Gerhild Sieber

Nahid Ghadiri Jafarbigloo

DAAD-Preis

Medizin-Studentin aus dem Iran wird ausgezeichnet

Mit 21 Jahren kam Nahid Ghadiri Jafarbigloo aus dem Iran ins Saarland, um Medizin zu studieren. Für ihre guten Studienleistungen und ihr gesellschaftliches und interkulturelles Engagement ist die heute 25-Jährige jetzt mit dem Preis des Akademischen Austauschdienstes (DAAD) ausgezeichnet worden.
Von Gerhild Sieber • 07.12.2017

Derzeit bereitet sich Nahid Ghadiri Jafarbigloo intensiv auf ihr erstes Medizinisches Staatsexamen im März vor: „Eine gute Note ist mir wichtig“, sagt die 25-Jährige, die aus Schiras im Iran stammt. Schon immer habe sie in Deutschland Medizin studieren wollen, berichtet die Studentin. In ihrer Heimat machte sie ein exzellentes Abitur und lernte auch schon ein wenig Deutsch, bevor sie im Frühjahr 2013 ins Saarland kam. Im Studienkolleg der Universität erwarb sie fast perfekte Deutschkenntnisse und lernte die medizinische und naturwissenschaftliche Fachsprache. Danach studierte sie zunächst ein Jahr lang Biologie, bevor sie vor zwei Jahren in die Humanmedizin nach Homburg wechseln konnte.

Als Studentin der Humanmedizin engagiert sich Nahid Ghadiri Jafarbigloo gleich mehrfach, unter anderem in der Homburger Teddy-Klinik: Jedes Jahr im April organisieren Medizin-Studenten in der Uniklinik drei Tage lang eine Sprechstunde für Kinder im Kindergartenalter, die mit ihren Kuscheltieren in die Teddy-Klinik kommen. „Damit sollen die Kinder ihre Angst vor Ärzten verlieren“, erzählt die junge Frau. „Für uns Studenten ist es eine Herausforderung, den Kindern mit einfachen Worten zu erklären, wie wir ihr Kuscheltier behandeln.“ Darüber hinaus gehört sie zu einer Gruppe angehender Mediziner, die innerhalb und außerhalb der Universität über Organspende aufklären. „Wir versuchen, neutral über das Thema zu informieren, beispielsweise im Rahmen von Schulbesuchen oder am Tag der Organspende.“ Auch an Aktionen zur Unterstützung der Homburger Palliativstation beteiligt sich Nahid Ghadiri Jafarbigloo mit großer Begeisterung und hat beispielsweise beim Spenden-Triathlon im Mai dieses Jahres mitgeholfen.

Im Studienkolleg haben wir wunderbare Lehrer gehabt, die uns nicht nur Deutsch beigebracht haben, sondern auch die hiesige Kultur gezeigt haben.

Nahid Ghadiri Jafarbigloo
 

Wie sich ausländische Studenten gut in das Leben an der Universität integrieren, war für die junge Iranerin besonders während ihrer ersten Zeit im Saarland ein wichtiges Thema. Gemeinsam mit Kommilitonen hat sie daher auf dem Saarbrücker Campus iranische Länderabende für das Zentrum für internationale Studierende (ZiS) des International Office organisiert. „Das waren tolle, große Feste im Foyer des Musiksaals. Ich habe dort orientalische Stücke auf meiner Geige gespielt“, erinnert sie sich. Dass die Integration für sie so einfach war, habe auch am Studienkolleg gelegen, meint sie: „Das war der beste Anfang für uns ausländische Studenten. Wir haben wunderbare Lehrer gehabt, die uns nicht nur Deutsch beigebracht haben, sondern auch die hiesige Kultur gezeigt haben.“

Wie ihr zukünftiger Beruf als Medizinerin genau aussehen soll, weiß Nahid Ghadiri Jafarbigloo noch nicht: „Ich werde sehen, wo ich am besten helfen kann“, sagt sie. Derzeit könne sie sich vorstellen, bei „Ärzte ohne Grenzen“ zu arbeiten. „Auf jeden Fall will ich den direkten Kontakt mit Menschen.“ Um verschiedene Gesundheitssysteme kennenzulernen, möchte die Studentin ihr viermonatiges Praktikum gleich auf vier Länder aufteilen. Neben Deutschland und dem Iran stehen dabei auch ein afrikanisches Land sowie Peru auf ihrer Wunschliste. Spanisch lernt sie bereits.

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