Acht Millionen Euro Förderung

Smarte Implantate sollen Knochen besser heilen

Ein intelligentes Implantat soll bei Knochenbrüchen sofort ab der OP die Heilung überwachen und bei Fehlbelastung warnen. Und: Es soll selbst aktiv durch Bewegungen gegensteuern, wenn nicht zusammenwächst, was zusammengehört: Das ist das Ziel einer interdisziplinären Forschergruppe unter Leitung des Unfallchirurgen Tim Pohlemann.

Medizin

Pilotstudie: Neuartige Strahler-Kombination wirkt bei Prostatakrebs

Bei Männern ist mit 26 Prozent der Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung. Metastasiert er, also verbreiten sich die Tumorzellen in andere Körperteile und Organe, ist es nicht unwahrscheinlich, dass die meist älteren Patienten daran sterben. Wissenschaftler und Ärzte der Universität und des Universitätsklinikums des Saarlandes haben nun in einer klinischen Studie die Wirksamkeit einer Therapiemethode nachgewiesen, die solche fortgeschrittenen Prostatatumore und ihre Metastasen sehr erfolgreich eindämmen kann, und zwar ohne gravierende Nebenwirkungen. So lässt sich das Leben der Patienten noch um einige Zeit verlängern, und das ohne große Einbußen für die Lebensqualität.

Raumfahrt

Materialforscher schicken Experimente ins All

Auf der Weltraumstation ISS leben Astronauten über Monate isoliert von der Erde und können dennoch in Kontakt mit bedrohlichen Krankheitserregern kommen wie aktuelle Studien zeigen. Über häufig kontaktierte Oberflächen können sich die Bakterien vermehren und innerhalb der Raumstation ausbreiten. Um dies zu unterbinden, haben Professor Frank Mücklich und sein Team verschiedene Materialoberflächen mit Lasern auf Mikroebene strukturiert. Damit wird den Bakterien die Anhaftung an den Oberflächen deutlich erschwert.

Eduard-Martin-Preise

Die elf besten Doktorinnen und Doktoren

Wie schützt man sensible Gesundheitsdaten? Wie haften Bakterien auf Oberflächen? Lässt sich das Verletzungsrisiko im Profifußball mit einfachen Tests vorhersagen? Dies sind einige der Fragen, denen die besten unserer Nachwuchsforscherinnen und -forscher auf den Grund gegangen sind. Die Unigesellschaft zeichnete elf Doktorandinnen und Doktoranden aller Fakultäten aus. Diesmal haben Stifterinnen und Stifter einen Teil der Preisgelder übernommen.

Softwaretechnik

Computerprogramme wie Autos produzieren

Beim Verkauf von Autos oder Computerprogrammen setzen Konzerne auf „Produktlinien“. Die Idee dahinter: Je mehr gemeinsame Komponenten in den Produktvarianten stecken, desto geringer sind die Produktionskosten. Sven Apel, Informatik-Professor an der Universität des Saarlandes, und zwei Kollegen haben bereits im Jahr 2008 Forschungsergebnisse veröffentlicht, die dieses Prinzip auf die Softwareindustrie übertragen haben. Für diese wegweisende Pionierarbeit wurden die drei Computerwissenschaftler nun von einer internationalen Expertenkommission ausgezeichnet.

Kunsthandel

Saarbrücker Jurist sieht Käufer in Kunstauktionen unangemessen benachteiligt

Vor einigen Jahren sorgte Wolfgang Beltracchi für Aufruhr auf dem Kunstmarkt. Er verkaufte gefälschte Kunstwerke als echte Gemälde über Kunstauktionen. In solchen Fällen haben Käufer nicht das ersteigert, was sie eigentlich wollten, nämlich echte Bilder. Trotzdem sieht die momentane Vertragspraxis vor, dass der Käufer in der Regel die Gefahr hierfür trägt, da die Auktionshäuser ihre Haftung grundsätzlich ausschließen. Der Saarbrücker Jurist Andreas Kaletsch hat nun eine Doktorarbeit vorgelegt, in der er die in der Praxis vorzufindende Vertragsgestaltung untersucht, die seiner Ansicht nach eine unangemessene Benachteiligung der Käufer darstellt. Seine Arbeit könnte die Rechte der Käufer entscheidend stärken.

Forschungsverbund

Materialforscher entwickeln neuartige Oberflächen

Manche Werkstoffoberflächen müssen besonders glatt sein, etwa wenn ein Bauteil in einem Lager rotiert. Andere Werkstoffe wie zum Beispiel Elektrokontakte in einer vibrierenden Maschine sollen zuverlässig aneinanderhaften. Die dafür nötige Oberflächenbehandlung stößt bei komplex geformten 3D-Objekten aber häufig an Grenzen. Dies soll nun ein Forschungsprojekt ändern, das durch das europäische Interreg-Programm mit 2,1 Millionen Euro gefördert wird.

Bioinformatik

Blutproben aus dem Zoo helfen bei Vorhersage von Krankheiten

In den Zoos von Saarbrücken und Neunkirchen leben Pinguine, Asiatische Elefanten und viele andere Tierarten. Da sie von verschiedenen Kontinenten stammen, wird den Tieren regelmäßig Blut abgenommen, um ihre Gesundheit zu überprüfen. Diese Blutproben haben Bioinformatiker und Humangenetiker der Universität des Saarlandes jetzt genutzt, um nach sogenannten Biomarkern zu suchen, mit denen man Krankheiten frühzeitig erkennen kann. Die Forscher wollen mit Hilfe von ähnlichen genetischen Mustern, die bei Mensch und Tier seit Jahrtausenden im Blut vorhanden sind, die computergestützte Krankheitsprognose verbessern.

Graduiertenkolleg „Europäische Traumkulturen“

Computerspiele: Wenn hartgesottene Helden träumen

Erzählerische Tiefe statt bloße Action? – Träume haben in Computerspielen ganz unterschiedliche Funktionen. Diesen ist Adrian Froschauer auf der Spur: In seiner Doktorarbeit untersucht er, wie Computerspiele Träume erlebbar machen und welche Funktion Traumsequenzen dort haben. Dabei ist der Literaturwissenschaftler ins Graduiertenkolleg „Europäische Traumkulturen“ der Universität eingebunden, das von Professorin Christiane Solte-Gresser geleitet wird.

Open Access

Jetzt beantragen: Uni erstattet Forschern Kosten für Fachartikel

Forscherinnen und Forscher der Universität des Saarlandes erhalten bis zu 2.000 Euro, um ihre Ergebnisse frei zugänglich zu machen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt zwei Jahre lang Veröffentlichungen in Open-Access-Zeitschriften und stellt für diesen freien Zugang zu Wissen 200.000 Euro zur Verfügung. Die Uni stockt diesen Betrag noch auf – eine Maßnahme auch gegen Fake-Journals.