Gerhild Sieber

Beytulla Halil engagiert sich ehrenamtlich für internationale Studierende und wird dafür mit dem DAAD-Preis ausgezeichnet.

DAAD-Preis

Student aus Bulgarien erhält Preis für gesellschaftliches Engagement

Der bulgarische Student der Betriebswirtschaftslehre Beytulla Halil hat den Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender 2019 gewonnen.
Von Gerhild Sieber • 05.12.2019

Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert und wird jährlich an internationale Studierende deutscher Universitäten für besonders gute akademische Leistungen und außerordentliches gesellschaftliches oder interkulturelles Engagement vergeben.  Beytulla Halil erhält den Preis aus den Händen der Vizepräsidentin für Europa und Internationales, Prof. Claudia Polzin-Haumann, am Montag, 9. Dezember, um 9.45 Uhr im Welcome Center (Geb. A4 4) der Universität. 

„Nach Deutschland zu kommen, war schon immer mein Traum“, sagt Beytulla Halil. Der 28-jährige Bulgare hat in Sofia ein Bachelor- und ein Masterstudium in Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Finanzcontrolling abgeschlossen und in seiner Heimat zudem als Kredit-Administrator bei einer Bank gearbeitet. Seinen Traum hat er sich vor drei Jahren erfüllt: Im Oktober 2016 kam der BWL-Absolvent ins Saarland, um mit einem weiteren Masterstudium seine Kenntnisse insbesondere im Bereich Bankenwesen zu vertiefen. Das bedeutete für ihn: Zunächst ein Jahr lang Deutsch lernen im ehemaligen Studienkolleg der Universität – das inzwischen den Namen „Internationales Studienzentrum Saar“ trägt. Danach studierte er ein Semester lang im Bachelorstudiengang Wirtschaftsinformatik. Das sei anfangs sehr schwierig gewesen, insbesondere wegen der Sprache, sagt Beytulla Halil. Daher arbeitete er weiter fleißig daran, seine Sprachkenntnisse zu verbessern und belegte Kurse in Deutsch und Englisch. Inzwischen studiert der junge Mann engagiert und erfolgreich BWL im vierten Mastersemester und plant, im kommenden Jahr seine Abschlussarbeit zu schreiben.

Mein Engagement ist eine wunderbare Gelegenheit, neue Leute zu treffen und fremde Kulturen kennenzulernen.

Beytulla Halil

 

Seitdem er mit dem Studium begonnen hat, engagiert sich Beytulla Halil ehrenamtlich an der Universität, darunter ganz besonders als Tutor im Zentrum für internationale Studierende (ZiS) des International Office. „Schon während meines ersten Jahres in Saarbrücken habe ich an den ZiS-Veranstaltungen teilgenommen und mich mit den Leuten dort angefreundet; damals hätte ich es mir noch nicht träumen lassen, dass ich selbst dort als Tutor mithelfen darf“, erinnert sich der junge Bulgare. Seit zwei Jahren hilft er nun internationalen Studierenden bei der „Erstorientierung“ in Saarbrücken: „Als Ansprechpartner erkläre ich den Neuen beispielsweise, wie sie ein Konto eröffnen können oder was es mit den Rundfunkbeiträgen auf sich hat. Und während der Welcome-Week, die jedes Jahr im September an der Uni stattfindet, biete ich unter anderem Führungen durch die Mensa an.“ Auch bei den Veranstaltungen des ZiS ist Beytulla Halil immer ansprechbar, wenn es ums Organisieren geht, beispielsweise bei den Länderabenden, internationalen Stammtischen oder beim Deutsch-Café. „Ich unterstütze meine Kolleginnen und Kollegen auch beim Planen von Grillabenden, Exkursionen oder Sport-Aktivitäten“, berichtet er. Denn: „Das ist eine wunderbare Gelegenheit, neue Leute zu treffen und fremde Kulturen kennenzulernen.“

Darüber hinaus engagiert sich der junge Student bei der Planung und Organisation der Spezialitätentage in der Mensa, die das ZiS jeden Mittwoch gemeinsam mit dem Studentenwerk veranstaltet. Die Mensaküche bietet dann ein traditionelles Gericht aus einem bestimmten Land an. „Mittlerweile wenden sich viele internationale Studierende an mich und bringen mir Rezepte aus ihrer Heimat. Die besprechen wir dann mit dem Mensa-Chef “, sagt Beytulla Halil. Parallel zum Angebot im Großen Speisesaal der Mensa organisieren die Studentinnen und Studenten im Foyer einen Stand, an dem sie ihre Heimat durch Infos, Kulturbeiträge und mit kleinen, selbstgemachten Gerichten vorstellen. „Das alles ist großartig, um voneinander zu lernen und viele internationale Freundschaften zu schließen“, freut sich Beytulla Halil – der im Übrigen auch sein Fachwissen in den Dienst der Allgemeinheit stellt: Als ehrenamtlicher Kassenwart im Wohnheim Guckelsberg verwaltet er finanzielle Mittel, zahlt eingehende Rechnungen und ist Ansprechpartner in finanziellen Fragen.

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