Marco Kany

Im März 2020 wurde die Grenze zwischen dem Saarland und der Region Grand-Est vorübergehend geschlossen.

Border Studies

Rückblick auf die Covid-19-Grenzschließungen

Vor einem Jahr führte die Covid-19-Pandemie zu massiven und abrupten Grenzschließungen. Besonders die Großregion mit ihren engen Verflechtungen war betroffen: Studierende, Grenzgänger, Familien und Freizeitpendler erlebten die Trennung als dramatischen Einschnitt im grenzüberschreitenden Lebens- und Arbeitsalltag. Aktuell wird die Grenze vor allem im deutsch-französischen Gebiet aufgrund verschärfter Einreiseregelungen und Testauflagen wieder verstärkt spürbar. Das UniGR-Center for Border Studies blickt auf die bis heute umstrittenen Grenzschließungen zurück.
Von Christian Wille • 16.03.2021

Das Center for Border Studies der Universität der Großregion im Gespräch mit dem Fotografen Marco Kany

Im März und April 2020 dokumentierte Marco Kany die Grenzen zwischen dem Saarland und Grand Est. Die Fotoserie zeigt bis dahin kaum denkbare Bilder in der Großregion und wie die Menschen mit den geschlossenen Grenzen lebten. Jetzt – ein Jahr danach – hat das UniGR-CBS mit dem saarländischen Fotografen gesprochen. In dem entstandenen Video „Border Closures 2020“ erklärt Marco Kany, was ihn antrieb und was er bei seinem Fotostreifzug erlebte. Das Video und die Fotoserie stehen in der fortlaufend aktualisierten Border Gallery auf der UniGR-CBS-Webseite bereit.

Interview mit dem Fotografen Marco Kany
https://www.youtube.com/watch?v=NwXwkP5nLTk

Das Center for Border Studies gibt Einblicke in den COVID-19 Lockdown

Im Frühjahr 2020 haben Forscherinnen und Forscher des Center for Border Studies ihre Beobachtungen noch unter dem unmittelbaren Eindruck der Grenzschließungen aufgearbeitet. Die entstandene Publikation mit deutschen, französischen und englischen Beiträgen gibt Einblicke in das Zeitgeschehen während der globalen Pandemie und berücksichtigt auch soziale und gesundheitsbezogene Grenzziehungen. Das Themenheft „Bordering in Pandemic Times” steht auf der Webseite zum kostenlosen Download bereit.

Außerdem veröffentlichte das Center for Border Studies aktuelle Erkenntnisse über den Alltag im Saarland während des Lockdowns und über Sprachtaktiken im öffentlichen Diskurs, mit denen Länder für die Viruskrankheit verantwortlich gemacht wurden. Nachzulesen sind die Ergebnisse online hier: „Corona-Zeiten, Corona Räume“ und „The pandemic of nationalism and the nationalism of pandemics“.

Bereits im Mai 2020 organisierte das Zentrum ein öffentliches Rundtischgespräch zu den Grenzschließungen. Die Online-Veranstaltung „Grenzwirklichkeiten in der Großregion in Zeiten der Pandemie“ mit 100 Teilnehmern wurde aufgezeichnet und kann auf der UniGR-CBS Webseite (Video Galerie) abgerufen werden.

Deutsch-französische Grenze zwischen Wallerfangen und Ittersdorf/Schreckling
Marco Kany

Das Grenzraumzentrum arbeitet aktuelle Entwicklungen in der Großregion auf

Ein Jahr nach den Grenzschließungen im März 2020 hat das Virus die Menschen nach wie vor fest im Griff. Davon zeugen die jüngst verschärften Testauflagen beim Grenzübertritt, insbesondere an der deutsch-französischen Grenze, die bereits öffentliche Proteste von Grenzgängerinnen und Grenzgängern hervorgerufen haben. Das Center for Border Studies beobachtet das Grenzmanagement und seine Auswirkungen auf die Menschen fortlaufend und arbeitet die aktuellen Entwicklungen in der Großregion wissenschaftlich auf.

Mit Karl Terrollion (Leiter des Büros des Saarlandes in Paris) und Roland Theis (Europa-Bevollmächtigter des Saarlandes) bilanziert Professor Florian Weber (Universität des Saarlandes) die Ereignisse an der deutsch-französischen Grenze in einem gemeinsam herausgegebenen Buch. Die daran beteiligten Autorinnen und Autoren des Center for Border Studies sowie aus Politik, Wirtschaft, Gesundheit und Kultur wollen Lehren aus den gemachten Erfahrungen für die Zukunft ziehen. Das Buch „Grenzerfahrungen | Expériences transfrontalières. COVID-19 und die deutsch-französischen Beziehungen“ erscheint im Sommer 2021.

Kontakt

Christian Wille, christian.wille@uni.lu
UniGR-CBS-Koordinationsstelle (Universität Luxemburg)

Webseite: www.borderstudies.org
Twitter: https://twitter.com/unigr_cbs
Facebook: https://www.facebook.com/UniGR.CBS

Quellennachweis