Foto: Andreas Schlichter
Studienbeginn

Nur Mut! So gelingt der Studienstart

Der Anfang ist gemacht, die ersten Wochen auf dem Campus sind geschafft. Für Erstsemester bleibt der Studienbeginn aber weiter spannend. Noch ist vieles neu, es gilt, sich zurechtzufinden an der Uni und das Studium gut zu planen. Wie „Ersties“ diese Zeit meistern und ein reuiges „Hätte ich doch…“ vermeiden, dazu geben Insider von der Uni Tipps.
Von Claudia Ehrlich • 10.11.2015

„Informiert euch, nutzt Kontakte und seid offen für Angebote“, empfiehlt Anne Müller-Leist, die als Studienkoordinatorin in den Philosophischen Fakultäten weiterhilft. Erstsemester, so ihre Erfahrung, trauen sich oft nicht zu fragen. „Etwas nicht zu wissen, ist nicht peinlich, sondern ganz normal, gerade am Anfang. Es gibt viele Informationsangebote, überall gibt es Ansprechpartner, etwa Studienkoordinatoren oder Studienberatung, die gerne weiterhelfen. Erfahrungsgemäß nutzen aber viele das Angebot nicht oder spät“, sagt sie. Gerade, wenn es um Studienorganisation geht, sollten Neulinge sich Rat holen. „Es dauert seine Zeit, bis man ein Gefühl dafür entwickelt, wie umfangreich etwa eine Klausurvorbereitung ist. Die Studenten laden sich oft zu viel auf“, sagt Müller-Leist.

Es dauert seine Zeit bis man weiß, wie man das Lernen plant und Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden kann.

Das bestätigt Carolin Cullmann, die ihren Bachelor in Anglistik und Germanistik in der Tasche hat, und jetzt ihren Master macht: „Am Anfang habe ich alles auswendig gelernt und schnell gemerkt, dass das bei der Fülle an Stoff gar nicht geht. Auch war es bei den Klausuren, die aufeinander folgten, nicht einfach, alle gleich gut vorzubereiten. Erst mit der Zeit habe ich rausgefunden, wie ich das Lernen plane und unterscheide, was wichtig ist und was nicht.“ Sich hierbei früh Hilfe zu holen, kann also Gold wert sein.

Foto (Prof. Schütze): ZeMA

In kleinen Gruppen fällt das Lernen leichter.

Diesen Rat gibt auch der Messtechniker Professor Andreas Schütze: „Die neuen Studenten sollten die Angebote auch von Asta und Fachschaften nutzen. Von höheren Semestern erfahren sie schnell, wo Fehler lauern, was sie beachten sollten. Ein Klassiker ist die verpasste Anmeldung zur Prüfung.“ Überhaupt klappe es gemeinsam besser. „Am besten schließen sich Studenten in kleinen Gruppen zusammen – da fällt auch das Lernen leichter.“

„Bei Fragen rund um die Vorlesung sollte man sich direkt nach der Veranstaltung an die Dozenten wenden“, rät Jura-Professorin Annemarie Matusche-Beckmann. „Er oder sie wird diese Fragen, die oft auch für andere wichtig sind, gerne beantworten.“ Zum Thema Lernen empfiehlt sie: „Nach meiner Erfahrung gilt: Je kontinuierlicher man lernt, desto besser der Erfolg. Anstelle von riesigen Lerneinheiten, die man doch nicht einhält, ist es besser, sich auf ein kleineres Lernpensum pro Tag einzustellen und das Tag für Tag durchzuhalten. Klar: Leichter gesagt als getan…“

Je kontinuierlicher man lernt, desto besser der Erfolg.

Zeitmanagement-Experte Professor Cornelius König sagt hierzu: „Es ist die Umsetzung, auf die es ankommt. Sätze wie ´Fast alles dauert länger, als man denkt` und ´Lieber etwas früher mit dem Lernen anfangen` sind nicht spektakulär, aber man kann sie nur immer wiederholen. Was richtig ist, weiß man meist vorher schon, aber trotzdem tut man es nicht.“

Doch was ist im Ernstfall, wenn dem Newcomer dämmert: Das ist der falsche Studiengang? „In jedem Fall einen Termin bei uns vereinbaren“, sagt Peter Hell von der Studienberatung. „Wer sich sicher ist, dass er dieses Fach nicht weitermachen will, der sollte die Vorlesungszeit nutzen und Veranstaltungen von Fächern besuchen, die ihn interessieren.“

Aber aller Anfang ist schwer, Erstsemester sollten nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Newcomer müssen sich erst das Rüstzeug beschaffen, mit dem sie in eine spannende Welt durchstarten können. „Am Anfang muss man schon manchmal die Zähne zusammenbeißen“, sagt Ingenieur Christian Bur, der gerade seinen Doktor gemacht hat. „Aber da ist Licht am Ende des Tunnels: Es wird spannend und bald weiß man, dass es sich lohnt.“

Zahl der Studienanfänger an der Saar-Uni

2450

im Wintersemester 2015/16

Quellennachweis
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