…das dachte sich auch Ahmed El Amraoui, der nach der ersten Hälfte seines Lebens in der sechsten Klasse mit seiner Familie ins Saarland gezogen ist, wo er seit nunmehr über einem Jahrzehnt wohnt. Heute steht der 24-Jährige kurz vor dem Masterabschluss in Quantum Engineering an der Universität des Saarlandes und ist auch rückblickend vollends mit seiner Wahl zufrieden. „Ich fand das Konzept cool, als ich nach dem Abitur nach einem Studiengang gesucht habe, der mir gefällt“, sagt der junge Mann, der auch seinen Bachelor bereits im Fach Quantum Engineering gemacht hat.

Ahmed El Amraoui studiert Quantum Engineering an der Universität des Saarlandes und ist mit seiner Wahl sehr zufrieden. Foto: Thorsten Mohr
Das Fach an der Schnittstelle zwischen physikalischer Grundlagenforschung und ingenieurwissenschaftlicher Anwendbarkeit bietet genau das, was Ahmed El Amraoui gesucht hat. „Viele Effekte der Quantenphysik sind seit Langem bekannt, aber sie müssen auch umgesetzt werden.“ Ähnlich wie es in der klassischen Informatik Mitte des 20. Jahrhunderts der Fall war, als sich Computer von unfassbar teuren, hallenfüllenden Monstrositäten mit einer Handvoll Nutzern zu unerlässlichen Stützen für die Arbeit von Millionen Menschen gewandelt haben, müssen auch Quantencomputer an den Punkt kommen, an dem sie aus den Forschungslaboren rauskommen und zu alltäglich nutzbaren Gerätschaften werden (auch wenn Quantencomputer voraussichtlich niemals den Massenmarkt wie die PCs erobern werden, sondern eher für Spezialaufgaben taugen). „Die Versuche, naturwissenschaftliche Grundlagen auf den Chip zu bekommen, sind das tägliche Brot der Ingenieure. Beim Quantencomputer hingegen sind wir noch lange nicht so weit.“
Dabei ist Ahmed El Amraoui nicht „der Labortyp“, wie er über sich selbst sagt. „Ich bin mit der Zeit mehr in die Theorie gerutscht, aber das ist auch meine Stärke“, sagt er. Nur folgerichtig erscheint es daher, dass er als nebenher als studentischer Mitarbeiter am Lehrstuhl von Peter P. Orth arbeitet. Die Hiwi-Stelle am beim Professor für Theoretische Physik der Quanteninformation hilft ihm nicht nur finanziell. Dort erhält er auch profunde Einblicke in die aktuelle Forschung, die in Saarbrücken einer der wissenschaftlichen Schwerpunkte der Physik bildet.
„Von anderen Studierenden von großen Unis habe ich gehört, dass es dort sehr schwer ist, eine gute Hiwi-Stelle zu bekommen, auf der man auch wirklich was mitbekommt. Das ist bei uns viel einfacher, weil es sehr viel familiärer ist und man die Profs auch immer ansprechen kann.“
„Von anderen Studierenden von großen Unis habe ich gehört, dass es dort sehr schwer ist, eine gute Hiwi-Stelle zu bekommen, auf der man auch wirklich was mitbekommt. Das ist bei uns viel einfacher, weil es sehr viel familiärer ist und man die Profs auch immer ansprechen kann.“ Natürlich hat ihm die Arbeit an verschiedenen Lehrstühlen – vor der Theoretischen Physik war Ahmed El Amraoui auch an den Lehrstühlen für Messtechnik und Energietechnik beschäftigt – nicht nur wissenschaftlich, sondern auch finanziell weitergebracht. „Ich hätte auch Bafög beantragen können, aber durch die Hiwi-Stellen und Stipendien, die ich hatte, konnte ich das Studium immer finanzieren, ohne Schulden zu machen“, sagt er. Nachdem sein Bachelorstudium von der Stiftung der Deutschen Wirtschaft unterstützt wurde, erhält er für sein Masterstudium eine Förderung der Studienstiftung des deutschen Volkes. „Das hat mir sehr geholfen, mein Studium auch in Regelstudienzeit abzuschließen.“ Beide Standbeine – Hiwi-Jobs und Stipendien – empfiehlt Ahmed El Amraoui ausdrücklich. In der Praxis sei es viel einfacher, ein Stipendium zu bekommen als man denkt. „Viele trauen sich vielleicht nicht, sich für ein Stipendium zu bewerben. Aber man sollte es einfach versuchen.“ Bei Hunderten Förderwerken in Deutschland ist die Auswahl groß, eine finanzielle Unterstützung zu bekommen.
Nicht zuletzt auch diese Sicherheit hat ihn auf seinem akademischen Weg so weit gebracht, dass er ab November als Doktorand bei Peter P. Orth eine Promotion beginnt. „Was danach kommt, weiß ich noch nicht. Das halte ich mir offen.“ Sicherlich wird Ahmed El Amraoui aber auch nach diesem kommenden Lebensabschnitten irgendwann zurückblicken und vollends zufrieden sein mit seinem Weg.