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Materialwissenschaft

Für ein Forschungspraktikum nach Kalifornien

Ronja Anton und Kai Rochlus haben über zwei Monate an der Universität in Santa Barbara geforscht. Die Studenten der Materialwissenschaft wurden dabei durch ein Saarbrücker Austauschprogramm unterstützt: Das Leibniz-Institut für Neue Materialien vergibt jedes Jahr zwei Stipendien.
Von Friederike Meyer zu Tittingdorf • 09.02.2017

„Seit 2008 bieten wir jährlich zwei Studenten die Möglichkeit, ein Forschungspraktikum in Santa Barbara zu absolvieren“, sagt Carola Jung, Presse-Referentin am Leibniz-Institut für Neue Materialien. Das Angebot richtet sich an Studenten der Physik, Chemie und Materialwissenschaft an der Saar-Uni. „Für die Studenten fallen keine Kosten an. Der Flug wird bezahlt und der Aufenthalt vor Ort organisiert. Die Studenten müssen sich nur um ihr Visum kümmern“, erklärt Jung.

In diesem Jahr konnten sich Ronja Anton und Kai Rochlus den kalifornischen Traum erfüllen. Im Juni flogen sie nach Santa Barbara, wo sie am „Materials Research Laboratory“, einem der renommiertesten US-amerikanischen Werkstoffzentren, forschen durften. „Ich wurde einem Projekt in der Grundlagenforschung zugeteilt, bei dem es um Metall-Cyanamide geht. Das sind Materialien, die zum Beispiel als Ausgangsmaterial für neue Arten von Solarzellen benutzt werden können. Im Labor habe ich dafür verschiedene Chemikalien gemischt und so den Werkstoff synthetisiert und anschließend analysiert“, erläutert Kai Rochlus.

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In Workshops lernten wir neue Methoden der Werkstofftechnik kennen, haben aber auch Nützliches für die eigene Karriere mitgenommen.

Ronja Anton, Studentin der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik

Bei dem Forschungsprojekt von Ronja Anton ging es um Hochleistungskeramiken, die etwa in Flugzeugen eingesetzt werden. „In Workshops lernten wir zudem neue Methoden der Werkstofftechnik kennen, haben aber auch Nützliches für die eigene Karriere mitgenommen, etwa wie man ein Profil auf LinkedIn anlegt“, sagt Ronja Anton.  

Den Umgang am Forschungsinstitut beschreiben beide als offen und unkompliziert. Jeder Student hatte einen persönlichen Betreuer, man konnte überall hingehen und Fragen stellen. „Ein Post-Doc erklärte mir zum Beispiel eine Stunde lang die Funktionsweise eines neuartigen Elektronenmikroskops“, erzählt Kai Rochlus. In diesem Sommer forschten über 50 Praktikanten aus Europa und allen Teilen der USA an dem Institut. „Wir wurden von rund 20 Professoren der Materialwissenschaft betreut, die dort eng mit Physikern und Chemikern vernetzt sind“, erklärt der 25-Jährige. Ihn beeindruckte auch die gute Laborausstattung. „Die meisten Hochleistungs-Forschungsgeräte kannte ich zwar schon von der Saar-Uni, in Santa Barbara sind diese Geräte aber gleich mehrfach vorhanden“, sagt Rochlus.

Aussicht von Morrow Rock im Sequoia National Park
Ronja Anton, privat

Da Santa Barbara direkt am Meer liegt, gab es nach Feierabend jede Menge Abwechslung. „Nach etwas Nebel am Morgen schien jeden Tag die Sonne. Am Strand war sportlich alles geboten, von Surfen über Standup-Paddling bis zum Beachvolleyball“, erzählt Ronja Anton. An den Wochenenden erkundeten die Studenten gemeinsam Kalifornien. „Meistens sind wir in einer größeren Gruppe losgefahren und haben Städte wie San Francisco und San Diego besucht. Im Yosemite National Park konnten wir drei Tage lang die atemberaubende Landschaft genießen“, schwärmt Kai Rochlus. Er überlegt jetzt, wie er seine Masterarbeit an der Saar-Uni mit Santa Barbara verknüpfen könnte.

Forschungsstipendien des Leibniz-Instituts für Neue Materialien (INM)

Das INM vergibt jedes Jahr zwei Stipendien für ein Forschungspraktikum in der Materialwissenschaft an der University of California, Santa Barbara (UCSB). Das kommende Praktikum findet von Juni bis August 2017 (10 Wochen) statt. Die Bewerbungsfrist endet am 24. Februar. Die Stipendien richten sich an fortgeschrittene Studierende der Universität des Saarlandes in den Studiengängen AMASE, Materialchemie, Materialwissenschaft, MuN, Physik und Werkstofftechnik. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten arbeiten an einem aktuellen Thema der Materialforschung am Materials Research Laboratory (MRL) der UCSB, einem der renommiertesten US-amerikanischen Werkstoffzentren. Das Stipendium umfasst Reise- und Aufenthaltskosten. Hier gibt's Infos zur Bewerbung.

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