Daran beteiligt ist auch Martina Sester, Professorin für Transplantations- und Infektionsimmunologie an der Saar-Uni. Die Studie wurde im renommierten Fachjournal „Nature Medicine“ publiziert.