Für seine 2023 abgeschlossene Forschung zur transnationalen Biographie eines kriminellen Künstlers in Frankreich, Italien und Deutschland des 19. Jahrhundert ist Dr. Alexander Hilpert mit dem Dissertationspreis 2024 des Deutsch-französischen Historiker:innenkomitees ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert.

Der Vorstand des Deutsch-französischen Historikerkomitees, der Preisträger und seine Promotionsbetreuerin bei der Verleihung am 3. Juni 2026 an der Universität Heidelberg (Von links: Prof. Jörg Requate, Prof. Nathalie Le Bouëdec, Dr. Alexander Hilpert, Prof. Gabriele Clemens, Prof. Mathieu Dubois, Prof. Johannes Großmann, Prof. Silke Mende). Foto: Dr. Sarah Lias Ceide
Dr. Alexander Hilpert ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere Geschichte und Landesgeschichte von Prof. Gabriele B. Clemens an der Universität des Saarlandes und leitet zugleich die „Lernwerkstatt Geschichtsunterricht digital“ (GUdig). In seiner Dissertation „Der Fälscher Heinrich Schaeffer“ zeigt Hilpert anhand des außergewöhnlichen Falls eines aus Trier stammenden Betrügers, wie Kunstfälschungen, Fake News und Falschaussagen vor Gericht im 19. Jahrhundert Glaubwürdigkeit erlangen konnten – mit teils bis in die Gegenwart reichenden Folgen.
Die öffentliche Preisverleihung fand am Abend des 3. Juni 2026 im gut gefüllten großen Hörsaal des Historischen Seminars der Universität Heidelberg statt. Die Vorsitzende des Komitees, Prof. Silke Mende, betonte in ihren einleitenden Worten die besondere Originalität und die transnationale Dimension der Dissertation. Im Anschluss würdigte Hilperts Promotionsbetreuerin, Prof. Gabriele B. Clemens, den Preisträger in einer Laudatio.
In seinem Festvortrag legte Dr. Hilpert dar, dass Heinrich Schaeffer, der 1866 im Saarland als „Inschriftenfälscher von Nennig“ zweifelhafte Bekanntheit erlangt hatte, seine Strategie nach 1871 an der Côte d’Azur weiterentwickelte. Während er durch Meineide und Falschmeldungen gegen den dortigen deutschen Konsul nur kurzfristig politische Wirkmacht erzielte, beeinflusste der Fälscher langfristig die französische Kunstgeschichte: Mit seiner Erfindung einer angeblichen „Malerschule von Nizza“ und weiteren Gemäldefälschungen täuschte Schaeffer bis in die Gegenwart Sammler und Museen.
Im Anschluss an den Vortrag wurde der Preis vom im Heidelberg versammelten Vorstand des Deutsch-französischen Historiker:innenkomitees überreicht.
Mitteilung zur Preisverleihung auf der Website des DFHK
Verlagsseite der Publikation.
Deutsch-französischer Dissertationspreis
Das Deutsch-Französische Historiker:innenkomitee vergibt den Dissertationspreis alle zwei Jahre und zeichnet damit herausragende Doktorarbeiten aus, welche die Geschichte des jeweiligen Nachbarlands, die Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen beziehungsweise beider Länder im Vergleich für das 19. und/oder 20. Jahrhundert erforschen. (http://www.historikerkomitee.de)