Philipp Burgard reiste für Bosch nach China

Von campus • 09.11.2015

Student Philipp Burgard ist Deutschland-Stipendiat von Bosch – Für den Konzern war der passionierte Leichtathlet ein halbes Jahr lang in China

Hühnerfüße hat Philipp Burgard auch gegessen. Frittiert haben ihm die Kellner in Hangzhou die chinesischen Köstlichkeiten vorgesetzt. Bevor es nun aber zu Irritationen kommt: Dies ist natürlich kein Text über den Urlaub in China inklusive exotischer kulinarischer Reize. Burgard ist Student an der Saar-Uni und wird vom Homburger Bosch-Werk mit einem Deutschland-Stipendium gefördert. Und der Weltkonzern schickte den BWL-Studenten eben mal für ein halbes Jahr nach China. Von August 2013 bis Februar 2014 hat der junge Mann mit dem Studienschwerpunkt Controlling den Bosch-Kaufleuten in Fernost über die Schulter schauen können. Und Hühnerfüße knabbern können.

Dabei hatte sich Master-Student Burgard anfangs gar nicht viele Hoffnungen gemacht, als er sich 2012 erstmals für die Förderung beworben hat, in dessen Rahmen ein Förderer 150 Euro monatlich gibt und der Bund weitere 150 Euro drauflegt. „Ich habe in der Saarbrücker Zeitung einen Artikel übers Deutschland-Stipendium gelesen und fand das interessant“, sagt der 23-Jährige. „Ich habe zwar gedacht, es gibt bestimmt viele, die bessere Noten haben als ich, aber andererseits schadet es ja auch nichts, es einfach mal zu probieren.“

Gesagt, getan. Geschadet hat es ihm tatsächlich nicht, im Gegenteil. Zum Wintersemester 2012/13 hat ihn Bosch erstmals für ein Jahr unterstützt. Im Moment erhält er eine Anschlussförderung von dem Technologieunternehmen, um seinen Master ohne finanziellen Druck fertigstellen zu können.

Hartwig Löffler, der bei Bosch Homburg seit drei Jahren die Deutschland-Stipendien koordiniert, erklärt, warum seine Firma sich dafür entschieden hat, Philipp Burgard zu unterstützen: „Neben den guten Noten bringt Philipp Burgard eine weitere unabdingbare Eigenschaft mit: Er ist engagiert. Außerdem möchte ich gerne Leute mit dem Deutschland-Stipendium unterstützen, die mit beiden Beinen auf dem Boden stehen. So einer ist Herr Burgard“, sagt der stellvertretende Personalchef des Homburger Bosch-Werkes.

Burgards Skepsis, nicht gut genug für eine Förderung zu sein, war also unbegründet. Das erklärt auch Personalexperte Löffler: „Förderungen wie das Deutschland-Stipendium sind ja allgemein verpönt als Elitenförderung. Das ist aber absolut nicht gerechtfertigt.“ Neben Philipp Burgards guten BWL-Noten hat Hartwig Löffler auch dessen Engagement im Sport davon überzeugt, dass da ein junger Mann steht, der eine Unterstützung verdient. Burgard ist Leichtathlet (100 Meter in 11,1 Sekunden) und auch in der Nachwuchsarbeit für den Sport aktiv. „Das hat mir gezeigt, dass er jemand ist, der Durchhaltevermögen hat, der Willen hat und anderen helfen möchte“, sagt Hartwig Löffler.

Aus der Sicht seines Unternehmens ist die Unterstützung von jungen Menschen mit einem Deutschland-Stipendium eine lohnende  Sache. „Mit 1.800 Euro pro Jahr ist das Stipendium ein sehr günstiges Recruiting-Tool“, erklärt Löffler. „Wenn ich im Stellenteil einer Zeitung inseriere, kostet mich das ein Vielfaches. Und wenn Herr Burgard sich nach dem Studium bewerben möchte, brauche ich keine komplexe Eignungsdiagnostik wie ein Assessment Center oder lange Vorstellungsgespräche mit verschiedenen Kandidaten“, zählt Löffler die Vorteile auf.  Sein Fazit über den Nutzen des Deutschlandstipendiums im Allgemeinen und Philipp Burgard im Speziellen fällt eindeutig aus:  „Wenn Herr Burgard fertig ist, soll er einfach hier anklopfen, dann werden wir uns um eine Anstellung in unserem Unternehmen kümmern.“

Vielleicht kann der junge Kaufmann dann bald wieder Hühnerfüße im Reich der Mitte knabbern, während er die Unternehmensfinanzen überprüft. Obwohl: Sonderlich gut waren die fernöstlichen Spezereien nicht. „Irgendwie waren die ziemlich fade und langweilig“, erinnert er sich. Ganz anders als die Möglichkeiten, die ihm und der Firma Bosch das Deutschland-Stipendium bieten.

Hintergrund:
Das Bosch-Werk Homburg hat bereits von Beginn des Programms an Studenten der Saar-Uni mit einem Deutschlandstipendium gefördert. Unternehmen, die ebenfalls junge Leute im Studium unterstützen möchten, sowie Studenten, die sich um ein Deutschland-Stipendium bewerben möchten, finden auf der folgenden Webseite alle Infos sowie Kontaktmöglichkeiten: www.uni-saarland.de/deutschlandstipendium. Durch die Förderung von Bosch ist Philipp Burgard auch ins „Netzwerk Controlling Talents“ aufgenommen worden. Darin unterstützen Partner aus der Praxis (neben Bosch sind das Cosmos direkt, Wagner Pizza und die Studienstiftung Saar) sowie der Lehrstuhl für Controlling (Professor Alexander Baumeister) ambitionierte Studentinnen und Studenten. Im Netzwerk gibt es zum Beispiel exklusive Möglichkeiten für Praktika in den Partnerunternehmen. Bosch vergibt auch den mit 1.000 Euro dotierten Controlling Award für herausragende Abschlussarbeiten. Weitere Infos zum Netzwerk Controlling Talents: www.con.uni-saarland.de/talents.

Quellennachweis
  • Bilder Philipp Burgard (r.) wird von Bosch Homburg mit einem Deutschlandstipendium unterstützt. Hartwig Löffler, stellvertretender Personalchef von Bosch Homburg (l.), ist von dieser Fördermöglichkeit überzeugt. Foto: Oliver Dietze