Titelfoto: Oliver Dietze
Open Access

Jetzt beantragen: Uni erstattet Forschern Kosten für Fachartikel

Forscherinnen und Forscher der Universität des Saarlandes erhalten bis zu 2.000 Euro, um ihre Ergebnisse frei zugänglich zu machen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt zwei Jahre lang Veröffentlichungen in Open-Access-Zeitschriften und stellt für diesen freien Zugang zu Wissen 200.000 Euro zur Verfügung. Die Uni stockt diesen Betrag noch auf – eine Maßnahme auch gegen Fake-Journals.
Von Claudia Ehrlich • 25.06.2019

Artikel, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Forschungsergebnisse vorstellen, sollen frei zugänglich sein für alle, die sich dafür interessieren. Jeder soll sie kostenfrei lesen können. Solche Open Access genannten Publikationen fördert die DFG jetzt an der Saar-Universität. Die Uni war mit einem entsprechenden Antrag erfolgreich. „Hohe Kosten, die Bibliotheken für Zeitschriften-Abos zahlen müssen, oder Gebühren für Leser fallen bei Open Access nicht an. Dafür verlangen aber die Verlage Gebühren für die Veröffentlichung der Journalartikel. Das ist inzwischen in der Wissenschaftswelt üblich. DFG und Uni wollen die Wissenschaftler jetzt unterstützen, diese Gebühren zu zahlen“, erklärt Dr. Ulrich Herb, der an der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek für elektronische Publikationsangebote zuständig ist und am Antrag der Universität an die DFG mitgearbeitet hat.

Foto Wagner: Oliver Dietze

Die Universität sieht dies zugleich als weitere Maßnahme zum Schutz vor allem unserer jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gegen unseriöse Journals.

Uni-Vizepräsident Christian Wagner

Mit dem Programm „Open Access Publizieren“ will die DFG Hochschulen dazu anregen, Strukturen aufzubauen, um Open-Access-Publikationen zu finanzieren. Die DFG fördert die Saar-Universität dabei, einen solchen Publikationsfonds einzurichten, aus dem sie bei der Veröffentlichung von Artikeln in Open-Access-Zeitschriften anfallende Publikationsgebühren finanzieren kann. „Forscherinnen und Forscher unserer Universität können jetzt Anträge stellen, dass ihre Veröffentlichungskosten übernommen werden. Aus den von der DFG bereitgestellten Mitteln können Publikationsgebühren in Höhe von je 2.000 Euro finanziert werden, das sind maximal 1.680 Euro plus Mehrwertsteuer pro Aufsatz“, sagt Professor Christian Wagner, Vizepräsident für Planung und Strategie der Universität des Saarlandes. Die Uni stockt die 200.000 Euro der DFG um weitere 50.000 Euro auf und schafft so Strukturen, um Open-Access-Publikationen zu finanzieren – eine Maßnahme auch gegen Fake-Journals.

„Die Universität sieht dies zugleich als weitere Maßnahme zum Schutz vor allem unserer jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gegen unseriöse Journals“, erklärt Professor Wagner. Dass Gebühren als Gegenleistung für wissenschaftliche Veröffentlichung heute üblich sind, hat den großen Nachteil, dass es zunehmend schwer geworden ist, unter den Tausenden Fach-Journalen unseriöse Fake-Journals zu erkennen, die gegen Zahlung ungeprüft jede Einreichung publizieren. „Indem wir Strukturen für Open Access an unserer Universität schaffen, haben wir zugleich mehr Möglichkeiten, unsere Wissenschaftler intensiver zu beraten und notfalls zu warnen und von einer Veröffentlichung abzuraten“, sagt Christian Wagner.

Die Uni unterstützt ihre Wissenschaftler, vor allem die Nachwuchs-Forscherinnen und -Forscher, dabei, den Durchblick bei der Fachjournal-Vielfalt zu behalten und will auch den Erfahrungsaustausch unter den Forschern anregen, etwa durch regelmäßige Informationsveranstaltungen, bei denen Experten über Open Access informieren und hilfreiche Angebote vorstellen, um Fake-Journals zu erkennen.
Infos hierzu: https://www.sulb.uni-saarland.de/lernen/open-access/

Hier finden Sie die Voraussetzungen für die Erstattung der Publikationsgebühren sowie weitere Informationen:
https://www.sulb.uni-saarland.de/lernen/open-access/open-access-publikationsfonds/

Kontakt bei Fragen:
Dr. Ulrich Herb: Telefon 0681 302 2798 oder Verena Wohlleben: Telefon 0681 302 58024, E-Mail: publikationsfonds(via)sulb.uni-saarland.de

Die Universität des Saarlandes bekennt sich zum Prinzip des Open Access – dem kostenfreien und unbeschränkten Zugang zu wissenschaftlichen Informationen. Wissenschaftliche Veröffentlichungen - wie Texte, Daten oder Software - als Ergebnis öffentlich finanzierter Forschung sollen für alle Interessierten weltweit kostenlos im Internet verfügbar sein.

https://www.sulb.uni-saarland.de/lernen/open-access/

Quellennachweis
  • Bilder
    Titelfoto: Oliver Dietze

    Foto Wagner: Oliver Dietze