Pharmazie

Curry-Inhaltsstoff Kurkumin wirkt wie Kortison entzündungshemmend

Die Pharmazeutinnen Professor Alexandra K. Kiemer und Jessica Hoppstädter von der Saar-Uni haben enträtselt, warum Kurkumin antientzündlich wirkt: Der Stoff, dem Currypulver seine gelbe Farbe verdankt, beeinflusst wie Kortison gezielt ein bestimmtes Protein, das bei Entzündungen im menschlichen Körper eine Schlüsselrolle spielt. Ihre Grundlagenforschung zum Wirkmechanismus von Kurkumin könnte in Zukunft dazu beitragen, neue, nebenwirkungsarme Medikamente gegen Krankheiten wie Morbus Crohn zu entwickeln.

Materialwissenschaft

Batterien auftanken bei der Batterieforschung

Der Akku im Smartphone ist in Windeseile leer, viele Nutzer laden sogar mehrmals täglich nach. Und irgendwann ist die Batterie ganz dahin. Woran das liegt, erforscht Nicolas Jäckel in Saarbrücken. Nun ist er für zwei Monate in Tel Aviv, um seine Forschung bei einem der renommiertesten Wissenschaftler auf dem Gebiet zu vertiefen.

EU-Forschungspreis

Wenn die Haut den Bildschirm ersetzt

Smartwatches und Fitness-Tracker zeigen, dass immer mehr Menschen Informationstechnologie am Körper nutzen. Professor Jürgen Steimle und weitere Informatiker der Saar-Uni wollen daher interaktive Computergeräte entwickeln, die wie eine zweite Haut getragen werden können. Zusätzlich können Anwender sie nach Belieben gestalten und anpassen. So können die interaktiven Hautstücke in Zukunft nicht nur mobile Endgeräte steuern, sondern auch Patienten bei der Genesung unterstützen. Der Europäische Forschungsrat hat Jürgen Steimle nun mit dem renommierten ERC Starting Grant ausgezeichnet und fördert seine Forschung über die nächsten fünf Jahre mit rund 1,5 Millionen Euro.

Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe

Über die Faszination, Atome neu zu kombinieren

Eine neue Klasse von Molekülen entwickeln – auf diese wissenschaftliche Herausforderung hat André Schäfer hingearbeitet. Im Herbst kann er mit seinen Forschungen in der Anorganischen Molekülchemie am Lehrstuhl von Professor Guido Kickelbick starten: Für den Aufbau einer eigenen Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe wird er von der Deutschen Forschungsgemeinschaft fünf Jahre lang mit insgesamt 1,4 Millionen Euro unterstützt.

Übersetzungswissenschaft

Wissenschaftlerin geht schlechten Übersetzungen auf den Grund

Viele deutsche Muttersprachler denken, Übersetzungen von literarischen Texten seien schlecht – oder zumindest schlechter als das Original. Dieser Eindruck entsteht häufig spontan und ist nur schwer an konkreten Textstellen festzumachen. Eine junge Forscherin hat in ihrer Doktorarbeit an der Saar-Uni ein typisch deutsches Element der Sprache genauer unter die Lupe genommen: das Nominalkompositum, also das zusammengesetzte Hauptwort.

Nobelpreisträger-Treffen

Sightseeing auf dem Wissenschafts-Olymp

Jedes Jahr kommen in Lindau am Bodensee Dutzende Nobelpreisträger zusammen, um mit handverlesenen jungen Wissenschaftlern über ihre Arbeit und ihren Werdegang zu sprechen. In diesem Jahr war ein junger Wissenschaftler aus dem Saarland dabei und konnte die Größen der Wissenschaft kennenlernen. Marco Zeiger erstarrte nicht etwa in Ehrfurcht. Viel mehr kommt er mit einer gesunden Portion Respekt vor den Preisträgern nach Hause, die er keineswegs als unnahbare Übermenschen kennengelernt hat.

Fußball historisch

Schon die Ritter spielten Fußball

Wer glaubt, heute ginge es auf dem Platz grob zu, der würde sich über den mittelalterlichen Fußball wundern. Das Spiel stand den allseits beliebten Steinschlachten in nichts nach. Es kam ohne Spielfeld aus, war zeitweise gar verboten. Der Historiker Wolfgang Behringer von der Saar-Uni hat die Geschichte des Sports erforscht.

EU-Förderung

Informatiker will Software von E-Bikes verbessern

Ob Smartwatch, Mobiltelefon oder Elektrofahrrad: Immer mehr Mikrocomputer finden sich in technischen Geräten. Sie bilden „eingebettete Systeme“, in denen eine Software das Zusammenspiel der Sensoren und Prozessoren sowie die Stromversorgung steuert. Diese Software ist jedoch selten frei von Fehlern, so dass die Geräte nicht immer korrekt funktionieren oder sogar die Sicherheit der Nutzer gefährden. Um diese Probleme anzugehen, erhält Holger Hermanns, Informatik-Professor der Saar-Uni, den mit 2,4 Millionen Euro dotierten ERC Advanced Grant.

Sicherheitstechnik

Sensorkabel macht Einbrechern die Arbeit schwer

Wenn sich ein Einbrecher aufs Grundstück schleicht oder Pferd, Hund und Schaf sich aus dem Staub machen, wollen die Besitzer gewarnt sein. Experimentalphysiker der Saar-Uni bieten hierfür eine ganz flexible Sicherheitslösung, die sich für Gärten, Hauseinfahrten, Firmengelände ebenso eignet wie für Weideland und Wald.

Computerlinguistik

Forscher wollen EU-Sprachen maschinell übersetzen

Wenn man im Internet einen englischen Text automatisch ins Französische übersetzt, bekommt man meist gute Ergebnisse. Anders sieht es bei komplexeren Sprachen wie Tschechisch, Finnisch oder auch Deutsch aus. Da kann die Lektüre, etwa von automatisch übersetzten Reiseportalen, schnell zum Ratespiel werden. Das wollen mehrere Forschergruppen in Europa ändern.