Stephanie Bremerich/CISPA
Interview

„Saarbrücken ist für Cybersicherheit die beste Adresse“

Zum Wintersemester 2017/2018 starteten insgesamt 142 neue Studenten ins erste Semester des Bachelorstudiengangs Cybersicherheit an der Universität des Saarlandes. Pit Jost ist einer von ihnen. Für sein Studium der Cybersicherheit ist er aus Luxemburg ins Saarland umgesiedelt. Ausschlaggebend waren für ihn die forschungsnahen Inhalte des Studiengangs und die Aktualität des Themas IT-Sicherheit.
Von Jana Burnikel • 26.10.2017

Jana Burnikel: Pit, du kommst ursprünglich aus Luxemburg und hast auch dort in diesem Jahr deine Abiturprüfung abgelegt. Wie bist du darauf gekommen, Cybersicherheit zu studieren?

Pit Jost: Dass ich Informatik studieren wollte, wusste ich schon länger. Aber bis vor Kurzem war ich noch unentschlossen, in welche Richtung innerhalb der Informatik ich gehen soll. Die Sicherheit von modernen Netzwerken interessiert mich sehr, aber ich kenne mich damit bislang noch nicht gut genug aus. Dabei wird das Thema IT-Sicherheit in unserer Gesellschaft mit jedem Tag wichtiger. Überall in den Medien liest man Geschichten über Sicherheitslücken in IT-Systemen. Wir kommen nicht mehr drum herum, uns damit auseinander zu setzen. Ich will in meinem Studium mehr über die Strukturen von solchen angreifbaren Systemen lernen und wie wir sie besser absichern können.

Wie hast du von dem Bachelorstudiengang Cybersicherheit erfahren?

Die Universität des Saarlandes hat sich auf einer Job-Messe in Luxemburg vorgestellt. So habe ich dann vom CISPA, dem Center for IT-Security, Privacy, and Accountability, und dem Studienfach Cybersicherheit an der Universität des Saarlandes erfahren. Auf den Studieninformationstagen der Saar-Uni und am Tag der offenen Tür habe ich mich in Info-Vorlesungen zur Cybersicherheit reingesetzt und mich am CISPA-Stand informiert. Danach wusste ich sicher, dass ich Cybersicherheit studieren möchte.

Warum hast du dich für ein Studium in Saarbrücken entschieden?

Für Cybersicherheit ist Saarbrücken die beste Adresse. Außerdem es ist nicht weit weg von meinem Zuhause in Luxemburg. Die Stadt Saarbrücken ist sehr schön und hat viel zu bieten. Und den Campus der Saar-Uni kannte ich bereits vom Tag der offenen Tür. Er ist übersichtlich und man findet sich gut zurecht.

Wie hast du dich auf dein Studium vorbereitet?

Die Fachrichtung Informatik bietet einen Mathematik-Vorkurs an. Den habe ich einige Wochen vor Semesterbeginn zur Vorbereitung besucht. Ich dachte, dass ich bereits einige Kenntnisse in Mathe habe, aber im Vorkurs haben wir viele Inhalte behandelt, die ich noch nicht kannte oder noch nicht viel geübt hatte, wie zum Beispiel logisches Denken. Der Vorkurs war anspruchsvoll, aber ich bin froh, dass ich ihn gemacht habe. Viele Begriffe habe ich jetzt schon mal gehört, die mir im Studium nicht völlig neu sein werden. Und ich habe im Kurs viele nette Leute kennen gelernt: Studienanfänger, aber auch Tutorinnen und Tutoren. Ich kann die Teilnahme jedem Studienanfänger nur ans Herz legen.

Was denkst du: Wie wichtig sind Mathematik- und Programmierkenntnisse fürs Studium der Cybersicherheit?

Im Studium kommen einige theoretische Inhalte auf einen zu. Mathe-Kenntnisse sind daher auf jeden Fall wichtig und darauf bereitet uns der Mathe-Vorkurs auch vor. Bereits Programmieren zu können, ist aber nicht notwendig. Das erlernen wir in den Kursen „Programmierung 1 und 2“. In der Schule habe ich gerne Englisch, Physik und Mathe gemacht und ich denke, dass Englisch-Kenntnisse im Studium, vor allem auch später im Master, bestimmt hilfreich sind.

Welche Erfahrungen hast du bislang mit Informatik gemacht?

Einige Programmiersprachen habe ich mir selbst beigebracht. Seit ich 14 bin, habe ich immer wieder an kleineren Projekten gebastelt und für mich programmiert. Dazu kommt, dass mein Vater als Informatiker für die Stadt Luxemburg arbeitet und ich daher schon viel mit Informatik konfrontiert war. Das hat mich geprägt.

Hast du bereits eine Vorstellung, was du gerne beruflich machen würdest?

Ein Thema, was mich besonders beschäftigt, sind Sicherheitslücken in Flug- und Fahrzeugen. Ich fand es angsteinflößend, als ich gelernt habe, wie einfach es ist, sich über das Entertainment-System eines Flugzeuges in die Steuerung einzuschleusen und das Flugzeug vom Computer aus zu übernehmen. Diese Gefahren bestehen ja auch bei selbstständig fahrenden Autos. Daher könnte ich mir vorstellen, mich beruflich und auch in meinem Studium damit zu beschäftigen, wie man die vernetzten Systeme von Flugzeugen, aber auch von autonom fahrenden Autos sicherer gegen Hacking-Angriffe von außen schützen kann. Mich interessiert auch, wie man die Netzwerke von Firmen, die ständig Attacken und Ausfällen ausgesetzt sind, besser absichern kann.

Auf was freust du dich in deinem Studium?

Vor allem auf die Projekte, bei denen wir unser Theorie-Wissen in der Praxis anwenden können. Und auf die netten Leute.

Der Luxemburger Student Pit Jost im Gespräch mit der Anglistik-Studentin Jana Burnikel.

Quellenverzeichnis
Marius Steffen, Student der Cybersicherheit, im Video-Interview
https://vimeo.com/236423363/317e7f97f1
Bachelorstudiengang Cybersicherheit

IT-Sicherheit stellt eines der zentralen Themen einer digitalen Gesellschaft dar. In den vergangenen Jahrzehnten konnte der Stand der IT-Sicherheit nicht mit den dramatisch gestiegenen Anforderungen Schritt halten: Fehlerhafte Computersysteme werden auf vielfältigste Weise zur Ausspionierung und Sabotage selbst hochsicherheitskritischer Infrastrukturen ausgenutzt. Der Bedarf an hochqualifiziertem Nachwuchs im Bereich IT-Sicherheit ist dementsprechend sehr groß. Daher bietet die Universität des Saarlandes seit drei Jahren den Bachelor-Studiengang Cybersicherheit an. https://sicherezukunft.info/

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