ESA / S. Corvaja
Materialwissenschaft

Astronaut Matthias Maurer hat an Saar-Uni studiert

Matthias Maurer aus dem saarländischen Oberthal hat an der Universität des Saarlandes Materialwissenschaft studiert. Seit Februar 2017 gehört er zum Astronautenteam der Europäischen Weltraumorganisation ESA.
Von Friederike Meyer zu Tittingdorf • 06.06.2017

ISS oder Mondmission – beides ist für Matthias Maurer in greifbarer Nähe: Der ehemalige Student der Saar-Uni bereitet sich derzeit intensiv auf einen Weltraumflug vor. Etliche Abenteuer hat er schon bestanden. Etwa bei einer Unterwasser-Missionssimulation der NASA, bei der er vor der Küste Floridas 16 Tage unter Wasser für die Internationale Raumstation experimentierte. In der Wildnis des hohen Nordens absolvierte er Überlebenstrainings, in Japan konnte er das Leben auf einer Raumstation simulieren. Bei drei Parabelflügen erlebte Maurer zudem schon intensiv das Gefühl der Schwerelosigkeit.

ESA / S. Grothues

Mein Studium an der Saar-Uni hat mich besonders geprägt. In der Materialwissenschaft habe ich fachlich spannende Veranstaltungen besuchen können

ESA-Astronaut Matthias Maurer

Den Grundstein für seine Karriere legte der Saarländer an der Saar-Uni. Matthias Maurer studierte dort Werkstoffwissenschaft und absolvierte als erster Deutscher einen internationalen Studiengang von Saar-Uni und EEIGM in Nancy. Anschließend verbrachte er auch einige Zeit in Barcelona. „Mein Studium an der Saar-Uni hat mich besonders geprägt. In der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik habe ich fachlich sehr gute und spannende Veranstaltungen besuchen können“, sagt der ESA-Astronaut. Bei Frank Mücklich schrieb Maurer seine Diplomarbeit und untersuchte zusammen mit dem Forschungszentrum des Boschkonzerns neuartige Werkstoffverbindungen. „Matthias Maurer fiel von Anfang an als besonders initiativreicher Student auf. Ideen, die in gemeinsamen Diskussionen im Team entstanden sind, hatte er oft bereits am nächsten Tag detailliert ausgearbeitet“, sagt Professor Mücklich.

Der heutige Astronaut und promovierte Materialforscher engagierte sich schon früh für die internationale Zusammenarbeit, die jetzt seinen Arbeitsalltag bei der ESA prägt. Er initiierte an der Saar-Uni eine Kooperation mit Südamerika, durch die seitdem zahlreiche Studenten für ein Masterstudium nach Saarbrücken kamen. „Mehrere internationale Studienprogramme sind heute in der Europäischen Schule für Materialforschung der Universität gebündelt, damit die Studenten Auslandsaufenthalte in Europa und den USA absolvieren können“, erläutert Professor Mücklich.

Wikipedia

Europäische Weltraumorganisation ESA

Die Europäische Weltraumorganisation ESA ist Europas Tor zum Weltraum. Sie soll die Entwicklung der europäischen Raumfahrt koordinieren und fördern — und sicherstellen, dass die diesbezüglichen Investitionen allen Europäern dauerhaften Nutzen bringen. Aktuell gehören der ESA 22 Mitgliedsstaaten an. Indem sie die Finanzmittel und das Know-how der einzelnen Länder bündelt, ermöglicht sie die Realisierung von Programmen und Projekten, die keiner der Mitgliedsstaaten jemals im Alleingang auf die Beine stellen könnte. In diesem Zusammenhang vertritt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Interessen der Bundesrepublik Deutschland bei der ESA. Info: www.esa.int

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