Michelin
Doppelabschluss

Französisch-Studien waren bei Michelin der Volltreffer

Für Frankreich hat sich Aline Ditzler schon immer interessiert. An der Saar-Uni wählte sie daher den Studiengang „Deutsch-französischen Studien“. Seit einem Jahr ist sie beim Reifenhersteller Michelin in Homburg für die Kommunikation zuständig.
Von Friederike Meyer zu Tittingdorf • 09.11.2015

Eine frühe Leidenschaft für Lkw-Reifen kann man Aline Ditzler nicht nachsagen. Die Saarländerin kannte das Reifenwerk in Homburg zwar aus ihrer Kindheit in Kirkel. Dass sie heute dort die Kommunikation koordiniert, verdankt sie aber einer Reihe von glücklichen Zufällen und auch ihrer eigenen Zielstrebigkeit. „Mir war schon in der Schule klar, dass ich etwas mit Bezug zu Frankreich machen wollte. Nach einem Au-Pair-Jahr in Südfrankreich habe ich mich dann bundesweit für deutsch-französische Studiengänge beworben. Von der Saar-Uni kam die Zusage“, sagt Ditzler. Im Bachelorstudium lernt sie Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft der beiden Nachbarländer kennen, ein Studienjahr in Metz gehört auch dazu. „Dieser Studiengang war von der Bandbreite her genau das, was ich mir gewünscht habe. Ich habe dort auch viel darüber gelernt, wie man am besten über die Grenzen hinweg kommuniziert“, erzählt Aline Ditzler.

Mit Michelin hatte sie erstmals bereits im Studium zu tun. Ihr Pflichtpraktikum absolvierte sie in der Deutschlandzentrale des Reifenherstellers in Karlsruhe. „Bei einem Bewerberseminar der Deutsch-Französischen Hochschule hatte ich den Personalchef des Reifenherstellers aus dem Werk Homburg kennengelernt, der mir den Tipp für das Praktikum in der Kommunikationsabteilung gab“, erläutert Ditzler.

Für ihren Master wechselt die Studentin dann nach Frankfurt/Oder, um eine weitere Grenzregion kennenzulernen und mit „European Studies“ ihren Horizont zu erweitern. Von dort knüpft sie Kontakte zum „Public Affairs“-Büro von Michelin in Berlin und erhält die Möglichkeit, als Werkstudentin ihre Masterarbeit zu schreiben. „Ich habe dort untersucht, welche Nichtregierungsorganisationen für das Netzwerk von Michelin interessant sein könnten, denn Michelin legt großen Wert auf nachhaltige Energieanwendung und den verantwortlichen Umgang mit der Umwelt. Außerdem hat das Unternehmen immer die Frage der Verkehrssicherheit im Blick“, erklärt die heute 27-Jährige. Als sie ihre Masterarbeit fast beendet hat, wird die Stelle für Kommunikation in Homburg ausgeschrieben. Das Vorstellungsgespräch im Juli 2014 ist dann fast ein Heimspiel und wird zum Volltreffer.

„Im Werk Homburg sind rund 1400 Mitarbeiter beschäftigt, knapp die Hälfte kommt aus Frankreich. Da ist täglich interkulturelle Kommunikation gefragt“, stellt Aline Ditzler fest. Sie weiß die unterschiedliche Herangehensweise zu schätzen: „Wir Deutsche sind oft pragmatisch und haben immer gleich einen genauen Plan im Kopf. Das muss aber nicht immer unbedingt der richtige Weg sein. Die Franzosen empfinde ich als kreativer, sie bereichern Besprechungen oft mit neuen Ideen“, findet die Unternehmenssprecherin, die in Homburg auch für die interne Kommunikation und das regionale Sponsoring zuständig ist. Dass sie täglich Französisch reden kann, macht ihr viel Spaß. Da fällt es dann auch nicht so ins Gewicht, dass die Hauptprodukte ziemlich technisch sind: „Lkw-Reifen eben, die mit dem Michelin-Männchen. Bei tiefergehenden technischen Fragen habe ich glücklicherweise kompetente Kollegen, die mir weiterhelfen “, so Ditzler.

Michelin-Werk Homburg

Zahl der Mitarbeiter

1400

Etwa die Hälfte aus Frankreich

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