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Wettbewerb

Studierende entwerfen digitale Utopien für Europa

Drei Studierende der Fachrichtung Romanistik haben den Debattier-Wettbewerb „Utopie Europa-Preis“ mit dem diesjährigen Thema „Digitale Utopie?“ gewonnen. Sie haben sich damit gegen neun weitere Hochschulteams aus ganz Deutschland erfolgreich durchgesetzt. Das Gewinnerteam mit Héloïse Dardaine, Azyza Deiab und François Van Roekeghem hat nun die Gelegenheit, sein Projekt vor der Europäischen Kommission in Brüssel vorzustellen.
Von Friederike Meyer zu Tittingdorf • 25.03.2021

Über die Videoplattform Zoom präsentierten und verteidigten neun Gruppen von Studierenden von Hochschulen aus ganz Deutschland konkrete Ideen für ihre Visionen von Europa mit Blick auf die Digitalisierung. Pandemiebedingt konnte die Veranstaltung nicht wie ursprünglich geplant in der französischen Botschaft in Berlin stattfinden. Die studentischen Teams konnten sich ihr Thema frei auswählen, je nach Interessen, Studiengebieten und eigenen Ideen. Dem Wettbewerb gingen an einigen Universitäten Seminare und Workshops voraus, in denen sich die Studierenden mit der Digitalisierung und europäischen Themen beschäftigt haben. Die Studierenden der Saar-Universität wurden in ihren Wettbewerbsvorbereitungen von Valérie Deshoulières, Professorin für französische Literatur im europäischen Kontext und Leiterin des Institut français Saarbrücken, begleitet und unterstützt.

Das Saarbrücker Team mit Héloïse Dardaine, Azyza Deiab und François Van Roekeghem stellte seine Vision von einer europaweiten Projektwoche an allen weiterführenden Schulen vor, in der jedes Jahr der verantwortungsvolle und risikobewusste Umgang mit digitalen Medien behandelt werden soll. Dafür sollen das Lehrpersonal geschult und externe Experten sowie junge Erwachsene in Freiwilligendiensten herangezogen werden. In Workshops können sich dann die Schülerinnen und Schüler zum einen mit den Sicherheitsfragen in den digitalen Welten beschäftigen, zum Beispiel wie sie ihre persönlichen Daten schützen können oder im Fall von Cybermobbing reagieren sollten.

Zudem sollen sie sich mit den Umweltaspekten der Digitalisierung beschäftigen, etwa wieviel Energie dafür benötigt wird und was mit den Elektronikabfällen passiert. Als weiteres digitales Schwerpunktthema für Schulen schlagen die Saarbrücker Studierenden Gesundheitsaspekte vor, also etwa wie sich die Bildschirmzeit auf den Schlaf auswirkt und inwiefern soziale Netzwerke und Onlinespiele süchtig machen können. Zudem sollen sich die Jugendlichen kritisch mit dem breiten Informationsangebot im Internet auseinandersetzen und lernen, wie man “Fake News” von verlässlichen Informationen unterscheiden kann.

Diese Ideen trugen Héloïse Dardaine, Azyza Deiab und François Van Roekeghem im Wettbewerb mit großem Engagement vor.  In der ersten Debattierrunde konnte das Publikum mitentscheiden, welches Team seine Ideen am überzeugendsten vorgetragen hat. Hier lag das Saarbrücker Team bereits vorne. In der zweiten Runde entschied dann eine prominent besetzte Jury über das Gewinnerteam. Ihr gehörten die Bundestagsabgeordneten Anna Christmann und Manuel Höferlin an, die beide auf digitale Themen spezialisiert sind, sowie Professor Ingolf Pernice, ehemaliger Forschungsdirektor des Alexander von Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft, sowie Jörg Wojahn, der die Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland leitet.

Das Gewinnerteam des Debattier-Wettbewerbs

Die erfolgreichen Studierenden der Fachrichtung Romanistik der Saar-Universität dürfen jetzt ihre Projektidee für eine neue EU-Richtlinie vor der Europäischen Kommission in Brüssel präsentieren. Welche Studienfächer Héloïse Dardaine, Azyza Deiab und François Van Roekeghem belegen und was sie motiviert hat, an dem Wettbewerb teilzunehmen, berichten sie hier selbst:

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Mein Name ist Azyza Deiab, ich bin 25 Jahre alt und studiere Französisch und Evangelische Theologie (Lehramt Sekundarstufe I u. II) an der Universität des Saarlandes. Zudem absolviere ich dort das Europaicum-Zertifikat. Vor zwei Jahren war ich im Rahmen des Pädagogischen Austauschdienstes als Fremdsprachenassistentin an zwei Schulen in der Académie de Besançon in Frankreich tätig. Darüber hinaus arbeite ich momentan an zwei Lehrstühlen als studentische Hilfskraft mit.

Zur Teilnahme am Wettbewerb „Utopie Europa-Preis“ habe ich mich entschieden, um die Chance zu nutzen, gemeinsam mit meinen Kommilitoninnen und Kommilitonen Europa durch unsere eigenen Ideen und Schwerpunktsetzungen mitzugestalten – und sei es nur im Kleinen. Ich bin gespannt, wohin die Reise uns führt und welche Zukunft unser Projekt vielleicht haben wird.

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Ich heiße Héloïse Dardaine, ich bin 24 Jahre alt und komme aus Nancy (Lothringen). Seit dem Wintersemester 2020/21 studiere ich Interkulturelle Kommunikation an der Universität des Saarlandes im Master. Vor einem Jahr habe ich meinen Bachelor im Fach “Deutsch-Französische Studien: Grenzüberschreitende Kooperation und Kommunikation” an der Universität des Saarlandes und der Université de Lorraine (Metz) abgeschlossen. Zudem habe ich als Fremdsprachenassistentin in zwei saarländischen Schulen gearbeitet.

Ich habe die Entscheidung getroffen, am Wettbewerb "Utopie Europa Preis 2021" teilzunehmen, weil ich mich viel mit der übermäßigen Nutzung digitaler Medien und ihren Auswirkungen auf die Jüngsten in der Gesellschaft beschäftige. Dieses Thema liegt mir am Herzen, und daher möchte ich unser Programm soweit wie möglich verteidigen.

privat

Ich heiße François Van Roekeghem, ich bin 21 Jahre alt und komme aus Boulogne-sur-Mer, eine Küstenstadt in Nordfrankreich. Ich habe im Januar meinen binationalen Bachelor im Fach “Deutsch-Französische Studien: Grenzüberschreitende Kooperation und Kommunikation” an der Universität des Saarlandes und der Université de Lorraine (Metz) abgeschlossen und arbeite seit Oktober 2020 als Fremdsprachenassistent an zwei Gymnasien in Saarbrücken. Parallel dazu bin ich auch seit fast drei Jahren Botschafter der Deutsch-Französischen Hochschule.

Für mich war die Teilnahme an diesem Wettbewerb eine logische Folge, da ich schon an dem Projekt European Youth Event (EYE-2020) im Rahmen eines Seminars teilgenommen hatte. Mit Utopie Europa hatten wir als Team die Möglichkeit, ein konkretes Projekt aufzubauen, was uns sehr gefallen hat. Wir wollten damit zu der Weiterentwicklung Europas beitragen. Jetzt ist es unser Ziel, unser Projekt zu verwirklichen! Ich kann es kaum erwarten, zu sehen, was die Zukunft bringt.

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