Iris Maurer

Kursleiterin Dr. Victoriana Herrador (2. v.r. ) mit Schülern ihres Spanisch-Intensivkurses im Sprachenzentrum.

Sprachenzentrum

Lust auf Sprachen und fremde Kulturen wecken

Jeder Student der Saar-Uni kann im Sprachenzentrum Fremdsprachen lernen. Mitmachen darf jeder, dem das Freude macht oder der Leistungspunkte für sein Studium sammeln will. Für Schüler werden samstagsvormittags eigene Sprachkurse organisiert.
Von Gerhild Sieber • 22.12.2016

Ob Spanisch, Japanisch oder Russisch: Im Sprachenzentrum der Saar-Uni können Studenten, Mitarbeiter und Gasthörer insgesamt 18 verschiedene Fremdsprachen lernen. „In Englisch haben wir das breiteste Kursangebot, daneben ist insbesondere Französisch wichtig, auch im Hinblick auf die Frankreichstrategie des Saarlandes. Doch auch selten unterrichtete Sprachen wie Schwedisch oder Luxemburgisch sind im Programm“, erzählt der Leiter des Sprachenzentrums Peter Tischer, der Französisch und Englisch unterrichtet. Der promovierte Romanist ging selber mehrere Jahre in den USA zur Schule, ist mit einer Libanesin verheiratet und erzieht seine beiden Söhne dreisprachig. „Sprachen lernen und sich mit fremden Kulturen auseinandersetzen sind Erfahrungen, die für jeden Menschen ein Leben lang wichtig sind“, ist Tischer überzeugt.

Iris Maurer

Vielen macht Sprachenlernen einfach Spaß, weil sie dann beispielsweise japanische Mangas oder französische Comics lesen können.

Peter Tischer

Insgesamt lehren rund 70 Dozenten aus 24 Nationen im Sprachenzentrum. Pro Jahr verzeichnet die universitäre Einrichtung fast 5.000 Kursteilnehmer. Neben Uni-Mitarbeitern und Gasthörern sind das vor allem Studenten, die so Punkte für ihr Studium sammeln oder mit Sprachenkenntnissen ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern wollen. „Vielen macht es auch einfach Spaß, weil sie dann beispielsweise japanische Anime anschauen oder französische Comics lesen können“, weiß Peter Tischer. „Wenn wir genau das schaffen – nämlich dass sich die Studenten auch im Alltag gerne mit ihrer Zielsprache beschäftigen –, dann haben wir unsere Sache gut gemacht“, fasst Christoph Klein, Mediendidaktiker und Englischdozent am Sprachenzentrum, zusammen.

In Zusammenarbeit mit dem saarländischen Bildungsministerium kann das Sprachenzentrum außerdem mit einem bundesweit einzigartigen Angebot punkten: Jeden Samstagvormittag kommen Schüler aus dem ganzen Saarland zu eigenen Sprachkursen an die Uni. Zur Auswahl stehen Arabisch, Chinesisch, Neugriechisch, Russisch und Japanisch. „Derzeit sind 160 Schüler angemeldet, die Kursteilnahme wird im Schulzeugnis vermerkt – und die Teilnehmer können zudem erste Studienpunkte erwerben“, freut sich Peter Tischer über das erfolgreiche Gemeinschaftsprojekt.

Lust auf Sprachen machen und die Angst vor dem Sprechen nehmen – das sind wichtige Ziele für Peter Tischer und sein Team. Deshalb steht am Sprachenzentrum die Kommunikation im Mittelpunkt. Für die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts setzt man auf Online-Angebote wie interaktive Übungen oder aktuelle Videoclips. „Oder wir fahren mit der Saar-Bahn nach Saargemünd und gehen ins Kino oder ins Theater“, erzählt Tischer von seinem Unterricht. Seine Leitlinie: Die Kursteilnehmer sollen sich auf authentische Situationen vorbereiten. „Wer ausländische Projektpartner hat und in einem exotischen Land aus dem Flugzeug steigt, sollte beispielsweise die Schilder im Flughafen lesen können.“ „Wir unterrichten also nicht unbedingt das, was im klassischen Lehrbuch steht“, ergänzt Christoph Klein. „Dazu gehört auch, dass wir Tandem-Lernpartner vermitteln und regelmäßig den Podcast „RoPeCast“ produzieren, mit dem man sein Englisch auf unterhaltsame Weise verbessern kann.“

Neben den allgemeinsprachlichen Kursen bietet das Sprachenzentrum auch fachsprachliche Lehrveranstaltungen an, beispielsweise Englisch für Juristen und Mediziner, Wirtschaftsjapanisch oder Französisch für den Berufsalltag. „Darüber hinaus kann man bei uns in neun Sprachen die hochschulübergreifenden UNIcert-Zertifikate des Arbeitskreises der Sprachenzentren erwerben“, erklärt Tischer, der zugleich Vorsitzender dieses bundesweiten Dachverbandes ist. Das Sprachenzentrum nimmt zudem die nationalen Prüfungen für Neugriechisch, Italienisch und Spanisch ab – und ab 2017 auch für Französisch.

 

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