400. Todestag von William Shakespeare

„Shakespeare ist absolut aktuell”

Am 23. April 1616 verstarb William Shakespeare in Stratford-upon-Avon. 400 Jahre danach werden Shakespeare-Kenner in ganz Europa und weltweit des bedeutenden Dichters gedenken und sein Werk auch weiterhin intensiv diskutieren. Für Anglistik-Professor Joachim Frenk von der Universität des Saarlandes ist Shakespeare ein europäischer Dramatiker und Dichter. Er habe zum einen europäische Einflüsse in seinen Dramen verarbeitet, ohne die sein Werk nicht denkbar sei. Zum anderen könne man bei Shakespeare Denk- und Handlungsweisen nachlesen, die zum kulturellen Kernbestand des modernen Europas gehörten.

Sprachforschung

Von der Steinzeit bis zum Kiezdeutsch

Der Germanist Augustin Speyer erforscht an seinem Lehrstuhl die Systematik und Grammatik der deutschen Sprache. Seine Erkenntnisse reichen dabei viel weiter zurück als bis zur einige hundert Jahre zurückliegenden Entstehung der Sprache, die wir unter Umständen tatsächlich noch verstehen könnten. Fachleute wie er können Grammatik und Laute tausende Jahre in die Vergangenheit zurückverfolgen. Die Rekonstruktion ist ein kompliziertes Puzzle.

DFG-Förderung

Materialforscher erhalten 2,1 Mio. Euro für neue Röntgentomographie

Materialforscher verändern die inneren Strukturen von Werkstoffen, um zum Beispiel Stahl härter, Oberflächen hitzebeständiger oder Batterien leistungsfähiger zu machen. Eine neuartige Röntgentomographie hilft jetzt Saarbrücker Wissenschaftlern dabei, Materialien in Nanodimensionen viel genauer als bisher abzubilden und dabei auch dynamische Prozesse wie etwa die Verformung von Metallen zu analysieren. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das interdisziplinäre Forschungskonzept und die neue Technologie mit 2,1 Millionen Euro. Den Antrag dafür hatten Materialwissenschaftler der Universität des Saarlandes und des Fraunhofer-Instituts für Zerstörungsfreie Prüfverfahren gemeinsam mit Informatikern und Mathematikern gestellt.

Textanalyse

Wenn die Suchmaschine mitdenkt

Wer den Aktienkurs eines Unternehmens vorhersagen will, wertet dafür Nachrichtenportale und soziale Medien aus. Für diese Recherche gibt es mittlerweile viele Dienstleister, die ihre Suchmaschinen mit passenden Schlagworten füttern. Sie stoßen jedoch schnell an Grenzen, wenn mehrdeutige Begriffe nur in schwammig formulierten Zusammenhängen erscheinen. Saarbrücker Informatiker haben daher eine Technologie entwickelt, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz die Suche in großen Textbeständen wesentlich verbessert.

Computergrafik

Informatiker können Gesichter aus Videoaufnahmen rekonstruieren

Die Filmindustrie baut heute nicht mehr allein auf die Kunst der Schauspieler: Bei neuen Kinofilmen lässt sie deren Gesichter oft nach dem Dreh noch am Rechner bearbeiten. Spezialisten für Computeranimation benötigen dafür dreidimensionale Gesichtsmodelle (face rigs), die sie bislang über aufwändige Messverfahren erstellen und von Hand in die Filmszenen einbauen. Wie es einfacher und viel schneller geht, zeigen jetzt Forscher vom Max-Planck-Institut für Informatik und dem Multimedia-Konzern Technicolor. Ihnen reicht ein Standard-Video und einige Rechenpower, um äußerst detailreiche Gesichtsmodelle zu erzeugen. Die Informatiker haben dafür neue Methoden entwickelt, mit denen sie Oberflächen aus Videos rekonstruieren und am Computer verändern können.

Sprachtechnologie

Dialog-Box überwindet Sprachgrenzen bei Computerspielen

Sprachtechnologen der Saar-Uni machen eine neue Art von Kommunikation in Computerspielen möglich: Die Spieler können dem Computer wie einem Menschen Fragen stellen, Befehle erteilen – und das in ihrer jeweiligen Landessprache. Der Rechner versteht, verknüpft und managt ihre Missionen. Anhand eines Weltraum-Abenteuers entwickelten Dietrich Klakow und sein Forscherteam das Dialog-System gemeinsam mit Projektpartnern.

Innovation

Ingenieure entwickeln den Kühlschrank der Zukunft

Wie kann in Zukunft klimafreundlich und ressourcenschonend gekühlt werden? Die Professoren Stefan Seelecke und Andreas Schütze von der Saar-Uni setzen auf Kühltransport mit künstlichen Muskeln: Gemeinsam mit Bochumer Forschern entwickeln sie eine neue Art zu kühlen, bei der Wärme und Kälte mit „Muskeln“ aus Nickel-Titan transportiert werden.

Materialwissenschaft

Neue Werkstoffe für Smartphones, Flugzeuge und die Raumfahrt

Der Materialwissenschaftler Frank Mücklich lehrt und forscht an der Universität des Saarlandes. Er leitet auch das Steinbeis-Forschungszentrum für Werkstofftechnik (MECS) auf dem Campus. Frank Mücklich hat schon mehrere renommierte Forschungspreise erhalten und verschiedene internationale Tagungen geleitet, zuletzt die größte europäische Konferenz für Materialforschung, die Euromat in Sevilla. Im Interview erzählt er, was ihn an der Materialwissenschaft besonders fasziniert.

Sprachwissenschaft

Krimis auf dem Seziertisch der Sprach-Profiler

Stefan Diemer seziert mit seinem Team die Sprache von Fernsehserien. Insbesondere Krimis kommen auf den Tisch der Sprachwissenschaftler. Wortwahl, Sätze, Gesprächsstruktur, ja selbst die Zahl der Worte verraten ihnen Ungeahntes. Nichts Geringerem als der Erfolgsformel des „Quality TV“ sind die Anglisten auf der Spur.

Physik

Forscher zeigen, wie man Quantensysteme stabilisiert

Die Quantenphysik birgt technologische Möglichkeiten, die mit heutigen, herkömmlichen Technologien nicht im Geringsten zu vergleichen sind: Kommunikation beispielsweise, die mit quantenphysikalischen Methoden verschlüsselt ist, wäre zu 100 Prozent abhörsicher, Computer sehr viel leistungsfähiger. Die Crux ist aber, dass Quanten-Systeme höchst instabil sind. Ihren Zustand so zu halten, dass sie nutzbar sind, ist derzeit eine der größten Herausforderungen der Physik. Die Saarbrücker Physiker Giovanna Morigi und Jürgen Eschner (Foto) haben nun gemeinsam mit dem Physik-Nobelpreisträger von 2012, David Wineland, und seinen Mitarbeitern eine Methode beschrieben, die ein solches System stabilisiert.