Titelfoto: Stadt Homburg (v.l. Christine Becker, OB Rüdiger Schneidewind, Annabelle Wagner und Ann-Kathrin Asen)

Beste-Preisträgerin Ann-Kathrin Asen (r.) hat unter anderem die "Teddyklinik Homburg" mitinitiiert und organisiert.

Beste-Preise 2017

Ausgezeichnet engagierte Studenten

Sie setzen sich für andere ein und wurden jetzt dafür geehrt: Uni und Asta zeichneten wieder Studenten und Projekte von Studenten für Studenten mit dem „Beste-Preis für besonderes studentisches Engagement“ aus.
Von Claudia Ehrlich • 19.10.2017

Viele Studenten der Saar-Uni engagieren sich für andere - sei es im Asta oder in Fachschaften, als Mentoren für Studienanfänger oder für internationale Studenten. Seit sechs Jahren verleihen Uni und Asta den Beste-Preis, um solchen Einsatz sichtbar zu machen. Die Auszeichnung soll andere motivieren, ebenfalls aktiv zu werden und besondere Erfahrungen jenseits von Credit Points zu sammeln.

In diesem Jahr vergaben Asta und Uni den Preis gleich vierfach: Bei der Semestereröffnungsfeier Mitte Oktober überreichten Uni-Präsident Manfred Schmitt und die Asta-Vorsitzenden Katharina Waller und Benedict-Julian Weber die Auszeichnungen an den Arbeitskreis Queer, die Medizin-Studentin Ann-Kathrin Asen, den Materialwissenschafts-Studenten Kai Rochlus und den Mathe-Vorkurs für Studienanfänger in Informatik-Fächern. Das Preisgeld von 1.000 Euro teilen sich der Arbeitskreis Queer und Ann-Kathrin Asen. Kai Rochlus und der Mathe-Vorkurs erhalten den Preis als ideelle Auszeichnung.

Die Beste-Preisträger 2017:

Foto Asen: Torsten Becker (Fadedcreativity)

Ann-Kathrin Asen hat die Lehrqualität im Fach Medizin verbessert, das studentische Leben bereichert und die Öffentlichkeitswirkung der Medizinischen Fakultät erhöht. Für dieses außerordentliche Engagement ehren Universität und Asta sie mit dem Beste-Preis.

- Ann-Kathrin Asen

Die Medizin-Studentin Ann-Kathrin Asen hat sich jahrelang auf dem Homburger Campus engagiert und sich für die Studentinnen und Studenten an der Medizinischen Fakultät eingesetzt. Sie setzte sich vor allem dafür ein, die Lehrqualität zu verbessern. Bis zum Beginn ihres letzten Studienabschnittes im vergangenen Wintersemester war sie Mitglied im Fachschaftsrat Medizin; sie übernahm dort auch das Amt der Vorsitzenden. Sie war Mitglied in Fachbereichsrat, im erweiterten Fakultätsrat, im Studierendenparlament, in verschiedenen Berufungskommissionen. Ihre Tätigkeiten reichen von der Organisation von Partys und Erstsemestereinführungen bis zur Hilfe bei Problemen im Studium.

Ann-Kathrin Asen ist Mitinitiatorin und spätere Hauptorganisatorin der „Teddyklinik Homburg“: Dort verlieren Kinder spielerisch ihre Ängste vor Ärzten, indem Medizinstudenten ihre Stofftiere „behandeln“. Über die Jahre baute Ann-Kathrin Asen die Teddyklinik zu einer mehrtägigen Veranstaltung mit einer „Patientenzahl“ von über 500 aus. Die Medizin-Studenten können hier zugleich ihre sozialen Kompetenzen im Umgang mit Kindern steigern. Die positive Außenwirkung für die Medizinische Fakultät und die Universität im Ganzen ist groß.

Außerdem hat sie eine Arbeitsgruppe aus Professoren, Studenten und Klinikleitern mitgegründet, die sich mit der Verbesserung der Lehre im Praktischen Jahr des Medizinstudiums am Universitätsklinikum befasst. Sie engagierte sich auch im Vorstand der Bundesvertretung der Medizinstudenten in Deutschland, betreute das Projekt „Teddyklinik“ auch national und vertrat die Universität über die Landesgrenzen hinaus. Auf drei Generalversammlungen der International Federation of Medical Student's Associations war sie Delegierte.

