Jörg Pütz

Die ersten Teilnehmer des Studiengangs MABLE sind im Juli 2018 zu einer Präsenzwoche auf den Saarbrücker Unicampus angereist.

Masterstudiengang Evaluation MABLE

Studenten prüfen den Erfolg internationaler Entwicklungszusammenarbeit

Zwölf Studenten aus aller Welt haben im April 2018 mit dem Studium des englischsprachigen Masterprogramms Evaluation in der Entwicklungszusammenarbeit begonnen. Der internationale “Master (Blended Learning) of Evaluation MABLE“, so der offizielle Name des Studiengangs, verbindet Präsenzveranstaltungen mit modernen Formen des E-Learning. Er wird gemeinsam von der Universität des Saarlandes und der TU Kaiserslautern angeboten.
Von Gerhild Sieber • 23.08.2018

Aus fast allen Kontinenten sind die ersten Studentinnen und Studenten nach Saarbrücken angereist – aus Afghanistan, Chile, Trinidad und Tobago, Uganda, Nigeria und Sri Lanka: Die Teilnehmer des Masterprogramms MABLE trafen sich zur ersten Präsenzwoche ihres Studiengangs am Centrum für Evaluation (CEval) an der Universität des Saarlandes. „Europaweit ist es das einzige Studienangebot dieser Art zum Thema Evaluation in der Entwicklungszusammenarbeit“, sagt Sandra Schopper, die gemeinsam mit Sarah Tschanun den Studiengang koordiniert. Die Masterstudenten sollen lernen, Evaluationen im internationalen Kontext zu konzipieren und durchzuführen. Denn obwohl weltweit die Nachfrage nach Fachkräften für Monitoring und Evaluation steige, gebe es nicht genügend geeignete Studienangebote in diesem Bereich.

Das neue englischsprachige Programm richtet sich an internationale Interessenten aus der Berufspraxis. „Die zwölf ersten Teilnehmer arbeiten bei größeren Organisationen und Nichtregierungsorganisationen, beispielsweise bei der GIZ, bei Unicef oder der Weltbank“, erzählt Sandra Schopper. Das Studium läuft also begleitend zum Beruf ab. Möglich ist dies durch das so genannte Blended-Learning-Format des Masterprogramms, das Selbststudium mittels E-Learning mit Präsenzphasen kombiniert.

Offiziell begonnen hat das Studium im April mit einer E-Learning-Phase: Die Lerninhalte des ersten Semesters wurden als einzelne „Pakete“ über eine digitale Plattform freigeschaltet. „Die Inhalte sind zum Teil interaktiv, dabei müssen die Teilnehmer auch eigene Arbeiten einreichen, beispielsweise Beschreibungen der Evaluationssituation in ihren Ländern“, berichtet die Studiengangs-Koordinatorin. Die ersten drei Studienmodule  – von insgesamt acht – hätten die Studentinnen und Studenten seit April auf diese Weise theoretisch erarbeitet. Bei der Präsenzwoche im Juli seien diese dann in Seminaren vertieft worden – unter anderem anhand von Fallstudien aus der Praxis der internationalen Entwicklungszusammenarbeit.

Die Studenten haben Erfahrungen mit ganz unterschiedlichen Rahmenbedingungen und lernen dadurch sehr viel voneinander

Dr. Wolfgang Meyer

Als „moderierte Veranstaltungen, bei denen man sich intensiv über die eigenen Erfahrungen austauschen kann“, versteht Privatdozent Wolfgang Meyer solche Präsenzphasen. „Die Studenten sind alle Praktiker; sie haben Erfahrungen mit ganz unterschiedlichen Rahmenbedingungen und lernen dadurch sehr viel voneinander“, weiß der promovierte Soziologe. Inhaltlich ging es diesmal um die Themen Theorie, Durchführung und Design von Evaluationen. Während Professor Reinhard Stockmann, Direktor des CEval und Leiter des neuen Studiengangs, das einführende Modul „Evaluationstheorie“ unterrichtete, hat Wolfgang Meyer zwei Tage lang das Modul Evaluationsdesign geleitet. „Dabei haben wir sowohl das Design der Kommunikationsprozesse besprochen als auch das Design der Datenerhebung“, erläutert er. Bei Letzterem geht es um die Auswahl der richtigen Methode, mit der man an die notwendigen Informationen herankommt. „Hat man sich für ein Experimentelles Design entschieden, so arbeitet man mit zwei Vergleichsgruppen, von denen nur eine ein Programm oder Projekt durchläuft. Um zu beurteilen, ob die Intervention gewirkt hat oder nicht, müssen also bei beiden Gruppen jeweils mindestens zwei Messungen durchgeführt werden, und man muss genau überlegen, wann sie stattfinden.“ Anhand von Beispielfällen habe man darüber diskutiert, welches Vorgehen sinnvoll ist –  unter anderem am Beispiel einer UN-Studie über die Wirksamkeit von Mikrokrediten an Farmer, Viehzüchter und Handwerker, sagt Wolfgang Meyer. Sehr wichtig sei ihm außerdem ein zweiter Prozess: der Austausch mit allen Beteiligten. „Wir müssen entscheiden, wer wie tief an Kommunikationsprozessen beteiligt ist. Je nachdem, wie man sich entscheidet, gibt es unterschiedliche Effekte, über die man nachdenken muss“, betont Meyer.

MABLE ist ein Kooperationsstudiengang des Centrums für Evaluation (CEval) der Universität des Saarlandes und des Fernstudienzentrums DISC der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern.
 
Infos zum Centrum für Evaluation (CEval): www.ceval.de

 

Jörg Pütz

Begrüßt wurden die Studenten durch den Vizepräsidenten für Lehre und Studium Prof. Roland Brünken (vorne links) und die beiden Studiengangsleiter: Prof. Reinhard Stockmann, Leiter des CEval (vorne rechts) und Privatdozent Dr. Wolfgang Meyer (am Fenster).

Informationen zur Bewerbung unter:
https://www.uni-saarland.de/master/studienangebot/aufbau/mable/info.html
und unter: www.mable-evaluation.com

Zulassungsvoraussetzungen:
Bewerber müssen mindestens einen Bachelorabschluss und ein Jahr Berufserfahrung vorweisen können.

Kosten:
Pro Semester kostet das Studium 1.500 Euro zuzüglich einer Immatrikulationsgebühr von 99 Euro. Die Gesamtkosten für den viersemestrigen Studiengang belaufen sich also auf rund 6.400 Euro.

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