Iris Maurer

Saskia Wachs startet bald ins Berufsleben - mit einem Job im Consulting geht ihr Berufswunsch in Erfüllung.

Wirtschaftsinformatik

Auslandssemester ist nicht nur für die Karriere gut

Saskia Wachs hat an der Saar-Uni Wirtschaftsinformatik studiert – ein Fach an der Schnittstelle zwischen Betriebswirtschaftslehre und Informatik. Das letzte Semester ihres Masterstudiums hat die Saarländerin in den USA verbracht und dabei ihre Abschlussarbeit geschrieben. Im Sommer wird sie ihre Karriere im Bereich Consulting starten.
Von Gerhild Sieber • 19.06.2019

Der freie Ausblick auf New York ist atemberaubend: Über den rund einen Kilometer breiten Hudson River schaut man von der Universität in Hoboken direkt hinüber auf die Skyline von Manhattan. „Mit der U-Bahn war ich in 15 Minuten drüben“, sagt Saskia Wachs. Die Saarländerin hat im vergangenen Herbst und Winter ein Auslandssemester am Stevens Institute of Technology in Hoboken verbracht. Das hat ihr fünf erlebnisreiche Monate beschert, in denen sie nicht nur New York erkunden konnte, sondern an der Business School auch ihre Masterarbeit im Fach Wirtschaftsinformatik geschrieben hat. „Thema meiner Arbeit war die robotergesteuerte Automatisierung von Prozessen in Unternehmen“, erklärt die 24-Jährige, die ihren Abschluss inzwischen in der Tasche hat. Für ihre Arbeit führte sie Interviews mit Herstellern und Anwendern einer bestimmten Software durch und untersuchte dabei unter anderem, ob und inwiefern sich die IT-gestützte Anwendung positiv auf Unternehmensprozesse auswirkt.

Ermöglicht wurde das Auslandssemester durch eine Kooperation des Saarbrücker Professors für Wirtschaftsinformatik Peter Loos mit dem Stevens Institute, das zu den führenden Technischen Universitäten der USA gehört. Der große Vorteil für die Studentin: Sie blieb von den horrenden US-amerikanischen Studiengebühren verschont, da sie während dieser Zeit weiter in Saarbrücken eingeschrieben war. „Ich musste also nur die Kosten für die Reise und die Unterkunft bezahlen“, erzählt sie. Ihr Zimmer habe sie sich über die Kirche selbst organisiert. „Ich habe direkt neben der Uni gewohnt. Das war ideal.“ Hoboken sei als Studienort wunderbar geeignet: „Dort ist es ruhig, gleichzeitig gibt es viele Möglichkeiten zum Ausgehen.“

Während des Auslandssemesters bin ich mit vielen internationalen Unternehmen in Kontakt gekommen.

Saskia Wachs

Fachlich betreut wurde Saskia Wachs während dieser Zeit von Prof. Michael zur Mühlen, der aus Deutschland stammt. Dennoch habe man sich meistens auf Englisch unterhalten. Eine gute Übung, denn: „Ich musste ja auch die Interviews mit den Unternehmen auf Englisch führen und meine Arbeit in englischer Sprache schreiben“, sagt die Masterabsolventin. In Lehrveranstaltungen am Stevens Institute hat sie nur sporadisch hineingeschnuppert. Dort werde in kleinen Gruppen sehr intensiv gearbeitet, hat sie beobachtet. Was das Auslandssemester ihr gebracht hat? – „Durch die Zusammenarbeit mit einem anderen Professor habe ich eine neue Sichtweise auf meine Arbeit entdeckt; zudem bin ich mit vielen internationalen Unternehmen in Kontakt gekommen“, berichtet sie. Auch menschlich habe sie der Aufenthalt in den USA ein gutes Stück weitergebracht: „Da man zunächst völlig auf sich alleine gestellt ist, muss man versuchen, mit anderen ins Gespräch zu kommen; das macht einen offener“, ist die junge Frau überzeugt. „Ich habe dort so viele verschiedene Menschen aus der ganzen Welt kennengelernt und unter den internationalen Studenten etliche Freunde gefunden.“ Ein Semester im Ausland zu verbringen, kann sie jedem Studenten daher nur empfehlen: „Es ist eine Bereicherung.“

Ein echtes Erlebnis sei auch die bunte Kulturszene gewesen: „Auf dem Campus in Hoboken war sehr viel los, außerdem bekam man dort verbilligte Tickets für Broadway-Shows.“ Die U-Bahn-Fahrt nach Manhattan hat sie unzählige Male unternommen: „Dort gibt es an jeder Straßenecke unendlich viel Neues zu entdecken, und während der kälteren Monate haben wir Museen und Shows besucht.“ Auch wenn sie von den großartigen Landschaften Nordamerikas erzählt, kommt Saskia Wachs ins Schwärmen. Die erlebte sie gemeinsam mit ihrem Freund während einer dreiwöchigen Reise – unter anderem durch Kalifornien, den Joshua-Tree-Park und die Mojave-Wüste.

Nach ihrer Rückkehr ins Saarland stand die Suche nach einem Job an. Berufswunsch: „Ich möchte unbedingt im Consulting arbeiten, also Kunden betreuen und beraten.“ Dabei sei es ihr wichtig, immer wieder mit neuen Unternehmen und anderen Problemstellungen zu tun zu haben. „Die Abwechslung begeistert mich“, ist sich die Masterabsolventin sicher. Bei den Vorstellungsgesprächen sei ihr Auslandsaufenthalt immer sehr positiv gewertet worden, da man durchaus mit Kunden auf Englisch kommunizieren müsse.

Im April war es dann so weit: Saskia Wachs unterzeichnete ihren ersten Arbeitsvertrag. Im Juli wird sie bei „Infomotion“ anfangen – einem Anbieter für digitale Lösungen in Unternehmen – mit einem Standort in Saarbrücken. Zum Einstieg wird sie an einem sechsmonatigen Trainee-Programm mit der Vertiefung „Data Science“ teilnehmen. Dabei gehe es darum, aus vorhandenen Daten Prognosen zu erstellen, die man für die Unternehmensentwicklung brauche. Damit hat sich Saskia Wachs bereits in ihrem Masterstudium schwerpunktmäßig befasst.

 

Saskia Wachs

New York zu erkunden, war ein tolles Erlebnis für die Saarländerin.

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