Geographien Europas
Zwischen Karten und Kulturen

Geographie und Sprachen – eigentlich wollte Marlene Bartsch diese beiden Fächer fürs Lehramt studieren. Nach dem Abitur 2021 ging sie jedoch erst einmal für 22 Monate als Au-pair in die USA. Eine Zeit, die sie nach neuen Perspektiven jenseits des Lehrerberufs Ausschau halten ließ. Dabei stieß sie im Internet auf den Saarbrücker Studiengang „Europawissenschaften“ mit dem Schwerpunkt „Geographien Europas“ – und startete im Wintersemester 2023/24 ins Studium an der Saar-Universität. 

Marlene Bartsch studiert „Geographien Europas“. Foto: Sieber

„Eine gute Entscheidung“, sagt die inzwischen 23-Jährige rückblickend: „Im Studium konnte ich mein Interesse an der Geographie und meine Vorliebe für Sprachen miteinander verbinden.“ Und: Nach der langen Zeit im Ausland passte es der jungen Saarländerin gut, im heimatlichen Umfeld studieren zu können. 
Der Studiengang „Europawissenschaften: Geographien Europas“ ist einer von mehreren Ausrichtungen des Bachelors „Europawissenschaften“; hier studieren alle Europawissenschaftler in einem gemeinsamen „Kernbereich“: Sie lernen die Grundzüge des europäischen Rechts kennen, beschäftigen sich mit europäischer Politik und Geschichte und erwerben kulturwissenschaftliche Kenntnisse. Hinzu kommen Themen wie interkulturelle Kommunikation, Migration und europäische Integration. „Außerdem gab es gleich zu Beginn ein Seminar über die ‚Regeln‘ des wissenschaftlichen Arbeitens“, lobt Marlene Bartsch, die aktuell im sechsten Semester ist und an ihrer Bachelorarbeit schreibt. 

Es war prima, dass wir in allen Kursen nach der Einführung ein eigenes Projekt machen konnten.

Marlene Bartsch

Ihr Studienfach „Geographien Europas“ konzentriert sich auf raumbezogene Entwicklungen innerhalb Europas. Im Mittelpunkt stehen Themen der Humangeographie wie Siedlungsentwicklung oder Energiegeographie. „In meiner Seminararbeit zur Stadtentwicklung habe ich den Wiederaufbau der Städte in der DDR unter sowjetischer Besatzung bearbeitet“, nennt Marlene Bartsch ein Beispiel. Außerdem auf dem Lehrplan: Methoden der Sozialforschung. Dazu gehören statistische Methoden, die Durchführung von Zählungen oder das Erstellen von Fragebögen. „Im qualitativen Methodenmodul haben wir gelernt, wie man Interviews führt und einen Leitfaden dafür erstellt.“ Geübt wurde das bei einem Geländepraktikum zur Stadtentwicklung in St. Ingbert – mit Interview eines städtischen Angestellten zum Thema Natur und Umwelt. „Das hat viel Spaß gemacht. Überhaupt war es prima, dass wir in allen Kursen nach der Einführung ein eigenes Projekt machen konnten“, sagt Marlene Bartsch.  

Begeistert war die Studentin auch von einer Exkursion nach Hamburg, für die alle Studierenden eigene Themenrundgänge erarbeitet hatten. „Gemeinsam mit einer Kommilitonin habe ich durch die Hamburger HafenCity geführt.“ Als ihr „Highlight“ bezeichnet sie ein Projektseminar am Schengen-Lyzeum in Perl über „Raumbilder von Jugendlichen aus Grenzregionen“. In Zweier- und Dreiergruppen waren die Studierenden an der Schule unterwegs und führten Interviews mit Jugendlichen der fünften bis zehnten Klasse. „Die Schüler aus Frankreich, Luxemburg und Deutschland haben sehr interessante Geschichten von ihrem Leben in der Grenzregion erzählt.“ Anschließend seien die Interviews ausgewertet und ein Forschungsposter erstellt worden.

In den Lehrveranstaltungen kann man unkompliziert bei den Dozenten nachfragen.

Marlene Bartsch

Auch Sprachkurse gehören verpflichtend zum Studium; neben Fremdsprachenkenntnissen müssen die Studierenden zudem Auslandserfahrung nachweisen. Marlene Bartsch hat daher im vergangenen Winter ein Erasmus-Semester an der geographischen Fakultät der Universität in Nantes eingelegt. 
Das Fazit der angehenden Geographin: „Das Studium ist sehr vielfältig; ich nehme ein komplexes, solides Wissen aus sehr vielen Bereichen mit.“ Der Studienaufbau sei gut durchdacht: „Alle Inhalte aus den ersten Semestern kamen später zur Anwendung.“ Auch dass es sich um einen sehr kleinen Studiengang handele, sei vorteilhaft. „In den Lehrveranstaltungen gibt es viel Interaktion, außerdem kann man immer unkompliziert bei allen Dozenten nachfragen.“ 

Im März und April dieses Jahres hat die Studentin ein achtwöchiges Berufspraktikum in Berlin bei der saarländischen Vertretung beim Bund gemacht. Wie es nach ihrem Bachelor-Abschluss im Herbst weitergeht? – „Mein Wunsch wäre ein zweisprachig aufgebautes Geographie-Masterstudium im Bereich globaler Wandel und Nachhaltigkeit.“

Text:Gerhild Sieber
Gerhild Sieber
29.07.2026
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Studium

Der Studiengang "Europawissenschaften: Geographien Europas" ist eine von mehreren fachbezogenen Ausrichtungen des Bachelors „Europawissenschaften". 
Infos zum Studiengang „Geographien Europas“.