Nachhaltigkeit
Blühwiese lockt Insekten auf den Campus

In einem Gemeinschaftsprojekt der Fachrichtung Germanistik, des Nachhaltigkeitsausschusses und des Universitätsarchivs ist ein lebendiges Blühwiesen-Biotop an Gebäude A2 2 entstanden. Auf dem Randstreifen in Richtung Aula ist in diesem Frühjahr und Sommer eine bunte Blühwiese gewachsen, die nicht nur die Passanten erfreut, sondern auch ein wichtiges Biotop für Flora und Fauna geworden ist.

 

„Vor drei Jahren haben wir diesen Blühwiesenstreifen zum ersten Mal angelegt – dieses Jahr ist er besonders gelungen“, freut sich Johannes Birgfeld, Studiendirektor in der Fachrichtung Germanistik und Ideengeber für das Projekt. „In der AG-Nachhaltigkeit der Universität hatten wir schon länger beobachtet, dass die Grasstreifen neben Gebäuden nach dem Mähen im Sommer oft vertrocknen. Als Blühstreifen hingegen locken sie vom Frühjahr bis zum Herbst viele Insekten an.“

Passendes Saatgut und liebevolle Pflege

Unterstützt vom Gärtnermeister Christian Storb vom Facility Management und dessen Team wurde der Grünstreifen nach einer ersten Probesaat 2024 im vergangenen Jahr noch einmal professionell aufbereitet und dann mit einem auf die Region abgestimmten Saatgut für eine Blühwiese eingesät. Frühe Hitze im letzten Jahr ließ die erhoffte Pflanzenpracht jedoch ausbleiben. Nachdem in diesem Jahr ein Teil der Fläche von Mitarbeitern der Germanistik noch einmal umgegraben und per Hand neu eingesät wurde, ging das Saatgut auf dem gesamten Streifen auf, es entstand eine farbenfrohe und vielfältige Blumenwiese. Seit  März und April wachsen nun unterschiedlichste wilde Blumen, Kräuter und Gräser in halber Mannshöhe. Den Bienen, Hummeln, Faltern und Grillen gefallen der damit angebotene Speiseplan und die installierten Insektentränken außerordentlich – ihr lautes Brummen und Summen lässt nicht nur Passanten aufhorchen, sondern zeugt auch von nachhaltiger Landschafts- und Gartenpflege.

Biodiverse Blühwiese

Doch eine solche Blühwiese muss nicht nur geplant und angelegt, sondern auch regelmäßig gepflegt werden. Hier kommt Frank Rohde, Mitarbeiter im Universitätsarchiv, ins Spiel. „An den heißen Tagen gieße ich die Wiese manchmal zweimal. Das ist aufwändig, macht aber ungemein Spaß“, sagt er und verweist auf den langen Gartenschlauch in seiner Hand. Und er wäre ein schlechter Archivar, wenn er nicht eine ausführliche Liste der Blumen und Insekten erstellt hätte, die er bei seiner täglichen Arbeit beobachtet. Klangvolle Tier- und Pflanzennamen wie Sommer-Adonisröschen, Chinesische Hundszunge oder Glänzende Natternkopf-Mauerbiene, Steinhummel und Zweifarbige Beißschrecke sind nicht nur für Biologen spannend, sondern wecken ein ganzes Kopfkino – ganz wie ein guter Roman.

An diesem Projekt zeigt sich, wie der funktionale Campus der Universität des Saarlandes mit seinen Gebäuden und Parkplätzen durch relativ einfache Ideen ein nachhaltiger und lebenswerter Raum zum Forschen und Studieren werden kann.

 

Text:Martina Panzer
Martina Panzer
Johannes Birgfeld
13.08.2026
Fotos:
Johannes Birgfeld
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