Nachhaltigkeit
Kreislaufwirtschaft im Reallabor

Wie lassen sich Ressourcen schonen, Produkte länger nutzen und zugleich die Wirtschaft zukunftsfähig gestalten? An diesen Fragen forscht Kristian König an der Universität des Saarlandes. Mit Kreislaufwirtschaft und dem Ziel „absoluter Nachhaltigkeit“ will er dazu beitragen, die Belastungsgrenzen der Erde einzuhalten.

Kristian König arbeitet und promoviert bei Professor Michael Vielhaber, der das Projekt CircularSaar leitet.

Auch wenn so mancher schon ferne Planeten anpeilt – bis auf Weiteres haben wir nur die Erde. Heißt: Wir müssen mit dem klarkommen, was wir hier finden – und das ist begrenzt. „Es reicht nicht aus, Produkte wie Autos und ihre Herstellung relativ gesehen nachhaltiger und effizienter zu machen als vorher. Entscheidend ist, unseren Ressourcenverbrauch und die Umweltwirkungen so zu senken, dass unser System, die Wirtschaft und unsere Gesellschaft auf Dauer funktionieren“, sagt Doktorand Kristian König. Der Ingenieurwissenschaftler hat das große Ganze im Blick: die Belastungsgrenzen des Planeten. Woran er mitwirken will, ist „absolute Nachhaltigkeit“.

„Das bedeutet, die Belastungen auf einem Niveau zu begrenzen, das sich noch regenerieren lässt. Die Kreislaufwirtschaft ist ein starker Hebel dafür und kann zugleich die Wirtschaft zukunftsfähig machen“, erklärt er. An der Universität des Saarlandes findet Kristian König das passende Umfeld. Hier wächst ein starker Schwerpunkt Nachhaltigkeit heran. Eines der Projekte, die mit Millionenförderung vom Land gestartet sind, ist CircularSaar, bei dem sich alles um Kreislaufwirtschaft dreht. „Es geht darum, Ressourcen, Materialien und Produkte nicht wie bisher zu verbrauchen und zu entsorgen, sondern sie so lange es geht zu nutzen und in einen Kreislauf zu bringen. Was einmal produziert wurde, hat die Umwelt bereits belastet. Es zu erhalten oder weiter zu nutzen, ist meist besser, als es zu ersetzen“, sagt König, der mitforscht, wie man Produkte mit Methoden der Kreislaufwirtschaft und des Leichtbaus nachhaltig gestalten kann. Sein Doktorvater Professor Michael Vielhaber leitet das Transformationsprojekt CircularSaar.

Forschen schon im Studium

Studiert hat Kristian König auf dem Saarbrücker Campus. „Technik hat mich immer schon interessiert. Rückblickend war Systems Engineering mit Vertiefungsrichtung Maschinenbau für mich ein Volltreffer – von den Studienbedingungen bis hin zur super Betreuung. Ich würde das immer wieder studieren“, sagt der gebürtige St. Ingberter, der früh als studentische Hilfskraft an Forschung mitarbeitete, zuerst in der Angewandten Mechanik bei Professor Stefan Diebels. „Das hat mir viel mit auf den Weg gegeben. Später habe ich mich in die Produktentwicklung vertieft.“ Inzwischen hält er selbst Lehrveranstaltungen: Im Vertiefungsfach Sustainable Engineering gibt er Studierenden Einblick in neueste Ergebnisse aus dem CircularSaar-Projekt, wie man Produkte kreislauffähig macht. „Ich habe viel bekommen und jetzt kann ich selbst etwas zurückgeben“, sagt er.

„Die Studierenden, die heute hier mitmachen, sind in ein paar Jahren diejenigen, die es in den Unternehmen umsetzen. Bei uns können sie in echte Projekte reinschnuppern, sie sind vorne mit dabei in der Forschung. Wir arbeiten hier im Reallabor mit der echten Produktion, mit saarländischen Unternehmen, an den Fragestellungen von morgen“, sagt Kristian König, der gerade auf einer Nachhaltigkeits-Konferenz in Sri Lanka war. Er ist überzeugt: „Absolute Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft sind die Zukunft.“ Wir haben eben nur den einen Planeten – und mit dem müssen wir klug umgehen. 

Alles im Kreislauf: Das Transformationsprojekt CircularSaar

Was ausgedient hat, landet heute meist im Müll. Dadurch gehen Rohstoffe und alles, was in die Produktion gesteckt wurde, verloren. Das schadet der Umwelt. Zugleich brauchen Unternehmen in Zeiten knapper Ressourcen und verwundbarer Lieferketten dringend solch wertvolle Werkstoffe. Wie lässt sich alles in einen Wiederverwertungskreislauf bringen – und zwar so, dass das Klima geschützt wird und die Wirtschaft profitiert? Hieran forschen im Projekt CircularSaar Teams der Universität, des IZES-Instituts für Zukunftsenergie- und Stoffstromsysteme sowie Unternehmen, gefördert vom Land mit 33 Millionen Euro – und Studierende können hieran mitwirken. 

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Text:Claudia Ehrlich
Claudia Ehrlich
Foto: Claudia Ehrlich/UdS
20.10.2026
Fotos:
Foto: Claudia Ehrlich/UdS
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