Gerhild Sieber

Fühlen sich wohl an der Uni: Marko Mihajlovic, Milan Krstic und Milos Djordjevic (von links).

Mit Erasmus+ im Ausland studieren

„Auslandserfahrung gehört heute in jeden Lebenslauf“

Ein oder zwei Semester lang im Ausland studieren, eine fremde Sprache und Kultur kennenlernen: Mit dem Erasmus+ Programm der EU ist das für Studenten leicht zu bewerkstelligen. Diese Erfahrung machen auch die drei Freunde Marko Mihajlovic, Milan Krstic und Milos Djordjevic. Von der serbischen Universität Nis sind sie fürs Wintersemester nach Saarbrücken gekommen.
Von Gerhild Sieber • 07.12.2016

„Hauptsächlich war es Neugier auf ein anderes Land“, erzählt Marko Mihajlovic und strahlt. Er ist einer von drei jungen Serben, die seit ein paar Wochen in Saarbrücken sind, um das Wintersemester an der Saar-Uni zu verbringen. Alle drei sind 22 Jahre alt und haben an ihrer Heimatuni im serbischen Nis bereits drei Jahre lang Englische Sprache und Literatur studiert. In ihrem Bachelorstudium, das in Serbien vier Jahre dauert, sind sie schon so weit fortgeschritten, dass sie an der Saar-Uni aus einem breiten Kursangebot wählen können. Neben einem Deutschkurs im Sprachenzentrum haben die Studenten unter anderem englische Semantik und englische Sprache belegt. Daneben werden sie sich mit amerikanischer Literatur und Kurzgeschichten sowie mit der Kultur Englands und Irlands befassen. Diese Studienleistungen werden ihnen in Serbien anerkannt.  

Möglich ist das durch das Programm Erasmus+, das von der Europäischen Union aufgelegt wurde und die Studenten auch finanziell unterstützt. „Vor zwei Jahren gab es an unserer Uni zum ersten Mal die Möglichkeit, für ein oder zwei Semester an eine deutsche Universität zu gehen“, sagt Milan Krstic. „Die Kommilitonen haben uns erzählt, wie toll diese Erfahrung war. Sie haben uns ermutigt, auf jeden Fall ein Auslandssemester einzulegen.“ Die erste „kulturelle Überraschung“ erlebten die jungen Serben im Semantik-Kurs an der Saar-Uni: „Wir wussten nicht, ob man am Ende klatscht oder nicht – und waren sehr erstaunt, als alle auf die Tische klopften, das kannten wir nicht.“

Die serbischen Studenten haben an der Saar-Uni schon eifrig Kontakte geknüpft. „Die Mitarbeiter hier sind sehr freundlich und offen, wir haben nette Gespräche geführt“, erzählen sie. Das Kompliment gibt Fabienne Saunier vom International Office gerne zurück: „Die Drei sind so motiviert und engagiert; sie haben alles selber organisiert und auch anderen Erasmus-Studenten schon viel geholfen“, sagt die Uni-Mitarbeiterin, die das Erasmus+ Programm koordiniert.

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Auslandserfahrung bereichert die Kenntnisse und die Persönlichkeit

Fabienne Saunier vom International Office

„Auslandserfahrung muss sein – sie bereichert die Kenntnisse und die Persönlichkeit und gehört heutzutage in jeden Lebenslauf“, ist Fabienne Saunier überzeugt. „Mit dem Erasmus+ Programm können alle unsere Studenten und auch alle anderen Uni-Mitglieder Auslandserfahrung sammeln.“ Mögliche Ziele gibt es viele, denn die Universität unterhält allein im Erasmus Programm Kooperationen mit 33 Ländern. Etwa 200 Saarbrücker Studenten nutzen jährlich die Gelegenheit zum Auslandssemester an einer der 240 Partnerhochschulen. Sie werden dabei von der jeweiligen Partneruni betreut und erhalten eine finanzielle Förderung. Umgekehrt kommen jedes Jahr rund 300 Studenten aus diesen so genannten Programmländern nach Saarbrücken.

2014 sei das Erasmus+ Programm sogar noch erweitert worden. „Aktuell sind zwölf weitere Länder im Programm, von Albanien über Israel bis zur Ukraine“, berichtet Fabienne Saunier. „Studenten, die in eines dieser weniger bekannten Länder gehen, beweisen, dass sie sich an viele Situationen gewöhnen können. Wer sich hierzu entschließt, bekommt außerdem eine höhere finanzielle Unterstützung.“ Kommen Studenten aus diesen so genannten Partner-Ländern zum Studium an die Saar-Uni, werden auch sie finanziell gefördert. Hiervon profitieren auch die drei jungen Serben von der Uni Nis.

www.uni-saarland.de/erasmus
 

 

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