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Philipp Karschnia ist einer von 600 Nachwuchswissenschaftlern aus 84 Herkunftsländern, die in Lindau zusammenkamen.

Nobelpreisträgertagung

Internationale Forscherelite trifft den wissenschaftlichen Nachwuchs

Der Homburger Medizinstudent Philipp Karschnia war zur diesjährigen Nobelpreisträgertagung in Lindau am Bodensee eingeladen. Der Austausch mit Spitzenforschern aus aller Welt und "young scientists" hat ihn inspiriert.
Von Gerhild Sieber • 24.07.2018

Dass er während eines Dinners direkt neben dem Nobelpreisträger Sir Tim Hunt sitzen konnte, war für Philipp Karschnia ein besonderes Erlebnis: „Tim Hunt hat den Nobelpreis für Entdeckungen zur ‚Kontrolle des Zellzyklus‘ bekommen. Darauf basieren verschiedenste Ansätze in der Krebstherapie, mit denen wir jeden Tag in der Klinik arbeiten, insbesondere in meinem Lieblingsgebiet, der Neuroonkologie“, erzählt der angehende Mediziner, der im zwölften Semester an der Universität des Saarlandes studiert. Derzeit macht er sein Praktisches Jahr in den USA – an großen Lehrkrankenhäusern in Yale und Harvard. Doch im Juni gab es einen wichtigen Grund für einen Trip zurück nach Europa: Philipp Karschnia durfte an der 68. Nobelpreisträgertagung in Lindau am Bodensee teilnehmen, die in diesem Jahr unter dem Thema „Physiologie und Medizin“ stand. Eine große Auszeichnung, die dem jungen Mediziner wegen seiner exzellenten akademischen Leistungen und guten Forschungsarbeiten zuteil wurde. Für die Tagung vorgeschlagen hatte ihn die Studienstiftung des deutschen Volkes, die ihn seit drei Jahren als Stipendiat fördert.

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Es ist beeindruckend, wie unkompliziert viele Nobelpreisträger sind.

Philipp Karschnia

In der Forschung hat der 24-Jährige schon einige Erfolge vorzuweisen, die er in Publikationen und auf Konferenzen vorstellte: Nach seiner Doktorarbeit im Institut für Klinisch-Experimentelle Chirurgie in Homburg forschte er im vergangen Jahr sieben Monate lang als Postgraduate Fellow in der Abteilung für Neurochirurgie an der Yale School of Medicine. „Ich möchte in die Neuroonkologie gehen und forsche schwerpunktmäßig auf diesem Gebiet“, berichtet Philipp Karschnia. „Neue Ideen und Impulse über das eigene Spezialthema hinaus“ bekam der angehende Mediziner nun bei der einwöchigen Nobelpreisträgertagung.

Zu dem Treffen, das seit 1951 stattfindet, waren in diesem Jahr 39 Nobelpreisträger angereist – so viele wie nie zuvor. Sie trafen auf 600 Nachwuchswissenschaftler aus 84 Herkunftsländern. „Es ist beeindruckend, wie unkompliziert viele Nobelpreisträger sind“, hat Karschnia erfahren. „Beispielsweise hat sich Professor Joachim Frank, der 2017 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde und Alumnus der Studienstiftung ist, bei einem Barbecue zu uns gesetzt und lange mit uns über unsere Karriere, Forschung und Erfahrungen diskutiert. Alle Preisträger hatten ehrlich Lust, mit den 'young scientists‘ ins Gespräch zu kommen.“ Auch für ihn sei der Austausch mit jungen Wissenschaftlern aus aller Welt sehr inspirierend gewesen. Diese Erfahrungen und neuen Impulse nimmt der angehende Mediziner auf seinem Weg mit – zunächst zurück nach Yale und Harvard und danach in die Innere Medizin nach München und die Chirurgie nach Würzburg. Sein Medizinstudium möchte er voraussichtlich im Mai kommenden Jahres mit der Approbation abschließen.

Lindau Nobel Laureate Meetings

Einmal jährlich kommen in Lindau rund 30 Nobelpreisträger mit Nachwuchswissenschaftlern zusammen: Studenten, Doktoranden und Postdoktoranden aus aller Welt. Die Lindauer Nobelpreisträgertagungen fördern den Austausch zwischen Wissenschaftlern unterschiedlicher Generationen, Kulturen und Disziplinen. Allein die Einladung ist für Studenten und Nachwuchsforscher eine besondere Ehre, die Tagung selbst ein ganz besonderes Erlebnis. Info: www.lindau-nobel.org

 

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