„Ann-Kathrin Asen hat die Lehrqualität verbessert, das studentische Leben bereichert und die Öffentlichkeitswirkung erhöht“, hieß es in der Laudatio. Und dies alles in nachhaltiger Weise: Alle Projekte sind so organisiert, dass sie fortgesetzt werden können und eine Übergabe problemlos möglich war. Für dieses außerordentliche Engagement ehren Universität und Asta Ann-Kathrin Asen mit dem Beste-Preis.

Foto Rochlus: privat

Kai Rochlus erhielt den Beste-Preis für sein Engagement, sein Studienfach Materialwissenschaft und Werkstofftechnik für Studenten noch attraktiver zu machen, die Lehrbedingungen deutschlandweit zu verbessern und die Inhalte der materialwissenschaftlichen Ausbildung zu modernisieren. Das Foto zeigt ihn bei einer Summer School in Südkorea (Artikel hierzu).

- Kai Rochlus

Die Saarbrücker Zeitung schrieb über ihn: „Der Saarbrücker Materialwissenschaftsstudent Kai Rochlus engagiert sich für sein Studienfach wie kaum ein anderer“. Sie hat damit auf den Punkt gebracht, weshalb ihm der Beste-Preis verliehen wurde. Kai Rochlus ist ein engagierter Materialwissenschaftler und Werkstofftechniker, der sein Fachgebiet mit Elan vorantreibt und hochschulpolitisch etwas bewegen will. Der Master-Student, der für seine hervorragenden fachlichen Leistungen schon Forschungsstipendien der Drexel University Philadelphia und der University of California, Santa Barbara wie auch zahlreiche weitere Stipendien, darunter ein Deutschlandstipendium erhalten hat, engagiert sich dafür, seine Fachrichtung für Studentinnen und Studenten noch attraktiver zu machen. Er setzt sich ein, um die Lehrbedingungen deutschlandweit zu verbessern und die Inhalte der materialwissenschaftlichen Ausbildung zu modernisieren.

Seit 2014 ist Kai Rochlus Bundesvorsitzender der Fachschaften der Materialwissenschaften und Werkstofftechnik. Er ist Mitglied des Fachschaftsrates der Fachrichtung an der Saar-Uni, und war deren Vorsitzender. Außerdem ist er Mitglied im Nachwuchsausschuss der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde (DGM) und Stellvertretender Leiter des Arbeitskreises Werkstofftechnik des VDI Bezirksvereins Saar. Mit der DGM organisiert er auf bundesweiter Ebene Workshops für Studenten. 2014 organisierte er in Saarbrücken die Konferenz aller werkstofftechnischen und materialwissenschaftlichen Studiengänge. Im März 2017 organisierte er hier die Meta-Tagung der Bundesfachschaften, bei der Vertreter verschiedener Bundesfachschaften an der Saar-Uni zusammentrafen und Themen diskutierten, die alle Studenten bundesweit angehen. Nicht nur materialwissenschaftliche Studenten profitieren damit von seinem Engagement und seinen Ideen. Hierfür zeichnen Universität und Asta Kai Rochlus mit dem Beste-Preis 2017 aus.

Foto Regenbogen: jock+scott/Photocase

Für seinen engagierten Einsatz für eine offene und diskriminierungsfreie Universität erhielt der Arbeitskreis Queer den Beste-Preis.

- Der Arbeitskreis Queer

Der Arbeitskreis Queer setzt sich aktiv für die Interessen lesbischer, schwuler, trans*, bi-, pan-, inter- und asexueller sowie queerer Studierender der Universität des Saarlandes und der Großregion ein. Die Gruppe von engagierten Studierenden ist dem Gleichstellungsreferat des AStA zugeordnet. Der Arbeitskreis engagiert sich für die Gleichberechtigung aller Studierenden und hilft durch verschiedene Projekte Diskriminierung abzubauen.

Die Leiterinnen Martha Dienel und Anne Laura Penning und ihr Team organisieren Informationsstände und Aktionswochen, bieten regelmäßige Treffen an der Uni und in der Stadt und beraten und unterstützen im Alltag. Wöchentlich informiert ein Newsletter über wichtige Termine. Der Arbeitskreis arbeitet eng mit dem Forum Geschlechterforschung der Uni zusammen und organisiert gemeinsame Veranstaltungen, wie die “Coming-Out Aktionswoche” 2016 oder den Workshop “Intersections 2017: Queer/Migration/Legality”. Der Arbeitskreis zeigt Präsenz nach außen wie beim Christopher Street Day, knüpft Netzwerke mit anderen Queer-Referaten.
Der Arbeitskreis ist wichtige Anlaufstelle für Studierende, bietet die Möglichkeit des Austausches und ein Umfeld ohne Angst vor Ausgrenzung. Der Erfolg des Arbeitskreises beruht auf dem hohen persönlichen Engagement seiner Mitglieder. Für ihren Einsatz für eine offene und diskriminierungsfreie Universität verleihen Uni und Asta den Beste-Preis an den Arbeitskreis Queer.

