Eduard-Martin-Preise

Das sind unsere Besten

Von einer umweltfreundlichen Kühlmethode über enttarnte Doping-Mythen bis hin zu einem neuen Verständnis des Bankrott-Strafrechts reicht in diesem Jahr die Themenvielfalt der preisgekrönten Doktorarbeiten: Ende Oktober zeichnete die Universitätsgesellschaft wieder zwölf herausragende Doktorandinnen und Doktoranden aus allen Fakultäten der Saar-Uni aus.

Psychologie

Geld ist nicht alles: Fairer Umgang bei Kündigungen am wichtigsten

Kündigungen sind ein unangenehmes Thema: Arbeitgeber müssen den Mitarbeitern, von denen sie sich trennen möchten, die schlechte Nachricht überbringen, für die Gekündigten bedeutet es eventuell eine existenzielle Krise und einen Schlag fürs Selbstbewusstsein. Trotz aller Notwendigkeit ist das Thema dennoch psychologisch weitgehend unerforscht. Die Doktorarbeit von Manuela Richter zum Thema „Trennungsmanagement“ bringt hier Licht ins Dunkel. Die Psychologin hat untersucht, worauf es bei dem heiklen Thema Kündigung ankommt. Dafür wurde sie von der Deutschen Gesellschaft für Psychologie für die beste Dissertation in Deutschland auf dem Gebiet der Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie ausgezeichnet.

Pharmazie

Pharmazeutin entdeckt Protein, das Gallenblasentumor wachsen lässt

Patienten mit Gallenblasenkrebs haben lange Zeit wenig bis keine Beschwerden. Daher wird dieser Tumor meist spät erkannt – nicht selten zu spät für eine Therapie. Die Pharmazeutin Sonja Keßler aus der Arbeitsgruppe von Professor Alexandra Kiemer an der Saar-Uni hat zusammen mit Pathologen der Universität Magdeburg einen neuen Weg gefunden, der zu einer früheren Diagnose und zu einer verbesserten Therapie der Krankheit führen kann.

Jean-Monnet-Lehrstuhl

50.000 Euro für Forschung gegen Diskriminierung und Vorurteile

Europäische Integration, Antidiskriminierung, Menschenrechte und Vielfalt: Mit diesen Themen werden sich Professor Thomas Giegerich und das Team des Jean-Monnet-Lehrstuhls künftig verstärkt befassen. Die Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur der Europäischen Union hat dem Europarechtler und Co-Direktor des Europa-Instituts im Rahmen des Erasmus+-Programms einen zweiten Jean-Monnet-Lehrstuhl zuerkannt.

Sprachwissenschaften

Wissenschaftsgeschichte auf einen Klick

Für Historiker ist es mühsamer Alltag: Am Anfang jeder Arbeit steht das Quellenstudium. Wochen- und monatelange Recherche in Bibliotheken und Archiven und aufwändige Reisen machen die Geschichtswissenschaft zu einem langwierigen Prozess. Sprachwissenschaftler wie Katrin Menzel aus Saarbrücken könnten hier Abhilfe schaffen. Sie forschen an einer Methode, mit der digitalisierte historische Texte blitzschnell durchsucht werden können. Ihr Forschungsobjekt sind die „Philosophical Transactions“, die älteste noch existierende Wissenschaftszeitschrift der Welt.

Anglistik

Viel Drama in Nachrichten aus England

Harry Potter, James Bond und der kleine Hobbit zählen zu ihren populären Forschungsobjekten. Jetzt untersucht Lena Steveker scharfzüngige politische Texte der Vergangenheit – und hofft auf eine Karriere als Wissenschaftlerin. Für ihre Habilitation erforscht die Literaturwissenschaftlerin englische Schmähschriften der frühen Neuzeit.

Materialforschung

Humboldt-Preisträger folgte Roosevelts Spuren am Amazonas

Es ist die Neugierde. Sie treibt den Humboldt-Preisträger Marc Meyers an, der vor kurzem am Leibniz-Institut für Neue Materialien (INM) auf dem Campus der Saar-Uni forschte. Der Materialwissenschaftler von der University of California will wissen, warum Materialien aus der Natur so sind, wie sie sind und was sich davon möglicherweise technisch nutzen lässt. Diese Neugierde war es auch, die ihn auf die Spuren des amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt in das Amazonas-Gebiet führte.

Materialwissenschaft

Wie Marienkäfer Pflaster verbessern

Die Materialforscherin Sarah Fischer tüftelt an Pflastern, die sich an die Haut anschmiegen und beim Abziehen nicht wehtun. Bei der Struktur dieser Pflaster hat sie sich von Marienkäfern inspirieren lassen.

Sprachwissenschaften

Projekt zu Zusammenhängen in deutschen und englischen Texten abgeschlossen

Ein gemeinsames Projekt der Universitäten des Saarlandes und Heidelberg ist jüngst erfolgreich beendet worden. Im „GECCo“ (German English Contrasts in Cohesion – Towards an Empirically-based Comparison) genannten Projekt untersuchten Forscherinnen und Forscher aus Sprach- und Übersetzungswissenschaft die statistische Verteilung so genannter Kohäsionsmittel in deutschen und englischen Texten. Die Häufigkeit solcher Mittel, die inhaltliche Zusammenhänge über die Satzgrenzen hinweg anzeigen, ist maßgeblich zum Beispiel für die Arbeit im Sprachenunterricht oder für Übersetzer und Dolmetscher. Das DFG-Projekt lief von 2011 bis 2017 und wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit rund 650.000 Euro gefördert.