Baumaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen, kompostierbare Verpackungen oder Fahrzeuge aus recycelbaren Leichtbaustoffen – für solche Lösungen braucht es Expertinnen und Experten, die nachhaltige Materialien und Systeme entwickeln und bewerten können. Diese Fachleute bildet die Universität des Saarlandes seit 2025 im Masterstudiengang „Sustainable Materials and Engineering“ aus. Einer von ihnen ist Devarrishi Dixit.

Devarrishi Dixit an einer Handschuhbox, einem gasdicht abgeschlossenen Reaktionsraum. Foto: Oliver Dietze
Von der Idee, Materialien unter Nachhaltigkeitsaspekten zu entwickeln, ist Devarrishi Dixit begeistert. Der junge Inder studiert im Saarbrücker Masterprogramm. In seiner Heimat hat er einen Bachelor in „Materialwissenschaften und Technologie“ absolviert. 2018 ging er zunächst nach Kiel und forschte dann für seine Masterarbeit an der ETH Zürich. Hier konnte er einen Polymerverband optimieren, der bei Darmoperationen zum Einsatz kommt. Neben dem medizinischen Bereich (und Raumfahrttechnik) faszinieren ihn vor allem Batterien: „Mein Ziel ist es, mit Batterie-Materialien zu forschen – und dieser Saarbrücker Studiengang hat meinen Fokus auf das Thema ‚Nachhaltigkeit‘ gelenkt“, erzählt er.
„Wir wollen Fachleute für nachhaltige Materialien ausbilden, die von der Produktidee bis zur Wiederverwertung den gesamten Kreislauf mitsamt seinen wirtschaftlichen Aspekten mitdenken können“, erläutert Guido Kickelbick, federführender Chemiker hinter dem internationalen Programm. Das englischsprachige Studium kombiniert Fachwissen aus gleich drei Disziplinen: Chemie, Materialwissenschaften und Ingenieurwissenschaften. Und: Es ist forschungsnah und praxisorientiert, viele Veranstaltungen finden direkt in den Forschungslaboren statt.
Das Studium hat mir vermittelt, dass für die Entwicklung nachhaltiger Produkte und Prozesse von Anfang an alle Aspekte integriert werden müssen: ökologische, soziale, ökonomische und politische.
Gute Bedingungen für den forschungsbegeisterten Studenten aus Indien: Bei Professor Guido Kickelbick konnte er ein Studienprojekt über Festkörperbatterien durchführen. Zudem hat er als studentische Hilfskraft bei Professor Markus Gallei an der Optimierung eines Gel-Elektrolyten für Semifestkörperbatterien geforscht. Mit Erfolg, denn er konnte eine – im Vergleich zu etablierten Systemen – deutlich erhöhte elektrolytische Leitfähigkeit erzielen.
Für die Weiterentwicklung von Batterien sieht Devarrishi Dixit noch ein weites Forschungsfeld. „Lithium und Kobalt, die beide für Batterien benötigt werden, sind knappe Ressourcen. Zudem stammt fast das gesamte Kobalt aus dem Kongo, wo schlimme Arbeitsbedingungen herrschen.“ Das Studium habe ihm vermittelt, dass für die Entwicklung nachhaltiger Produkte und Prozesse von Anfang an alle Aspekte integriert werden müssen: ökologische, soziale, ökonomische und politische. Auf dem Lehrplan stehen etwa Chemie und Umwelt, Rohstoffe, nachhaltige Materialien oder nachhaltige Energiesysteme. Zudem lernen die Studierenden, wie Kreislaufwirtschaft funktioniert – sowohl von der stofflichen als auch von der wirtschaftlichen Seite.
Devarrishi Dixit will sein Studium in Saarbrücken bald abschließen, muss aber unter anderem noch seine Masterarbeit schreiben. Danach strebt er eine Doktorarbeit über Energiespeicher-Materialien im industrienahen Umfeld an.
Studiengang
Webseite zum Master: Sustainable Materials and Engineering