Landespreis Hochschullehre
„Teddyklinik Homburg“ mit Sonderpreis ausgezeichnet

Mit ihrer Teddyklinik wollen engagierte Medizin-Studierende Kindern die Angst vor dem Arztbesuch nehmen: Nun hat das Projekt „Teddyklinik Homburg“ unter der Leitung von Maria Römbke und Julien Wallasch den mit 2.000 Euro dotierten Sonderpreis für herausragendes studentisches Engagement erhalten.

Maria Römbke (links) und Julia Geroska brennen für ihr Projekt "Teddyklinik Homburg" und werden es zukünftig leiten. Nicht auf dem Foto ist Julien Wallasch, der gemeinsam mit Maria Römbke für die bisherige Leitung ausgezeichnet wurde. Foto: Sieber

Seit etwa zehn Jahren organisieren Homburger Medizinstudierende die „Teddyklinik Homburg“ ehrenamtlich. Geleitet wird das Projekt von Julien Wallasch und Maria Römbke. Für ihren unermüdlichen, eigenverantwortlichen Einsatz wurden die beiden nun mit dem Sonderpreis für herausragendes studentisches Engagement in der Lehre ausgezeichnet.

Einmal im Jahr veranstalten die beiden Studierenden eine Teddyklinik im Saalbau Homburg – unterstützt von einem Organisationsteam aus 73 Mitgliedern und zwölf Gruppenleitern. Mehr als 180 Medizinstudierende waren bei der letzten Teddyklinik im November 2025 aktiv. Über vier Tage hinweg betreuten und versorgten sie rund eintausend Kinder und ihre Teddy-Patienten: vom Pinguin mit Schnupfen über gebrochene Drachenflügel bis hin zu Vorsorgeuntersuchungen für die Plüschpatienten. Die Kinder helfen bei der Behandlung meist begeistert mit – beispielsweise am selbstgebauten Computertomografen, im Labor oder im Teddy-Operationssaal. Auch einen Sehtest oder Zähneputzen konnten die Kinder gemeinsam mit ihrem Kuscheltier erleben, da auch die Sehschule und Studierende der Zahnmedizin die Teddyklinik unterstützen.

„Wir zeigen kindgerecht den Umgang mit ärztlichen Gerätschaften, wie zum Beispiel dem Stethoskop, Reflexhammer oder dem gebastelten Teddy-Röntgengerät, bis hin zum Sehtest und Operationen an Teddys. Da viele Kinder verständlicherweise Angst vor ungewohnten Situationen haben, kann so die Angstreaktion bei einem zukünftigen Arztbesuch vermindert werden“, erläutert Julien Wallasch.

Bei vielen Kindergärten und Grundschulen im Umkreis ist der Besuch der Teddyklinik zu einem festen Termin im Jahr geworden. „Das Team erhält immer viele dankbare Rückmeldungen“, berichten die Preisträger. Auch die Studierenden profitieren von der Veranstaltung, da sie hier ihre kommunikativen und organisatorischen Kompetenzen schulen und ihre handwerklichen Fertigkeiten stärken können – beispielsweise beim Basteln medizinischer Geräte im „Teddy-Maßstab“. Die „Teddyklinik Homburg“ begleitet inzwischen viele Generationen von Medizinstudierenden; als eine der größten Teddykliniken Deutschlands hat sie sogar nationale Aufmerksamkeit erreicht.

Auf Initiative der Studierenden hin wurde die „Teddyklinik“ 2024 unter der Leitung von Professorin Carola Meier auch als offizielles Wahlfach des vorklinischen Abschnitts des Medizinstudiums etabliert. Studierende des Wahlfachs werden beispielsweise in Themen wie Kinderreanimation und Kinderschutz eingeführt und lernen, wie man im Kontext der Teddyklinik mit den Kindern kommuniziert. „Von den Studierenden bekommen wir zahlreiche positive Rückmeldungen, beispielsweise, dass ihnen der Umgang mit den Kindern an der Teddyklinik mehr Sicherheit für klinische Situationen gibt. Zudem können die Studierenden schon mal laienverständliche Formulierungen der komplexen medizinischen Fachsprache üben, was in allen Fachrichtungen benötigt wird“, betont Preisträgerin Maria Römbke.

Text:Gerhild Sieber
Gerhild Sieber
17.03.2026
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Landespreis Hochschullehre

Der Landespreis Hochschullehre wird seit 2003 jedes Jahr verliehen. Seit dem Jahr 2023 vergibt das Ministerium der Finanzen und für Wissenschaft zusätzlich einen Sonderpreis in Höhe von 2.000 Euro für besonderes studentisches Engagement mit Vorbildcharakter.