Foto: AG Georg Frey
Systems Engineering

Gesichtsschilde gegen Corona aus dem 3D-Drucker

Die Fachrichtung Systems Engineering der Saar-Uni unterstützt die Initiative MakerVsVirus im Kampf gegen Corona. Unter diesem Motto haben sich Freiwillige zusammengetan, die mit 3D-Druckern Gesichtsschilde für Ärztinnen, Ärzte und medizinisches Personal herstellen. Professor Georg Frey hat 3D-Drucker aus verschiedenen Lehrstühlen zusammengetragen, die im Notbetrieb der Uni für den guten Zweck zugange sind.
Von Claudia Ehrlich • 09.04.2020

Um etwas gegen die Knappheit in Sachen Schutzausrüstung für Kliniken und Gesundheitseinrichtungen zu tun, hat Georg Frey sein Labor in eine 3D-Druckerstation umfunktioniert: Derzeit rattern hier mehrere 3D-Drucker, die Schicht für Schicht Halterungen aus Kunststoff für Gesichtsschilde drucken. „Diese Face Shields bestehen aus einer Halterung, die um die Stirn geschnallt wird, und einem durchsichtigen Kunststoffschild. Darunter wird dann zusätzlich ein Atemschutz getragen. Die Vorrichtung ist recht einfach, schützt aber effektiv vor Tröpfcheninfektion und verhindert, dass beim Anhusten Erreger etwa in die Augen gelangen“, erklärt der Professor für Automatisierungs- und Energiesysteme. Nachdem der Ingenieurwissenschaftler auf MakerVsVirus aufmerksam geworden war, beschloss er, die Initiative mit den Druckkapazitäten der Fachrichtung Systems Engineering zu unterstützen.

Foto: AG Frey

MakerVsVirus ist eine tolle Initiative, die wir gerne unterstützen.

Professor Georg Frey

Auf Freys Initiative hin stellten mehrere Lehrstühle der Fachrichtung, die 3D-Drucker für Forschungsprojekte einsetzen, ihre Geräte zur Verfügung. Aufgrund des Notbetriebs standen diese 3D-Drucker still. „Die Kollegen Helmut Seidel, Joachim Rudolph und Stefan Seelecke, an deren Lehrstühlen sonst Prototypen mit 3D-Druckern erstellt werden, waren sofort dabei“, sagt Frey. „Wir haben ihre Drucker im Labor meiner Arbeitsgruppe zu einem Druckerpool zusammengestellt. Dadurch können wir derzeit mit nur einer Person vor Ort fünf 3D-Drucker parallel betreiben. Vor allem mein technischer Mitarbeiter Diplomingenieur Robert Florange ist da sehr engagiert. Es ist immer jemand da, der die Geräte im Auge behält und schaut, dass sie einwandfrei funktionieren“, erklärt der Ingenieurwissenschaftler. Frey und sein Team haben dafür eine Ausnahmegenehmigung: Denn eigentlich ist der Präsenzbetrieb auf dem Campus derzeit wegen der Corona-Pandemie eingestellt, die Gebäude sind geschlossen und nur für Personen zugänglich, die den Notbetrieb sicherstellen.

Seit Anfang der Woche haben Frey und seine Mithelferinnen und -mithelfer bereits mehrere Dutzend Rahmenteile für Face Shields hergestellt. Diese gehen an die Ortsgruppe der MakerVsVirus-Initiative, den sogenannten „hub-saarland“. Dort werden die Gesichtsschilde zusammengebaut und an medizinische Einrichtungen verteilt. „MakerVsVirus ist eine tolle Initiative, die wir gerne unterstützen. Ich danke den Initiatoren für die Idee und den Einsatz. Dank auch für die sofortige Zusage zur Unterstützung an meine Kollegen der Fachrichtung Systems Engineering“, sagt Georg Frey.

MakerVsVirus
Fotos AG Frey

 

Mehr zur Initiative MakerVsVirus unter https://maker-saarland.de.
Dort können sich interessierte „Maker“ registrieren (über Slack) und Ärztinnen und Ärzte sowie Kliniken über die E-Mail: hilfe@maker-saarland.de ihre Bedarfe anmelden. Die gesamte Aktion ist hundert Prozent non-profit. Weitere Unterstützerinnen und Unterstützer und Spenden (insb. auch Material) sind willkommen.

Mehr zur Initiative MakerVsVirus unter https://maker-saarland.de
Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Spenden (insb. auch Material) sind willkommen.

Kontakt für Ärztinnen und Ärzte sowie Kliniken über die E-Mail: hilfe@maker-saarland.de

 

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