Manfred Bachmann

Jongliernummer im Audimax - im Hintergrund in Form einer mathematischen Partitur.

30-jähriges Studienjubiläum

Was Jonglierkünste mit Mathematik zu tun haben

Gemeinsame Freizeiterlebnisse während der Studienzeit haben ehemalige BWL-Studenten zusammengeschweißt. Im September 2018, genau 30 Jahre nach Beginn ihres Studiums, haben sie sich an einem Wochenende in Saarbrücken getroffen und dabei auch einen Exkurs in ihr Fach unternommen.
Von Gerhild Sieber • 31.10.2018

Fakten büffeln über Mikroökonomie, Wirtschaftsprüfung oder Internationales Wirtschaftsrecht – so stellt man sich gemeinhin den Studienalltag in der Betriebswirtschaftslehre vor. Dass zum Studium aber meistens auch geselliger Freizeitspaß gehört, zeigt das jüngste Treffen von etwa 25 ehemaligen BWL-Studentinnen und -Studenten in Saarbrücken. „1988, also vor genau dreißig Jahren, haben wir mit unserem Studium begonnen – und nun haben wir uns zum dritten Mal wiedergesehen“, erzählt Manfred Bachmann, der das diesjährige Treffen organisiert hat. Der Vertriebschef für juristische Software in einer großen internationalen Firma wohnt inzwischen in Köln, und auch sein Studium hat er nicht in Saarbrücken, sondern in Berlin abgeschlossen. Wie er sind auch die meisten übrigen Teilnehmer aus anderen deutschen Städten angereist und sogar aus Griechenland und der Schweiz gekommen. „Fünf Saarländer waren diesmal dabei“, sagt Bachmann.

Dann verrät er, welches Ereignis die Gruppe zusammenschweißt: „Der Ursprung war eine Wette, aus der sich ein Rennen zwischen zwei Wohngemeinschaften entwickelte: Eine Kiste Bier – und zwar alle Flaschen einzeln – musste aus der jeweils gegnerischen WG geholt werden.“ Dieses „Saar“-Rennen, das damals im Nauwieserviertel stattfand, sei der Anlass gewesen, jeweils zu Semesterbeginn ein gemeinsames Event zu veranstalten, beispielsweise eine Saarland-Rallye.

Nach dem Studium sahen sich die ehemaligen Studenten erstmals 1996 in München wieder. Das zweite Treffen organisierten sie 2003 zum 15-jährigen Jubiläum. „Das haben wir bereits in Saarbrücken veranstaltet und den Audimax gemietet für einen sehr schönen Vortrag von Dr. Klaus Bierle, der uns vor dreißig Jahren die Grundlagen der BWL beigebracht hat“, erzählt Manfred Bachmann. Auch für das jetzige Treffen unter dem Titel „Saar30“ habe sich Saarbrücken angeboten. „Die Stadt ist relativ überschaubar, und die Wege sind kurz.“

Jörg Pütz

Die Studenten des ersten Jahrgangs zum Ende meiner Unilaufbahn noch einmal zu sehen und zu sprechen – das war auch für mich ein schönes 30-jähriges Jubiläum

Dr. Klaus Schindler

Neben einer Kanu-Rallye auf der Saar und einem gemeinsamen Brunch am Schloss gehörte ein Besuch auf dem Campus auch dieses Mal zum Programm: „Unser ehemaliger Dozent für Mathematik, Dr. Klaus Schindler, hat für uns im Audimax einen unglaublich unterhaltsamen und spannenden Vortrag über die Kunst des Jonglierens gehalten.“ Was diese sportliche Fertigkeit mit Mathematik zu tun hat, erklärt Klaus Schindler: „Jongliermuster lassen sich mathematisch durch Zahlenfolgen, so genannte Site-Swaps, beschreiben“, sagt er. „Zusammen mit Teilnehmern einer Zirkusgruppe, die ich leite, habe ich meinen ehemaligen Studenten Solo- und Gruppenjonglage-Techniken vorgeführt und dann Schritt für Schritt gezeigt, wie man diese mit Folgen von Zahlen mathematisch modelliert. Hierdurch ist es möglich, komplexe Jongliernummern in Form einer ‚mathematischen Partitur‘ schriftlich zu notieren.“ Der Uni-Dozent hat seine berufliche Laufbahn im Lehrstab für Mathematik an der Universität des Saarlandes vor 30 Jahren begonnen. Die Alumni-Gruppe, für die er den Vortrag hielt, habe zu seinem ersten Studentenjahrgang gehört. „Diese Studenten oder zumindest einige von ihnen zum Ende meiner Unilaufbahn noch einmal zu sehen und zu sprechen – das war auch für mich ein schönes 30-jähriges Jubiläum.“

 

 

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