Foto Mathe-Vorkurs: Felix Freiberger

Der Beste-Preis würdigt das außergewöhnliche Engagement des Teams des Mathe-Vorkurses, das es Studienanfängern in Informatik-Fächern ermöglicht, ihr Studium mit inhaltlicher und methodischer Vorbereitung, Begeisterung für ihr Fach und einer starken sozialen Vernetzung zu beginnen. Das Foto zeigt das Team aus dem Jahr 2016 (Artikel hierzu)


- Der Mathe Vorkurs für Studienanfänger in Informatik-Fächern

Wer künftig die digitale Welt sicherer machen oder Maschinen beibringen will, mit Menschen zu kommunizieren, braucht spezielles Wissen in Mathematik. Damit Studienanfänger nicht an dieser für sie neuen Art, mathematisch zu denken, scheitern, sondern gut vorbereitet ins Studium starten, organisieren Studentinnen und Studenten den Mathe-Vorkurs für Informatik-Fächer: Sie machen die angehenden Erstsemester fit für die Mathematik, die von Bioinformatik bis Cybersicherheit gebraucht wird. Und sie vermitteln den Neuen von Anfang an die Begeisterung und den Teamgeist in der Saarbrücker Informatik und das Gefühl, dazuzugehören.

Jedes Jahr entdecken hier rund 250 künftige Studentinnen und Studenten die Mathematik neu. Zwischen 40 und 50 Studentinnen und Studenten organisieren und ermöglichen den Vorkurs ehrenamtlich und mit viel Engagement – und sehr professionell. Vier Wochen lang bieten sie Vorlesungen, Kurse, Tutorien und Probeklausuren an, erstellen Übungsblätter, geben ein Skript heraus, laden Professoren zu Gastvorträgen ein. Sie pflegen ein sehr gefragtes Web-Angebot samt Youtube-Kanal und ein Forum, in dem Fragen aller Art schnell und kompetent beantwortet werden. Mit Campus-Führungen, Spieleabenden und Veranstaltungen sorgen die Studenten dafür, dass sich die Neuen schnell wohl fühlen.

Das Konzept des Vorkurses ist deutschlandweit einzigartig und kann auf herausragende Erfolge verweisen. „Die Teilnehmer beginnen ihr Studium mit inhaltlicher und methodischer Vorbereitung, Begeisterung für ihr Fach und einer starken sozialen Vernetzung“, hieß es in der Laudatio bei der Preisverleihung. Für das außergewöhnliche Engagement, das dies ermöglicht, verleihen Uni und Asta den Beste-Preis an das Team des Mathe-Vorkurses für Studienanfänger in Informatik-Fächern.

 

Der Beste-Preis für besonderes studentisches Engagement wurde dieses Jahr zum sechsten Mal ausgeschrieben. Er ist mit 1.000 Euro dotiert. Prämiert werden Projekte von Studenten, die „durch ihre Reichweite und Kontinuität anderen Studierenden der Universität zu Gute kommen“. Inhaltlich sind keine Grenzen gesetzt: Gewürdigt werden können beispielsweise soziales Engagement für Kommilitonen, die überragende Leitung von Arbeitskreisen, die Vermittlung von Praxisnähe, innovative Konzepte und deren Umsetzung aber auch herausragende Arbeit in uniinternen Gremien oder die Organisation von Veranstaltungen.

Informationen zum Beste-Preis finden Sie hier

Foto "Hände" zum Beste-Preis 2016: Fotolia

Einen Artikel über die Studenten, die 2016 den Beste-Preis erhielten, finden Sie hier

Quellennachweis
  • Bilder
    Titelfoto: Stadt Homburg (v.l. Christine Becker, OB Rüdiger Schneidewind, Annabelle Wagner und Ann-Kathrin Asen)

    Foto "Hände" zum Beste-Preis 2016: Fotolia

    Foto Regenbogen: jock+scott/Photocase

    Foto Rochlus: privat

    Foto Mathe-Vorkurs: Felix Freiberger

    Foto Asen: Torsten Becker (Fadedcreativity)