Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe

Über die Faszination, Atome neu zu kombinieren

Eine neue Klasse von Molekülen entwickeln – auf diese wissenschaftliche Herausforderung hat André Schäfer hingearbeitet. Im Herbst kann er mit seinen Forschungen in der Anorganischen Molekülchemie am Lehrstuhl von Professor Guido Kickelbick starten: Für den Aufbau einer eigenen Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe wird er von der Deutschen Forschungsgemeinschaft fünf Jahre lang mit insgesamt 1,4 Millionen Euro unterstützt.

Übersetzungswissenschaft

Wissenschaftlerin geht schlechten Übersetzungen auf den Grund

Viele deutsche Muttersprachler denken, Übersetzungen von literarischen Texten seien schlecht – oder zumindest schlechter als das Original. Dieser Eindruck entsteht häufig spontan und ist nur schwer an konkreten Textstellen festzumachen. Eine junge Forscherin hat in ihrer Doktorarbeit an der Saar-Uni ein typisch deutsches Element der Sprache genauer unter die Lupe genommen: das Nominalkompositum, also das zusammengesetzte Hauptwort.

Nobelpreisträger-Treffen

Sightseeing auf dem Wissenschafts-Olymp

Jedes Jahr kommen in Lindau am Bodensee Dutzende Nobelpreisträger zusammen, um mit handverlesenen jungen Wissenschaftlern über ihre Arbeit und ihren Werdegang zu sprechen. In diesem Jahr war ein junger Wissenschaftler aus dem Saarland dabei und konnte die Größen der Wissenschaft kennenlernen. Marco Zeiger erstarrte nicht etwa in Ehrfurcht. Viel mehr kommt er mit einer gesunden Portion Respekt vor den Preisträgern nach Hause, die er keineswegs als unnahbare Übermenschen kennengelernt hat.

Fußball historisch

Schon die Ritter spielten Fußball

Wer glaubt, heute ginge es auf dem Platz grob zu, der würde sich über den mittelalterlichen Fußball wundern. Das Spiel stand den allseits beliebten Steinschlachten in nichts nach. Es kam ohne Spielfeld aus, war zeitweise gar verboten. Der Historiker Wolfgang Behringer von der Saar-Uni hat die Geschichte des Sports erforscht.

EU-Förderung

Informatiker will Software von E-Bikes verbessern

Ob Smartwatch, Mobiltelefon oder Elektrofahrrad: Immer mehr Mikrocomputer finden sich in technischen Geräten. Sie bilden „eingebettete Systeme“, in denen eine Software das Zusammenspiel der Sensoren und Prozessoren sowie die Stromversorgung steuert. Diese Software ist jedoch selten frei von Fehlern, so dass die Geräte nicht immer korrekt funktionieren oder sogar die Sicherheit der Nutzer gefährden. Um diese Probleme anzugehen, erhält Holger Hermanns, Informatik-Professor der Saar-Uni, den mit 2,4 Millionen Euro dotierten ERC Advanced Grant.

Sicherheitstechnik

Sensorkabel macht Einbrechern die Arbeit schwer

Wenn sich ein Einbrecher aufs Grundstück schleicht oder Pferd, Hund und Schaf sich aus dem Staub machen, wollen die Besitzer gewarnt sein. Experimentalphysiker der Saar-Uni bieten hierfür eine ganz flexible Sicherheitslösung, die sich für Gärten, Hauseinfahrten, Firmengelände ebenso eignet wie für Weideland und Wald.

Computerlinguistik

Forscher wollen EU-Sprachen maschinell übersetzen

Wenn man im Internet einen englischen Text automatisch ins Französische übersetzt, bekommt man meist gute Ergebnisse. Anders sieht es bei komplexeren Sprachen wie Tschechisch, Finnisch oder auch Deutsch aus. Da kann die Lektüre, etwa von automatisch übersetzten Reiseportalen, schnell zum Ratespiel werden. Das wollen mehrere Forschergruppen in Europa ändern.

400. Todestag von William Shakespeare

„Shakespeare ist absolut aktuell”

Am 23. April 1616 verstarb William Shakespeare in Stratford-upon-Avon. 400 Jahre danach werden Shakespeare-Kenner in ganz Europa und weltweit des bedeutenden Dichters gedenken und sein Werk auch weiterhin intensiv diskutieren. Für Anglistik-Professor Joachim Frenk von der Universität des Saarlandes ist Shakespeare ein europäischer Dramatiker und Dichter. Er habe zum einen europäische Einflüsse in seinen Dramen verarbeitet, ohne die sein Werk nicht denkbar sei. Zum anderen könne man bei Shakespeare Denk- und Handlungsweisen nachlesen, die zum kulturellen Kernbestand des modernen Europas gehörten.

Sprachforschung

Von der Steinzeit bis zum Kiezdeutsch

Der Germanist Augustin Speyer erforscht an seinem Lehrstuhl die Systematik und Grammatik der deutschen Sprache. Seine Erkenntnisse reichen dabei viel weiter zurück als bis zur einige hundert Jahre zurückliegenden Entstehung der Sprache, die wir unter Umständen tatsächlich noch verstehen könnten. Fachleute wie er können Grammatik und Laute tausende Jahre in die Vergangenheit zurückverfolgen. Die Rekonstruktion ist ein kompliziertes Puzzle.

DFG-Förderung

Materialforscher erhalten 2,1 Mio. Euro für neue Röntgentomographie

Materialforscher verändern die inneren Strukturen von Werkstoffen, um zum Beispiel Stahl härter, Oberflächen hitzebeständiger oder Batterien leistungsfähiger zu machen. Eine neuartige Röntgentomographie hilft jetzt Saarbrücker Wissenschaftlern dabei, Materialien in Nanodimensionen viel genauer als bisher abzubilden und dabei auch dynamische Prozesse wie etwa die Verformung von Metallen zu analysieren. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das interdisziplinäre Forschungskonzept und die neue Technologie mit 2,1 Millionen Euro. Den Antrag dafür hatten Materialwissenschaftler der Universität des Saarlandes und des Fraunhofer-Instituts für Zerstörungsfreie Prüfverfahren gemeinsam mit Informatikern und Mathematikern gestellt.